Donaueschingen – Die katholische Seelsorgeeinheit Donaueschingen gehört zu den ersten Pfarrgemeinden, die ihre neue Pastoral- und Liegenschaftskonzeption bei der Erzdiözese Freiburg vorgelegt haben. In der öffentlichen Pfarrgemeinderatssitzung reagierte man jetzt teilweise sichtlich verärgert über die von Dekan Josef Fischer geschriebene Reaktion der Kirchenleitung.

Dekan Fischer eckt an

Mit der Entwicklung von neuen, größeren Dekanatsstrukturen reagiert die Erzdiözese Freiburg auf Priestermangel, rückläufige Mitgliederzahlen und absehbar weniger Kirchensteuereinnahmen. Vor diesem Hintergrund sollen die Pfarrgemeinden Pastoralkonzeptionen mit darauf abgestimmten reduzierten Liegenschaften erstellen. Die Rückmeldung von Dekan Josef Fischer auf dieses Papier würdigt die Donaueschinger Pastoralkonzeption zwar als „ein beispielhaftes Werk mit einer sehr starken und tiefen spirituellen Dimension“. Gleichzeitig enthält sie aber auch Kritik, die bei den engagierten Ehrenamtlichen im Pfarrgemeinderat deutlichen Unwillen auslöste. Der Dekan kritisiert etwa, dass die Pastoralkonzeptionen zu umfangreich ist und nicht den diözesanen Anforderungen und deren Konzeption entspricht. Andererseits räumt Fischer ein, das seiner Ansicht nach das, was sich die Diözese derzeit unter einer Pastoralkonzeption vorstellt, nicht vermittelbar sei.

Jedenfalls: „Die Donaueschinger Pastoralkonzeption entspricht nicht den diözesanen Anforderungen“. Es werde einen „Paradigmenwechsel geben“, so Fischer, mit grundlegend anderem Denken, an dem sich die konkreten Entwicklungen orientieren müssen. „Wie das aussehen wird, ist noch sehr im Nebel.“ Auf jeden Fall lasse sich sagen, dass die Pastoral der kommenden Jahre sowohl mit größeren Einheiten, deutlich weniger Priestern und geringerer finanzieller Ausstattung auskommen müsse. Vom Grundsatz „Christus und den Menschen nahe“ gelte es, sich zu verabschieden. Im Blick auf die hohe Arbeitsbelastung von haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden „brauchen wir bescheidene, reduzierte und demütige Ziele“, so Fischer.

Was die Reduzierung von Immobilien betrifft, die Einsparung von Gebäudeunterhaltskosten, wird Gelassenheit empfohlen. Es sei besser, mal eine Kirche zuzumachen, als sie zu schnell und unter viel Aufwand umzubauen oder zu verkaufen. Das gelte vor allem für die Dorfpfarreien und deren Pfarrhäuser. Was in Donaueschingen unter „pastoralem Zentrum“ (PZ) verstanden wird, deckt sich nach Fischer nicht mit den Verlautbarungen der Kirchenleitung. Obwohl der diözesane Begriff noch völlig offen sei, sei doch klar, dass hier seelsorgeeinheitsübergreifend zu denken ist.

Grundsätzlich wurde im Pfarrgemeinderat das hierarchische Verfahren in den anstehenden Veränderungsprozessen kritisiert. Und von einem „Pastoralen Zentrum“, das in Villingen oder Donaueschingen seinen Mittelpunkt haben könnte und von Triberg bis an die Schweizer Grenze reichen könnte, hält man offensichtlich wenig. Hier möchte man Gemeindeleben vor Ort begleiten und „Leute, denen Kirche heute noch etwas bedeutet, nicht vor den Kopf stoßen“, formulierte Markus Eisele.

Gang zum Ordinariat

Bei den vielen Problemen, die anstehen, möchte sich Stiftungsratsvorsitzender Matthias Heer fokussieren: Den Gebäudebestand konsolidieren und schlank machen, „selbstbewusst sein und artikulieren, was der Pfarrgemeinderat denkt“. Das soll vor dem Hintergrund einer engagierten Diskussion auf einstimmigen Beschluss des Gremiums jetzt zusammengefasst und an das Ordinariat geschickt werden. Dort hat man, wie Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marga Konn und Pfarrer Loks informierten, bereits agiert. Pfarrer Erich Loks ist mit Vertretern des Pfarrgemeinderats und der Rechnungsstelle am 20. Februar ins Ordinariat eingeladen, um Donaueschinger Vorstellungen zum Gebäudekonzept im Hinblick auf die mittelfristige Entwicklung eines Pastoralzentrums Villingen oder Villingen und Donaueschingen zu erörtern.