Wenn Gottfried Vetter die SPD-Liste für die Kommunalwahl betrachtet, ist er sehr zufrieden: "Wir haben eine gute Mischung aus alten Hasen und jungen, neuen Kandidaten", sagt der SPD-Fraktionssprecher, der das Amt vor etwas mehr als einem Jahr von Wolfgang Karrer übernommen hat. "Unsere Liste ist ein Querschnitt der Gesellschaft", so Vetter.

Sozialdemokraten wollen gestärkt in den Gemeinderat einziehen

Und auch Jens Reinbolz, der nach Karrers Ausscheiden nicht nur in den Gemeinderat nachgerückt ist, sondern von ihm auch die Führung des Ortsvereins übernommen hat, zeigt sich sehr zufrieden. Auch wenn die Kandidatensuche nicht immer einfach gewesen sei, präsentiere sich die SPD mit einer vollen Liste in der Kernstadt und – außer in Neudingen und Hubertshofen – in den Ortsteilen. "Ich freue mich unheimlich, dass wir so gut aufgestellt sind"; sagt auch Peter Rögele, seit 20 Jahren im Gemeinderat. So sei die beste Voraussetzung gegeben, um "möglichst stark in die nächste Legislaturperiode einzuziehen, möglichst noch stärker." Und Stadträtin Sigrid Zwetschke spekuliert auf "ein, zwei Sitze mehr".

Alle Stadträte stehen wieder auf der Liste

Von den amtierenden Gemeinderäten treten alle sechs noch einmal an. Doch keineswegs erhalten diese Kandidaten automatisch die vorderen sechs Plätze. In vielen Gesprächen hat Jens Reinbolz die Wünsche der Kandidaten zusammengetragen, eine Reihenfolge zusammengestellt und sie mit dem Vorstand und der Fraktion besprochen. So ist beispielsweise Zwetschke, mit 32 Jahren dienstälteste Stadträtin in Donaueschingen, auf Platz 14 zu finden, während bereits auf Rang drei mit Markus Meder ein neues Gesicht platziert wurde. "Die Reihenfolge ist nicht festgenagelt", sagt der SPD-Chef, doch seine Mitglieder wollen daran dann doch nichts ändern – auch wenn für jeden Listenplatz nach alternativen Bewerbern gefragt wird.

Doch wie führt der Weg zur SPD?

"Meine Familie ist seit Generationen an die SPD gebunden", erklärt beispielsweise Friedhelm Chudziak, der schon das eine oder andere Mal kandidiert hat. So wie andere eben katholisch oder evangelisch seien, wäre man in seiner Familie Sozialdemokrat. Ähnlich ist es auch bei Arne Isak. Der Nachname des 37-Jährigen ist in der Baaremer Kommunalpolitik bestens bekannt, sitzt doch sein Vater Reinhard Isak bereits seit 30 Jahren im Hüfinger Gemeinderat und tritt dort auch ein weiteres Mal an.

Kandidaten wollen etwas verändern

Und auch wenn einige Kandidaten noch nicht Mitglied in der SPD sind, könnte die Kommunalwahl durchaus auch für einen Mitgliederzuwachs sorgen, denn etliche Kandidaten liebäugeln bereits mit einem Parteibuch. "Ich habe noch nie etwas anderes gewählt als die SPD und deshalb bin ich froh, dass ich von ihr angesprochen worden bin", erklärt Kai Scheffler. Gebürtig im Ruhrpott steht der 39-Jährige zu seinem "großen Maul". Deswegen sei er wohl auch angesprochen worden. "Wenn man's nicht selbst anpackt, dann kann man es auch nicht ändern." Und dieser Wille, etwas zu ändern, ist nicht nur bei ihm vorhanden. "Mein Ziel ist es, etwas zu bewegen und etwas zu erreichen", sagt die 39-Jährige Maria Carmela Finelli.

Bea Hoffmann-Heyden: Es ist eine Ehre von der SPD gefragt zu werden

Und auch Bea Hoffmann-Heyden, Geschäftsführerin der Alten Hofbibliothek möchte "sehr gern und sehr viel für Donaueschingen tun". Der gebürtigen Münchnerin, die in der Vergangenheit viel umgezogen ist, ist in den vergangenen sechs Jahren die Stadt ans Herz gewachsen: "Ich möchte etwas Sinnvolles für die Stadt tun und das ordne ich der SPD zu", so Hoffmann-Heyden. Für sie ist es "eine Ehre, von der SPD gefragt worden zu sein", ob sie kandidieren wolle.

