"Es tut einem in der Seele weh, wenn man den Storch beobachtet", lautet der einstimmige Tenor in Wolterdingen. Grund: Das ausgetauschte Storchennest entspricht wohl nicht dem Geschmack des Tieres. Beim Kirchturm oder auf dem Dach, wo das alte Nest war, ist er zu sehen. Doch der neue Brutplatz scheint tabu für ihn zu sein. Kommt hier das alte Sprichwort "Einen alten Baum soll man nicht verpflanzen" zum Tragen?

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Viel Aufwand wurde vergangene Woche betrieben, um den Weißstorchbrutplatz zu sanieren. Dies war erforderlich, weil das jahrzehntealte Storchennest infolge von Ablagerungen, Witterungseinflüssen und Materialverbrauch sowohl in artenschutzrechtlicher Hinsicht als auch aus statischen und Verkehrssicherheitsgründen nicht mehr den Anforderungen entsprach.

Der Storchenbeauftragte Manfred Bartler war der Meinung, dass der Umzug keine großen Probleme bereiten werde. Aber die Realität sieht anders aus. Manch Bürger ist auch der Meinung, dass das glänzende Material den Vogel abschreckt.

Bryan Jansa und Simon Seyerle von der Wolterdinger Firma Zwick Holzbau sind bemüht, dem Storchennest ein ansprechendes Äußeres und Inneres zu verpassen. Bilder: Anita Reichart
Bryan Jansa und Simon Seyerle von der Wolterdinger Firma Zwick Holzbau sind bemüht, dem Storchennest ein ansprechendes Äußeres und Inneres zu verpassen. | Bild: Anita Reichart

Auf jeden Fall hat jetzt Ortsvorsteher Reinhard Müller noch einmal alle Zuständigen aufgerüttelt, um für Schadensbegrenzung zu sorgen. Jetzt fuhr der Hubträger nochmals vor, um den feuerverzinkten Nestkorpus mit dunkler Farbe anzusprühen und um das Innere wohnlicher zu gestalten – es wurde mit Geäst aufgefüllt.