Wenn das erste Räum- und Streufahrzeug morgens ab 4 Uhr ausrückt, haben die Stadtbus-Linien, Stadteinfahrten und Brücken Vorrang. Unabhängig von diesen besonderen Strecken, gibt es im Stadtgebiet Kältepole und Schneelöcher, die je nach Witterungsverhältnissen nur durch langjährige Erfahrung zu ahnen sind.

Wetter-App liefert zweimal am Tag

Die Wetterprognose liefere jeden Tag am frühen Morgen und am Nachmittag eine kostenpflichtige App, erläuterte der Leiter der Technischen Dienste (TD), Armin Börnert. Die Umsetzung – ob Räumen, Streuen oder nicht ausrücken – läuft nach Plan. Der begann im Frühjahr mit der Wartung der Fahrzeuge, Auf- und Anbauten. In diesem Winter stehen den TD 15 Fahrzeuge zur Verfügung. Das sind zwei mehr als im Vorjahr. Neun Fremdunternehmer versehen insbesondere in den Ortsteilen den Winterdienst. Allein drei sind in Wolterdingen beschäftigt.

Armin Börnert, Leiter der Technischen Dienste, zeigt auf einer Übersichtskarte, wie die Streu- und Räumstrecken des Winterdienstes verlaufen.
Armin Börnert, Leiter der Technischen Dienste, zeigt auf einer Übersichtskarte, wie die Streu- und Räumstrecken des Winterdienstes verlaufen. | Bild: Wursthorn, Jens

Hat sich die Stadt Ende 2018 eine neue Salzhalle geleistet, um mit einem Vorrat von maximal 1000 Tonnen ohne teure Nachkäufe durch den Winter zu kommen, stand in diesem Jahr die Anschaffung eines zweiten Splittbunkers an. Er ist mit fast 100 Tonnen trockenen Materials gefüllt. Auf diese Eigenschaft legt Börnert Wert. „Natürlich kann man im Winter Splitt zukaufen. Aber der ist nass und klumpt. Kaum einzusetzen für unsere Aufgaben.“

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Zu den technischen Neuanschaffungen gehört auch ein Winterdienst-Unimog, der in seiner Ausstattung auf die Lebensrealität der 40 TD-Mitarbeiter eingeht. „Die Leute meines Teams sind im Schnitt 54 Jahre alt“, sagte Börnert. Der Chef liegt selbst vier Jahre unter diesem Durchschnitt und hat die Gesundheit seiner Mitarbeiter im Blick. Nützliche Anschaffungen verhelfen zu Entlastungen bei der oft schweren körperlichen Arbeit und beeinflussen den Krankenstand. Der weist eine Besonderheit auf. Es sind wenige Ausfälle pro Jahr, die aber dann länger dauern. Beispiel Hüfte. Drei- bis viermal im Jahr muss sich ein TD-Mitarbeiter einer Hüpftoperation unterziehen.

Der neue Winterdienst-Unimog der Stadt geht auf die gesundheitlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter ein. Der niedrige Aufbau des Streugutautomats und die großen Frontscheibe erlauben dem Fahrer eine gute Sicht. Im Hintergrund ist ein Fahrzeug zu sehen, dass schon länger in Betrieb ist.
Der neue Winterdienst-Unimog der Stadt geht auf die gesundheitlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter ein. Der niedrige Aufbau des Streugutautomats und die großen Frontscheibe erlauben dem Fahrer eine gute Sicht. Im Hintergrund ist ein Fahrzeug zu sehen, dass schon länger in Betrieb ist. | Bild: Wursthorn, Jens

Eine Ausstattung, die auf Ergonomie achtet, zahle sich letztlich aus – auch wenn die Anschaffung etwas teurer sei. Diesem Trend entspricht ein neuer Unimog für den Winterdienst. Der Streuautomat sitzt niedrig und ermöglicht dem Fahrer einen guten Blick nach hinten. Die Frontscheibe ist hoch und lässt den Fahrer ohne Verrenkungen die Anbaugeräte und die Straße direkt vor dem Fahrzeug in Blick halten. Mit einem ergonomischen Sitz ist bereits die Kehrmaschine, die von Wolfgang Schmid gesteuert wird, ausgestattet. „Es sind die vielen kleinen Vibrationen, die sich bei einem schlechten Sitz negativ auswirken“, erläuterte Börnert. Und bei einer Fahrtätigkeit über Stunden sei dieser vernüftig ausgestattete rollende Arbeitsplatz ein Mittel Arbeitnehmer länger im Beruf zu halten.

1500 Schneepflöcke mit Muskelkraft in den Boden gerammt

Von einer Erleichterung profitierten in den vergangenen Woche Bernhard Preis und Gerhard Wölfle. Sie sind seit vielen Jahren dafür zuständig, rund 1500 Schneepflöcke im gesamten Stadtgebiet in den Straßenrand zu rammen. Bisher passierte das mit Muskelkraft: eine schwere Arbeit, zumal die Böden der Bankette am Straßenrand sehr hart sind. In diesem Herbst freuten sich die beiden Männer über eine neu angeschaffte hydraulische Hilfe.

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Auch die beiden „Kanaler“ Peter Reiner und Frank Wursthorn haben bei ihren täglichen Kontrollfahrten eine nützliche Hilfe aufgelanden. Mit einem Hebekran können sie Schachtdeckel aus der Verankerung wuchten und aufs Fahrzeug hieven. Bisher mussten sie die mehr als 50 Kilogramm schweren Deckel von Hand bewegen.

Und der Chef selbst? Er freut sich über seinen kleinen Van als Dienstfahrzeug. Dieser verfügt über einen hohen Einstieg. Unumgänglich, wenn man sich zig Male am Tag irgendwohin auf den Weg macht.