Den 60er Jahre-Look hat das Finanzamt Donaueschingen, dessen Sanierung bereits seit 2014 läuft, erhalten – innen hingegen wurde viel getan, um das Gebäude vor allem energetisch wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Vor allem galt es, Sicherheitsmängel zu beheben, denn der Brandschutz des Gebäudes war alles andere als auf dem aktuellen Stand. Am markantesten für die Optimierung des Brandschutzes dürfte dabei die große Feuertreppe hervorstechen, die am rechten Hauptgebäude-Teil angebracht wurde.

Nachdem nun die beiden ersten Bauabschnitte A und B fertig gestellt wurden, steht die Sanierung des Abschnittes C, des Sitzungssaales, an. Die Fertigstellung ist bis Ende des Jahres geplant. "Das ist ein sehr sportliches Ziel", so die Architektin Ela Dünkelsbühler vom Amt für Vermögen und Bau Baden-Württemberg. Die Zeit sitzt den Planern im Nacken. Denn nachdem es mit einer Firma Probleme gab und die Zusammenarbeit beendet werden musste, geriet der Zeitplan mächtig ins Stocken. "Die Arbeiten sollten eigentlich schon abgeschlossen sein. Nun dauert es noch bis Ende des Jahres", erklärt die Architektin.

Auch die eine oder andere böse Überraschung hat sich bei der Sanierung des Finanzamtes ergeben. In einem Raum im Hauptgebäude wurde Asbest gefunden – im Sitzungssaal neben Asbest auch schädliche Mineralfasern und ein teerhaltiger Parkettkleber. "Diese Schadstoffe haben zu keinem Zeitpunkt die Besucher des Sitzungssaales gefährdet. Es ist nun für die Arbeiter wichtig, dass dies richtig bearbeitet wird, damit niemand mit den giftigen Stoffen in Kontakt kommt", weiß Dünkelsbühler. Für den Ausbau wird eine Spezialfirma beauftragt. Estrich und Parkett werden ersetzt. Hierfür entstünden zwar deutliche Mehrkosten, doch dank Einsparungen in den Bauabschnitten A und B könne das Budget von 3,6 Millionen Euro trotzdem eingehalten werden, ist die Architektin überzeugt.
 

Mit der Sanierung der Abschnitte A und B sind die Planer sehr zufrieden. Alles habe reibungslos funktioniert. Das erklärte Ziel der Architektin, den Charme des 60er-Jahre Baus zu erhalten und die Optik am Gebäude trotzdem moderner zu gestalten, sei erreicht worden. Der Sitzungssaal wird ebenfalls energetisch und brandschutztechnisch auf den neuesten Stand gebracht.

Für die Kunden des Finanzamtes hat sich nichts geändert. Die zentrale Anlaufstelle für Informationen befindet sich wieder an ihrem vorherigen Platz und kann über die große Treppe am Haupteingang erreicht werden. In das Gebäude A wird in Kürze auch eine Zweigstelle des Schulamtes einziehen. Das Amt für Vermögen und Bau ist daran interessiert, dass in Verwaltungsgebäuden möglichst auch alle Räume ausgenutzt werden. "Das Schulamt benötigte weitere Büros und im Finanzamt war der nötige Platz vorhanden", erklärt Dünkelsbühler.

Sanierung in Abschnitten

Das Gebäude, das sich seit 1988 im Besitz des Landes befindet und seitdem das Finanzamt beherbergt, wird in drei Abschnitten energetisch und brandschutztechnisch saniert:

  • Gebäude A: Der hintere große Gebäudekomplex wurde als erstes saniert. Die Arbeiten hierfür starteten im Frühjahr 2013.
  • Gebäude B: Der zweite Bauabschnitt konnte am 1. Mai fertig gestellt werden. Die zentrale Informationsstelle ist wieder an ihrem ursprünglichen Platz zurückgekehrt, nachdem diese in den Gebäudeteil A während der Sanierung umgezogen war.
  • Gebäude C: Der Sitzungssaal ist der letzte zu sanierende Bauabschnitt im 3,6-Millionen-Euro-Projekt. Er sollte schon im Mai fertig gestellt sein und wird nun bis Ende des Jahre fertig saniert. (maf)