Die Windenergie soll ihren Teil zur Energiewende in Deutschland beitragen. Zwar gilt Baden-Württemberg im Vergleich zum Norden als Schwachwindland, doch auch hier sollen immer mehr Windräder Strom produzieren. Entsprechend wurden auf der Baar Flächen für die Windkraft ausgewiesen – auch auf der Länge und dem Ettenberg, wo zwölf Anlagen geplant sind.

Während das Regierungspräsidium noch Gutachten für die Baufreigabe fordert, liefern sich Investoren und Windkraftbefürworter einerseits und Landschaftsschützer und Windkraftgegner seit Monaten ein verbales Duell. Gleich zwei Veranstaltungen gibt es am kommenden Sonntag. In Riedöschingen werben die Windparkgegner ab 18 Uhr für den Landschaftserhalt. Und unter dem Titel „Energiewende braucht Rückenwind“ ruft ein breites Bündnis um 16 Uhr bei einer Kundgebung (Festplatz „Gerbewies“, Donaueschingen) auf, für die Energiewende Flagge zu zeigen. „Eine Woche vor der Bundestagswahl wollen wir gemeinsam für die Energiewende einstehen und zeigen, dass der Klimawandel eines der wichtigsten Themen unserer Zeit ist“, heißt es in einer Mitteilung der Veranstalter.

Der Bundesverband Wind-Energie, der Solar-Cluster Baden-Württemberg, der Fachverband Biogas, der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg, die Bodensee-Stiftung, die Elektrizitätswerke Schönau und das Bürgerunternehmen solarcomplex beklagen das Fehlen des Themas Klimawandel im Wahlkampf und appellieren deshalb an die Menschen in der Region zusammenzustehen und deutlich zu machen, dass sie die Energiewende unterstützen.

Als Redner treten auf: Joachim Nitsch ist anerkannter Energieexperte ist energiewirtschaftlicher Berater der aktuellen Landesregierung sowie deren Vorgängerregierungen. Als Autor zeichnet er verantwortlich für die Leitstudien des Bundesumweltministeriums zum Ausbau der Erneuerbaren Energien. Gerhard Bronner ist der Vorsitzende des Landesnaturschutzverbandes und Baaremer Umweltberater. Er tritt ein für eine wirksame Klimaschutz- und Energiepolitik auf kommunaler Ebene und darüber hinaus. Eva Stegen ist die Energiereferentin der EWS Elektrizitätswerke Schönau eG engagiert sich seit Jahren in Anti-Atomkraft-Initiativen und für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Und Bene Müller ist der Vorstand und Mitgründer des Bürgerunternehmens Solarcomplex treibt den Umbau der regionalen Energieversorgung auf Erneuerbare voran. Das Unternehmen plant und betreibt Solar-, Wind- und Bioenergieprojekte sowie zahlreiche regenerative Wärmenetze.

Pro und Contra

Wer sich eine Meinung zu pro und contra Windkraft auf der Baar bilden möchte, kann dies am Sonntag um 16 Uhr auf der Donaueschinger Gerbewies beim Bahnhof bei den Befürworter und um 18 Uhr bei Windkraftgegnern und Landschaftsschützern in der Riedöschinger Kompromissbach-Halle tun.