Als Tobias Butsch 2011 seinen Dienst im Donaueschinger Rathaus angetreten hat, dachte er nicht, dass er sieben Jahre später der Amtsleiter mit der zweitlängsten Dienstzeit sein werde. In diesen sieben Jahren habe er reichlich Erfahrung gesammelt und die Stadt nicht nur als Amtsleiter, sondern auch als Bürger kennengelernt. Und eben in diesem Erfahrungsschatz sieht er seinen Vorteil, den er gern als Bürgermeister einbringen würde.

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"Ich habe in dieser Zeit die Dynamik der Stadt und all ihre Projekte kennengelernt und müsste mich nicht erst einarbeiten", sagt der Bewerber, der mit drei weiteren Kandidaten ins Rennen geht. Er kenne die Stärken der Stadt bereits und auch ihre Schwächen. So hätte er nicht nur die entsprechende Fachkunde, sondern auch die Ortskunde. Am 1. März, wenn dann Bernhard Kaiser im Ruhestand ist, müssten die Geschäfte weiterlaufen. Beispielsweise das Verkehrskonzept: "Das wird nicht besser, bis sich einer eingearbeitet hat."

"Ich habe klare Visionen und klare Vorstellungen"

Und wie sieht Butsch seine Rolle, sollte er Bürgermeister werden? "Ich habe klare Visionen und klare Vorstellungen", erklärt der 40-Jährige. Beispielsweise im Bereich der Kindertagesstätten und der Betreuung, die über das Amt Bildung und Soziales auch zum Geschäftsbereich des Bürgermeisters gehören. Aus eigener Erfahrung weiß Butsch, dass es hier einiges an Veränderungs- und Verbesserungsbedarf gibt. "Als wir für unseren Sohn ein Betreuungsangebot gesucht haben, dachte ich noch, dass wir aus 130 Prozent die für uns passenden 100 Prozent aussuchen könnten", erklärt er. Möglich seien dann aber nur 80 Prozent gewesen.

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Freitagnachmittags gebe es beispielsweise keine Angebote. Und die verschiedensten Öffnungszeiten, lange Mittagspausen und dass die Einrichtungen nachmittags früh zumachen würden, würden es den Eltern nicht gerade leicht machen. Wenn beide ihrem Beruf weiter nachgehen würden, müssten man schon minutengenau planen. Auch könne es nicht sein, dass Eltern monatelang bangen, ob sie überhaupt einen Platz bekommen und sie ihren Arbeitsvertrag unterschreiben können. "Ich möchte das so regeln, dass die Eltern Planungssicherheit haben. Es könne nicht sein, dass man sein Kind bereits anmelden müsste, bevor es überhaupt auf der Welt ist. Das müsse dringend geändert werden – ohne jahrelange Diskussionen und das Aufstellen von Gutachten. "Sonst sind die betroffenen Kinder dann schon auf der weiterführenden Schule."

Butsch will mehr Service für die Bürger

Und auch für das Ordnungsamt, zu dem die Bürger doch viel Kontakt haben, hat Butsch schon Ideen. "Das Ordnungsamt ist das Dienstleitungsamt schlechthin." In erster Linie bringe man das Amt zwar mit den Strafzetteln in Verbindung, aber vom Fischereischein bis zum Führerschein gebe es viele Bereiche, in denen der Bürger mit diesem Amt Kontakt aufnehme. Doch müsse es sein, dass man extra, um eine Gewerbe an- oder abzumelden, ins Rathaus kommen müsse? Wer will, soll das tun. Doch es gebe auch die Möglichkeit des E-Government, mit dem zeit- und ortsunabhängige Verwaltungsdienste möglich wären. "Wir können von den Anfangsfehlern anderer lernen, sollten aber vorne mit dabei sein und uns nicht abhängen lassen."

Beim Konversionsprozess hat er Erfahrung im Bereich Bauen gesammelt

Doch was ist eigentlich mit dem Thema Bauen, das mit den Ämtern Hoch- und Tiefbau, sowie Bauverwaltung, einen großen Teil des Geschäftsbereiches des Bürgermeisters einnimmt? Als Geschäftsführer der Konversions- und Entwicklungsgesellschaft, die für die Erschließung und Vermarktung des neuen Stadtviertels "Am Buchberg" verantwortlich ist, habe er in diesem Bereich bereits viel gelernt.

Sich einbringen, gestalten und eigene Ideen Umsetzen

Prinzipiell will Butsch sich mehr einbringen, mehr gestalten und eigene Ideen umsetzen. Eine Aufgabe, die als Amtsleiter Zentrale Steuerung und Finanzen oft zu kurz kommt, da es sich dabei um ein Querschnittsamt handelt, das sich mit vielen verwaltungsinternen Vorgängen beschäftigt.

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