Wer über mehrere Jahre zu ähnlichen Zeiten an der Musikhochschule Trossingen ausgebildet worden ist, kennt sich meistens. So auch die Klarinettistin Julia Guhl, die Pianistin Ye-Ran Kim und die Cellistin Izumi Fujii. Als Gassenhauer-Trio haben sie das ausverkaufte Schlosskonzert des Lions-Clubs bestritten. Es diente wieder als Benefizveranstaltung zugunsten der Interessengemeinschaft Multiple Sklerose Erkrankter Donaueschingen.

Glinka, Bruch und Juon auf dem Programm

Das Programm widmete sich zunächst dem "Trio pathétique d-Moll" des russischen Komponisten Michail Glinka, dann zweien der "Acht Stücke" aus op. 83 von Max Bruch sowie den "Trio-Miniaturen" op. 18 Nr. 3 des zuweilen als "russischer Brahms" apostrophierten Paul Juon. Dieser kaum noch im Konzert zu hörende Tonschöpfer war übrigens Enkel eines aus wirtschaftlicher Not nach Russland ausgewanderten Graubündner Zuckerbäckers.

Das Gassenhauer-Trio mit Julia Guhl (von links), Ye-Ran Kim und Izumi Fujii interpretiert im Schloss als Zugabe den dritten Satz aus Mozarts Kegelstatt-Trio.
Das Gassenhauer-Trio mit Julia Guhl (von links), Ye-Ran Kim und Izumi Fujii interpretiert im Schloss als Zugabe den dritten Satz aus Mozarts Kegelstatt-Trio. | Bild: Gunter Faigle

Bemerkenswert respektable Instrumentalistinnen

Die Musikerinnen präsentierten sich bei allen drei Werken als bemerkenswert respektable Instrumentalistinnen. Julia Guhl pflegte über weite Strecken einen warmen Klarinetten-Ton und ging Pianopassagen mit behutsamem bläserischen Ansatz an. Temporeiche Läufe waren bei ihr gut ausbalanciert und Kantilenen gestalteten sie weit durchgeatmet. Ihre Freude an dynamischer Intensität drang allerdings bis zu Juons feinsinniger "Träumerei" vor.

Filigranes Figurenwerk mit ruhiger Lockerheit

Mit viel Neigung zum expressiven Cello-Vibrato, mit spielerisch konzentriertem Engagement und mit ungewöhnlich ausgeprägtem Sinn für die ästhetische Akzentuierung einzelner Töne zeigte sich Izumi Fujii. Beträchtliche pianistische Aufgaben hatte Ye-Ran Kim zu erledigen, die sich kammermusikalisch überzeugend ins Ensemble einfügte. Obwohl sie den mächtigsten Instrumentalpart versah, spielte sie sich an keiner Stelle in den Vordergrund und formte filigranes Figurenwerk mit ruhiger Lockerheit.

Frische und Lebendigkeit

Zum interpretatorischen Höhepunkt des Abends wurde das gut zugängliche Trio B-Dur op.11 von Ludwig van Beethoven, das schon früh den Beinamen "Gassenhauer-Trio" bekommen hat. Seine Frische, seine Lebendigkeit und auch sein Humor begeisterten das Publikum im Schloss.

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