Wenn in Bräunlingen das Kilbig-Wochenende ansteht, heißt es auch in Wolterdingen wieder „Üben und löschen“ – und dies nun schon zum 40. Mal. Auch nach der langen Zeit ist dieser Termin nicht mehr aus dem heimischen Veranstaltungskalender wegzudenken. Wie dieses (Keller)-Herbstfest jedoch zustande kam, passt einfach zu der Veranstaltung.

„Das schaffen wir auch“

Die zündende Idee entstand aus einer Feierlaune heraus: „In geselliger Runde bei einem Ausflug der heimischen Feuerwehr nach Tirol saß man in einer schnuckeligen Gewölbewirtschaft, von der alle Anwesenden schwärmten“, erzählt Feuerwehr-Altersmannschaftsmitglied Norbert Ruf. Er war seinerzeit mit dabei. Prompt habe sich der damalige stellvertretende Kommandant Josef Schropp zu Wort gemeldet und mit lockerer Zunge behauptet: „So was schaffen wir auch.“ Ja, und da an diesem Tisch auch Karl-Heinz Käfer und seine Ehefrau Resli saßen, und diese zufällig einen Gewölbekeller unter ihrem Anwesen gegenüber dem Rathaus hatten, kam die Angelegenheit dann auch ins Rollen.

Bis heute hat sich im Gewölbekeller außer dem Mobilar nicht viel verändert.
Bis heute hat sich im Gewölbekeller außer dem Mobilar nicht viel verändert.

Bis der Raum dann aber hergerichtet war, bedurfte es noch viel Arbeit. Es gab einen gewachsenen Boden und dort lagerten Kartoffeln, das Jahr über. Diese wurden ausgelagert, Der Boden wurde betoniert, Drainagen verlegt und Wände angestrichen. Die Wandbilder zeichnete Hilde Münzer. Anfangs sei das Essen noch in der Küche der Hausherrin vorbereitet worden. „Doch damit dies dann auch in den Keller gebracht werden konnte, mussten die Bewohner des Zwischenraumes, dies waren damals noch Schweine, in einen Bauernhof schräg gegenüber ausquartiert werden“, erzählt Norbert Ruf mit einem verschmitzten Lachen im Gesicht. Doch der „Duft“ sei schon etwas geblieben, fügt er schmunzelnd hinzu.

Das erste Keller-Herbstfest der Wolterdinger Feuerwehr im schön hergerichteten Gewölbekeller der Familie Käfer.
Das erste Keller-Herbstfest der Wolterdinger Feuerwehr im schön hergerichteten Gewölbekeller der Familie Käfer.

Das alles wäre in der heutigen Zeit nicht mehr möglich, denn das Veterinäramt würde da die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Und so wurde mit der Zeit dann auch von Käfers eine separate Küche eingebaut, die Heizung umgebaut und alles nach den Hygienevorschriften instandgesetzt. Die Bar befand sich im Gang.

Eine Woche lang haben die Mitglieder der Feuerwehr zu tun, bis alles für die viertägige Veranstaltung gerichtet ist.
Eine Woche lang haben die Mitglieder der Feuerwehr zu tun, bis alles für die viertägige Veranstaltung gerichtet ist.

Nach Fertigstellung konnte im Oktober 1980 das erste viertägige Herbstfest dieser Art im „Florians Keller“ wie er getauft wurde, veranstaltet werden. Und dies war gleich ein voller Erfolg: Die Räume waren immer voll besetzt, Livemusik trug zum guten Gelingen bei. Trotz der tiefen Gewölbe mit den weiß getünchten Wänden strahlte die Kelleratmosphäre eine besondere Wärme aus, die von den Besuchern als angenehm empfunden wurden. Nach dem großen Premierenerfolg bekam die Wehr dann zwei Jahre später auch den angrenzenden Kellerraum der Nachbarfamilie Othmer und so konnte mehr Platz geschaffen werden. Dieser Raum wird seither als Bar genutzt. Großen Anteil an den Baumaßnahmen hatten Karl Streck, Lothar Schropp, Norbert Ruf, Karlheinz Börsig, Waldemar Ruf, Anton Durler und Heiner Dury.

Im Gang des Kellers befindet sich 1980 noch die Bar.
Im Gang des Kellers befindet sich 1980 noch die Bar.

Die Wolterdinger Feuerwehr ist sich auch bewusst, dass sie den Familien Käfer und Othmer dankbar sein muss, dass diese jedes Jahr aufs Neue vier Tage lang den Trubel ertragen. Karlheinz Käfer allerdings ist schon vor ein paar Jahren verstorben und auch seine Ehefrau Resli kann dieses Jahr nicht im Gewölbekeller mitfeiern, da sie leider im Krankenhaus weilt.

Programm

Freitag, 18. Oktober: 17 Uhr Fassanstich. Ab 21 Uhr ist dann auch die Bar mit Bad Taste Party geöffnet. Der Samstag, 19. Oktober, beginnt gegen 14 Uhr mit dem Höhepunkt: der Herbstprobe im Sägewerk Schmiederer. Aufgrund des besonderen Anlasses wird die Probe in einem etwas größeren Umfang als sonst abgehalten. Unter anderem werden die Abteilung Stadt Donaueschingen, die Abteilung Stadt Bräunlingen, die Abteilung Hubertshofen sowie die Führungsgruppe C des Städtedreiecks Donaueschingen, Hüfingen und Bräunlingen die Wolterdinger unterstützen. Danach wird der Keller wieder geöffnet. Im vorderen Keller sorgt am Abend ein Alleinunterhalter für Stimmung, die Bar ist ab 21 Uhr mit DJ zur 80er/90er-Party offen. Am Sonntag, 20. Oktober, findet ab 11 Uhr der Frühschoppen statt. Reichhaltiger Mittagstisch, Kaffee und Kuchen sind geboten. Am Kilbig-Montag öffnet der Keller ab 16 Uhr zum Handwerkervesper. Baröffnung um 21 Uhr. (rei)