Lange hat die SPD-Fraktion mit sich gerungen: Die Frage, wie der Generationenwechsel an der Spitze des Gemeinderates vollzogen werden könnte, war nicht einfach zu beantworten. Den Ortsverein in jüngere Hände zu übergeben, war nicht so die Herausforderung.

Für die Nachfolge von Wolfgang Karrer stand schon der junge Jens Reinbolz parat, der durch Karrers Ausscheiden auch im Gemeinderat nachrücken sollte. Doch die Führung der Fraktion gleich einem Gemeinderatsneuling in die Hände zu geben, schien zu gewagt – auch Reinbolz selbst.

Und so übernahm Gottfried Vetter, der eigentlich etwas kürzer treten wollte und schon sein Amt als Pfohrener Ortsvorsteher abgegeben hatte, die Aufgabe.

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Doch schon in den vergangenen Monaten hat sich gezeigt, dass mit Reinbolz auch die Zukunft des Ortsvereins und der kommunalpolitischen Arbeit gesichert ist. Die Sozialdemokratie auf dem absteigenden Ast? In Donaueschingen zumindest scheint das nicht so.

Durchaus präsentiert die SPD hier eine gut gefüllte Liste. Dass das aber kein Baaremer Phänomen ist, – auch die Hüfinger Sozialdemokraten wissen sich gut zu positionieren – zeigt der Blick nach Bräunlingen.

Nach dem Tod von Karl-Heinz Schaaf, der nicht nur Urgestein der Sozialdemokraten und der Kommunalpolitik war, sondern auch eine wahre Identifikationsfigur, befindet sich die SPD dort auf Schlingerkurs.

Mit gerade einmal fünf Kandidaten präsentieren sich die Sozialdemokraten mit der kleinsten Liste für die Kommunalwahl in Bräunlingen. Das zeigt, wie wichtig Galionsfiguren sind. Diese Position kann Jens Reinbolz ausfüllen.

Schon die ersten eineinhalb Jahre hat die SPD sich in Aufbruchsstimmung gezeigt. Ihre Stimme im Gemeinderat ist deutlich geworden – und nicht nur, was das akustische anbelangt. Weit über die ewigen, bislang aber noch nicht umgesetzten Rufe der SPD-Fraktion, die eine Sanierung des Parkschwimmbades fordern und die obligatorischen Erhöhung der Gewerbesteuer hinaus.

Dass aber auch noch Luft nach oben ist, räumt Fraktionssprecher Vetter ein. Beim Verkehrskonzept hätte die SPD-Fraktion wesentlich eindeutiger und einheitlicher Stellung beziehen sollen.

Aktuell fordern die Donaueschinger Sozialdemokraten die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im neuen Stadtviertel „Am Buchberg“ und haben berechnet, was die Stadt ein kostenloses Kindergartenjahr kosten würde.

Wenn es um solche Themen geht, treten der SPD-Chef Jens Reinbolz und der Fraktionschef Gottfried Vetter gemeinsam auf und präsentieren sich als eingespieltes Team. Vielleicht war die Frage nach der Karrer-Nachfolge nicht einfach zu beantworten, aber sie wurde gut beantwortet.

 

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