Christina Suppanz: Das Soziale ist ihr wichtig

Für Christina Suppanz, die für Wolterdingen antritt, ist vor allem der erste Buchstabe der SPD ausschlaggebend. "Mein Herz schlägt für die Schwachen und mir ist es wichtig, dass es fair zugeht", sagt die 59-Jährige, die schon immer am politischen Geschehen interessiert war und in dieser Beziehung von ihrem Vater geprägt wurde. Bereits seit 30 Jahren tritt Ursula Fleischmann-Frese für die SPD in Aasen an. "Auch wenn Aasen fest in CDU-Hand ist, möchte ich dem Wähler eine Alternative bieten", sagt die 70-Jährige. Ähnlich geht es auch Michael Kling, der im Nachbarort Heidenhofen kandidiert.

Gottfried Vetter präsentiert die wichtigsten Themen

Zur Einstimmung auf die zukünftige kommunalpolitische Arbeit präsentierte Gottfried Vetter die Punkte, "die uns bewegen und uns auch in den kommenden Jahren beschäftigen werden." Angefangen beim Verkehrskonzept, das noch einmal – obwohl noch gar nicht viel umgesetzt worden sei – diskutiert werden müsse, über den Stadtbus, bei dem er die Diskussionen nicht verstehen könne, aber ein Ein-Euro-Ticket begrüßen würde, bis hin zur Konversion: Und hier möchte die SPD eigene Schwerpunkte setzen. "Im mittleren Teil muss auch preisgünstiger oder sozialer Wohnraum entstehen", fordert Vetter. Denn es müsste auch Angebote in der Stadt geben, bei denen die Kaltmiete unter zehn Euro pro Quadratmeter liege, so dass es sich auch Menschen mit einem mittleren Einkommen leisten könnten.

SPD-Fraktion prüft kostenloses Kindergartenjahr

Und aktuell beschäftigt sich die SPD-Fraktion auch mit der Möglichkeit des kostenlosen Kinderbetreuungsangebotes. "Wir prüfen gerade die Zahlen und ob das erste oder das letzte Kindergartenjahr gebührenfrei möglich wäre", so der Fraktionssprecher. Der Realschulneubau, die Schulsozialarbeit und die Sanierung des Parkschwimmbades sind ebenso Themen, mit denen sich die SPD beschäftigen möchte, wie der Wirtschaftsstandort Donaueschingen und die Personalsituation im Rathaus. "Wir hatten das Thema schon unter Thorsten Frei angesprochen, ich wurde damals allerdings abgebügelt", so Vetter. Mittlerweile seien glücklicherweise die "anderen Fraktionen zu Potte gekommen" und auch die Verwaltung hätte sich das Problem eingestanden.

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Mit diesen 29 Kandidaten tritt die SPD bei der Kommunalwahl für den Gemeinderat an

Mit diesen Kandidaten tritt die SPD für den Donaueschinger Gemeinderat an.

  • Kernstadt: Jens Reinbolz (43 Jahre) Diplom-Pädagoge, Schulsozialarbeiter; Martina Wiemer (60) Sozialfachwirtin Pflege; Markus Meder (38) Planer Medientechnik; Maria Carmela Finelli (39) Betriebswirtin Marketing; Peter Rögele (65) Lehrer i.R.; Bea Hoffmann-Heyden (43) Geschäftsführerin Alte Hofbibliothek; Kai
    Scheffler (39) Berufskraftfahrer; Heike Algie (34) Buchhändlerin; Daniel Franke (31) Anlagen- und Maschinenführer; Hanife Yazici (43) Industriekauffrau, Klinik- und Gefängnisseelsorgerin; Peter Rausch (60) Angesrtellter; Ruth Schütz-Zacher (38) Realschulkonrektorin; , Markus Schütz (43) Realschullehrer; Sigrid Zwetschke (71) Buchhalterin; Friedhelm Chudziak (69) Diplom-Psychologe i. R.; Cornelia Kiefer (67) Lehrerin i.R.; Alfred Westhauser (64) Jurist i.R.; Adelheid Schlömer-Karrer (65) Sonderschullehrerin i.R.; Jens Langenbacher (30) Student.
  • Aasen: Ursula Fleischmann-Frese (70) kaufmännische Angestellte i.R..
  • Grüningen: Michael Böhm (50) Finanz- & Versicherungsmakler;, Ralf Fien (53) Medizinprodukteberater.
  • Heidenhofen: Michael Kling (54) Bautechniker, Leiter Ausbildungszentrum.
  • Hubersthofen: kein Bewerber
  • Neudingen: Kein Bewerber
  • Pfohren: Gottfried Vetter (66) Ingenieur; Tamara Fricker (36) Diplom-Verwaltungswirtin; Marcel Wolf (22) Dachdecker.
  • Wolterdingen: Christina Suppanz (59) Physiotherapeutin; Arne Isak (37) Gesundheits- und Krankenpfleger; Georg
    Köhler (55) Sanitär- und Umwelttechniker.

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