Wohin mit den Autos? Wann immer es in Donaueschingen um das Thema Verkehr geht, ist man auch ziemlich schnell beim Thema Parken. Da gibt es den Parksuchverkehr: Autofahrer, die in der Innenstadt so lange im Kreis fahren, bis sie direkt vor dem Geschäft einen Parkplatz finden. Gerade die Max-Egon-Straße und die Zeppelinstraße bieten sich dazu an. Deshalb wollen die Verkehrsplaner auch die Einbahnstraßen drehen, damit das im Kreis fahren nicht mehr so attraktiv ist. Und dann noch die Autos, die vor den Geschäften stehen und den Blick auf die Schaufenster versperren.

Bild: Schönlein, Ute

Als Lösung wurde in der Vergangenheit oft und gerne das Parkdeck, das hinter dem blauen Rathaus entstehen soll, angeführt. Doch wann wird es kommen? In der mittelfristigen Finanzplanung ist es zwar für 2020 aufgeführt, doch das wird wohl nichts. Erst einmal soll der vorhandene Parkplatz umgestaltet werden, sodass Autofahrer ihn sowohl von der Villinger als auch der Mühlenstraße anfahren können. Jedoch soll verhindert werden, dass gleichzeitig ein Schleichweg geschaffen wird. Einfach nur einen Zaun aufstellen, reicht laut OB Erik Pauly nicht. Denn das Provisorium müsse mindestens ein Jahr halten

Parkdeck soll nur gebaut werden, wenn auch Bedarf vorhanden ist

In der Zeit können dann auch Rathausmitarbeiter aus dem Fenster schauen und hervorragend Autos zählen. Und eruieren, ob denn überhaupt ein Bedarf an weiteren Parkplätzen überhaupt nötig ist. Aktuell wird der Parkplatz nicht wirklich genutzt. Bleibt das so, könnte das durchaus eine Argumentationshilfe gegen einen Parkdeck-Bau sein. „Sollte sich zeigen, dass die Parkplätze dann ausreichen, macht ein Parkdeck wenig Sinn“, sagt Pauly vor zwei Wochen. So hört sich eine frühzeitige Weichenstellung an. Schließlich ist das Projekt, das aktuell mit zwei Millionen in der Finanzplanung steht, auch nicht gerade ein kleiner Posten für die Stadt, die in den kommenden Jahren den 30-Millionen-Realschul-Neubau stemmen muss. Die Entscheidung liegt letztendlich allerdings beim Gemeinderat.

Mit mehr als zwei Millionen Euro ist das Parkdeck hinter dem Rathaus nicht gerade günstig.
Mit mehr als zwei Millionen Euro ist das Parkdeck hinter dem Rathaus nicht gerade günstig. | Bild: Wursthorn, Jens

Allerdings war das Parkdeck auch immer als Argumentation für die Sanierung der südlichen Innenstadt herangeführt worden. Denn dieser Bereich soll ordentlich aufgehübscht werden und da parkende Autos nicht in den Bereich gesteigerte Aufenthaltsqualität gehören, soll auch die Zahl der Parkplätze reduziert werden. Bei der Vorstellung der ersten Planungen war die Rede von 60 Parkplätzen, die wegfallen sollen. Gegen den ersten Aufschrei von Händlern und Anwohnern wurde das Argument angeführt, dass ja dann als Alternative das Pardeck zur Verfügung stehen würde.

Das könnte Sie auch interessieren

Was allerdings in Angriff genommen werden soll, ist ein Parkleitsystem: Mit Schildern könnte dafür gesorgt worden, dass Autofahrer zukünftig besser zu den Parkplätzen finden. Vielleicht sogar ganz modern mit einer Anzeige, wo noch wie viele Parkplätze zur Verfügung stehen, dass der Autofahrer gleich ganz gezielt einen Parkplatz ansteuern kann? Schon oft haben die Stadträte so eine Beschilderung gewünscht und auch die Verwaltung hat sich dem Thema nun verschrieben.

Cityring und Parkplätze sollen ausgeschildert werden

Denn bei der letzten Entscheidung zum Verkehrskonzept, bei der auch die Einbahnstraße an der Stadtkirche und der Moltkestraße abgeschafft wurde, war auch die Beschilderung Thema. Mittelfristig ist es das Ziel, unter Einbeziehung der B 27 und des Zubringers Allmendshofen, also nach dem geplanten Bau des Kreisverkehrs und der Sanierung der Georg-Mall-Brücke, einen „Cityring“ auszuschildern. Die Hoffnung ist, so den Durchgangsverkehr aus der Innenstadt herauszubekommen. Gleichzeitig soll laut Verwaltung geprüft werden, wie sich die Beschilderung hinsichtlich eines Parkleitsystems verbessern lässt.

Das könnte Sie auch interessieren

Für Touristen gibt es schon ein entsprechendes Leitsystem – nämlich auf einem Stück Papier mit dem schönen Titel „Kostenfreie Parkplätze in der Stadt“. Den Flyer kennen nicht nur die Gäste, sondern auch mittlerweile Bürgermeister Severin Graf. Nachdem Tourismus-Chef Andreas Haller erwähnt hatte, dass es eine solche Auflistung für jeden in der Tourist-Info gibt, hat Graf sich gleich einmal einen eigenen besorgt. Sein Fazit: „Wenn man alles zusammenzählt, kommen wir auf 800 bis 1000 Parkplätze, von denen es weniger als fünf Minuten in die Stadt sind.“ Das Problem sei nicht, dass die Stadt zu wenig Parkplätze habe, sondern dass man sie nicht findet.