In Neudingen beginnt die dorfgestalterische Weiterentwicklung am 2. September. Ortsvorsteher Klaus Münzer ist froh, dass mit der Baustelleneinrichtung fünf Jahre nach den ersten Überlegungen das Projekt Rathausplatzerneuerung startet.

Ortsvorsteher Klaus Münzer erläutert die Rathausplatzneugestaltung auf Basis des Planentwurfs. Bilder (3): Rainer Bombardi
Ortsvorsteher Klaus Münzer erläutert die Rathausplatzneugestaltung auf Basis des Planentwurfs. Bilder (3): Rainer Bombardi | Bild: Rainer Bombardi

Der Gemeinderat hatte es stets befürwortet, aufgrund fehlender Zusagen an Fördermitteln jedoch immer wieder verschoben. Nun gibt der Förderbescheid des Landes in Höhe von rund 120 000 Euro aus dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR) den Ausschlag für den Start der Neugestaltung des Rathausplatzes. Der Platz ist auch unter dem Namen Schulhof vielen Neudingern noch bestens bekannt – und zwar aus der Zeit, als es in Neudingen eine eigene Schule gab.

Investition in Höhe von 450 000 Euro

Die Gesamtmaßnahme umfasst Investitionskosten in Höhe von 450 000 Euro. Sie setzt einerseits Sicherheitsvorschriften um und dient andererseits der baulichen und gestalterischen Aufwertung. Zudem erhalten die Neudinger auf diese Weise eine Art Dorfzentrum, das es so zuvor nicht gab.

Vereinzelte Bedenken

Froh ist Münzer auch über den Einklang, den er mit der Musikkapelle Neudingen vor wenigen Tagen erzielte. Vereinzelt gab es Bedenken, die Neugestaltung könnte derart umfassend sein, dass es in Zukunft nicht mehr möglich wäre, das bayerische Wochenende durchzuführen. „Doch das war nie die Absicht“, beruhigt Münzer, dass das Sommerfest der Musikkapelle an seinem bisherigen Veranstaltungsort weiterbestehen kann.

In großer Sorge, ob das bayerische Wochenende der Musikkapelle an seinem bisherigen Standort weiter bestehen kann, ist Vorsitzender Werner Gieray.
In großer Sorge, ob das bayerische Wochenende der Musikkapelle an seinem bisherigen Standort weiter bestehen kann, ist Vorsitzender Werner Gieray. | Bild: Wursthorn, Jens

Ob sich der Musikkapelle-Vorsitzende Werner Gieray und die anderen Skeptiker damit langfristig zufriedengeben, muss sich noch in den kommenden Jahren nach dem ersten Fest im neuen Ambiente zeigen.

Stadtrat Hermann Widmann ist ein Befürworter der Umgestaltung und überzeugt, dass er dort weiterhin während den bayrischen Wochenenden mitfeiert.
Stadtrat Hermann Widmann ist ein Befürworter der Umgestaltung und überzeugt, dass er dort weiterhin während den bayrischen Wochenenden mitfeiert. | Bild: Rainer Bombardi

Die Neugestaltung ist zwar umfassend, aber dem Feiern von Festen steht sie nicht im Wege. Auf Basis des Bauplans erläutert Münzer die bevorstehenden Maßnahmen, die bis zum Jahresende abgeschlossen sein sollen.

Neue Treppe mit Handläufen

Von den beiden Gehwegen, die von der Längestraße in Richtung Rathaus führen, wird das westliche, in Richtung Kirche liegende Trottoir zu einer Treppe mit beidseitigem Handlauf und Granitblockstufen umgestaltet.

Ziemlich steil ist bisher die Zufahrt von der Längestraße zum Rathaus. Die Neugestaltung der Zuwegung sieht künftig sowohl eine Rampe als auch eine Treppenanlage vor.
Ziemlich steil ist bisher die Zufahrt von der Längestraße zum Rathaus. Die Neugestaltung der Zuwegung sieht künftig sowohl eine Rampe als auch eine Treppenanlage vor. | Bild: Wursthorn, Jens

Die Umgestaltung erleichtert den Fußgängern die Begehbarkeit auf einem Weg, der bislang eine 23-prozentige Steigung aufweist. Behindertengerecht wird der östliche Zugang als Rampe bis zum Rathaus gestaltet, das mit einem neuen Treppenaufgang und über eine weitere kleinere Rampe problemlos erreicht werden kann.

Asphaltfläche notwendig

Der Belag des Rathausvorplatzes besteht aus einer Asphaltfläche, die in unterschiedlicher Breite von einem Natursteinpflasterareal eingefasst ist. Auch für die Stellplätze vor dem Rathaus wählte das Planungsbüro Natursteinpflaster als Belag. Dort gibt es in Zukunft auch einen Parkplatz für Fahrzeuglenker mit Behindertenausweis.

Wendemöglichkeit unverzichtbar

Eine Asphaltfläche in die Gestaltung mit einzubeziehen war notwendig, da der Platz den Lastwagenfahrern, die den dortigen Gewerbebetrieb anfahren, sowie den Anwohnern und Rathausbesuchern die einzige Wendemöglichkeit bietet. Verteilt um den Rathausvorplatz gibt es mehrere Sitzbänke und vor der Halle ein Sitzpodest, an das sich entlang der Grenze zur Kirche eine Abstellmöglichkeit für Fahrräder anbietet.

Demontierbare Ausstattung

Sowohl Fahrradständer als auch Sitzpodest sind je nach Bedarf demontierbar – etwa, wenn Platz für eine Festveranstaltung auf dem Rathausplatz geschaffen werden muss. Weitere Sitzmöglichkeiten und Bepflanzungen lockern das Erscheinungsbild des Platzes auf.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Ablauf der Arbeiten soll zügig vorangehen, weshalb der Schul- und Rathausvorplatz ab dem 2. September für den Fahrzeugverkehr gesperrt ist. Auch die beiden Zuwegungen sind von der Längestraße aus nicht mehr passierbar. Ortsvorsteher Münzer verweist darauf, dass Eltern ihre Kinder über den Seiteneingang in den Kindergarten bringen müssen.

Der zur Mehrzweckhalle gehörende Parkplatz ist nicht mehr zugänglich, da dort während der gesamten Umbauzeit diverse Baumaschinen und Baumaterialien lagern.