Perusco heißt der Kaffee, den die Schüler des Wirtschaftsgymnasiums direkt von peruanischen Bauern importieren, rösten und in Donaueschingen verkaufen. Nachhaltigkeit ziehe sich durch die gesamte Lieferkette, teilt die Schule in einem Pressebericht mit. Dafür wurde die Schülergenossenschaft nun von Staatssekretär Andre Baumann vom Umweltministerium ausgezeichnet. Im Festvortrag vor den Preisträgern unterstrich der Wissenschaftler und Buchautor Professor F.J. Radermacher den engen Zusammenhang von Bildung, Wissenschaft und Nachhaltigkeit für eine Welt mit Zukunft.

Mit dem Förderverein Villa Milagrosa fing alles an

Bereits vor über zehn Jahren gründeten ehemalige Schüler des Wirtschaftsgymnasiums den Förderverein Villa Milagrosa, der eine Schule sowie ein Ökologieprojekt in Peru betreibt. Die jahrelange Unterstützung der Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schulen (KHS) Donaueschingen mündete nun in ein vollkommen neues Projekt.

Peruanische Kaffeebauern Verlierer bei konventionellem Handel

Kaffee wird sonst von großen Konzernen teils mit fragwürdigen Methoden importiert und vermarktet. Die Schüler der KHS wollten das besser machen – wenn auch im kleinen Maßstab. Die Region Alto Mayo im peruanischen Hochland ist ein hervorragendes Arabica-Anbaugebiet. Trotzdem fällt es den dortigen Kaffeebauern schwer, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Ein großer Teil der Einnahmen wird für Pestizide ausgegeben. Der Export ist fest in der Hand der Zwischenhändler, die wiederum von den großen Röstereien nur den relativ niedrigen Weltmarktpreis erhalten. So bleibt für die örtlichen Kaffeebauern wenig übrig.

Ökologische Anbaumethoden ohne Pestizide

Hier setzt das Donaueschinger Projekt an. Nach einer Schulung durch das Ökologieprojekt Permaverde stellten die Kaffeebauern auf ökologische Anbaumethoden um, wodurch die umliegende Natur geschützt wird und ein hochwertigeres Produkt entsteht. Dies gelingt, indem man bewusst auf Pestizide verzichtet, schonend mit Wasser umgeht oder bei der Bepflanzung der Fläche auf Diversität achtet.

Örtliche Kaffeeröster unterstützen das Schüler-Projekt

Die Schüler verglichen Speditionsangebote und organisierten die Zollabwicklung. Um aus der Rohware guten Café-Crème zu machen braucht es einen guten Röster, der noch handwerklich rösten kann. Hier fanden die Schüler viel Unterstützung bei Helmut Scholl von Donau Caffee sowie Klaus Langen von Langen Kaffee. Für den Vertrieb setzen die Schüler auf eine Mischung aus Direktvertrieb an der Schule und im Bekannten- und Freundeskreis, auf den örtlichen Einzelhandel sowie auf den eigens programmierten Onlineshop.

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