Ein Tempolimit brächte Nachteile für beide Städte: Mit dieser Aussage reagiert der CDU-Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei auf den Vorstoß der Grünen der Südbaar. Diese hatten die beiden Verkehrsminister des Bundes und des Landes angeschrieben und gefordert, nach dem Ausbau der Bundesstraße 27 zwischen Donaueschingen Mitte und Hüfingen Wasserturm Tempo 100 eingeführt werden soll.

"Sowohl in meiner früheren Funktion als Oberbürgermeister der Stadt Donaueschingen als auch als Bundestagsabgeordneter habe ich mich lange für den seit Jahrzehnten geforderten Ausbau der stark belasteten B 27 bei Donaueschingen und Hüfingen eingesetzt", teilt Thorsten Frei mit. Entsprechend froh sei er, dass jetzt gebaut wird, denn die Straße verspreche nicht nur ein besseres Fortkommen auf dieser wichtigen Verkehrsachse. Schon jetzt sorge der ausgebaute Zubringer Allmendshofen für eine deutliche Entlastung der Innenstädte Hüfingens und Donaueschingens durch den über den Zubringer abfließenden "Schleichverkehr".

Mit der Forderung der Grünen nach einem Tempolimit geht nun die Diskussion los: "Mit Blick auf den Lärmschutz, Emissionen oder auch die Sicherheit auf den Straßen mag dies eine berechtigte Forderung sein, der Gesetzgeber sieht für solche Straßen aber kein Tempolimit, sondern bekanntlich eine Richtgeschwindigkeit von 130 Stundekilometern vor", so der Abgeordnete. Entsprechend sehe das Regierungspräsidium für diesen Streckenabschnitt keine Tempobegrenzung vor. Und so lange in Deutschland kein generelles Tempolimit gilt, hält Frei nichts von dieser Forderung, soweit nicht Gesichtspunkte der Verkehrssicherheit dafür sprechen. "In Bezug auf Emissionen und Lärmschutz verspricht der Straßenausbau den Bewohnern beider Städte meiner Meinung nach mehr Entlastung, wenn die B 27 leistungsfähig ist und damit auch von den Autofahrern akzeptiert und als Alternative zu den Stadtstraßen genutzt wird."

„In Bezug auf Emissionen und Lärmschutz verspricht der Straßenausbau den Bewohnern beider Städte meiner Meinung nach mehr Entlastung, wenn die B 27 leistungsfähig ist und damit auch von den Autofahrern akzeptiert und als Alternative zu den Stadtstraßen genutzt wird.“Thorsten Frei, <br />CDU-Bundestagsabgeordneter
„In Bezug auf Emissionen und Lärmschutz verspricht der Straßenausbau den Bewohnern beider Städte meiner Meinung nach mehr Entlastung, wenn die B 27 leistungsfähig ist und damit auch von den Autofahrern akzeptiert und als Alternative zu den Stadtstraßen genutzt wird.“Thorsten Frei,
CDU-Bundestagsabgeordneter | Bild: CDU

Am Ende der Ausbaustrecke bei Hüfingen könne aus der Sicht von Thorsten Frei ohnehin nicht viel schneller als 100 Stundenkilometer gefahren werden. Zudem soll hier ein 550 Meter langer Lärmschutzwall zwischen Straße und dem Hüfinger Wohngebiet "Auf Hohen" entstehen. Und im Bereich Donaueschingen sei der Abstand von Straße und Stadt so groß, dass man vielerorts auf Autobahnen ebenfalls auf Tempo 100 begrenzen müsste. "Es wäre also ein aussichtsloses Unterfangen, hier eine Tempobegrenzung einzufordern. Selbst der Geisinger Antrag auf Tempo 100 wurde von der Landesregierung abgelehnt", sagte Frei. Und die seit jüngster Zeit hier geltenden 130 Stundenkilometer würden keinesfalls dem Wunsch der Geisinger entsprechen. "Sie sind ein Mittel gegen illegale Autorennen." Und der Lärmschutz für Bad Dürrheim, den die Grünen als Positivbeispiel aufführen, sei allein dem Kurstadt-Prädikat geschuldet. "Sollten sich nach dem Ausbau und der Freigabe der Straße hinreichende Gründe für ein Tempolimit ergeben, bin ich sicher, dass die Behörden entsprechend handeln werden."

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