Die einzigartige Schönheit von Holz erkennen und für jedermann sichtbar machen: Dies hat sich die Pfohrener Schreinermeisterin Annette Reichmann zur Aufgabe gemacht. Nachdem sie den Beruf des Schreiners beziehungsweise der Schreinerin erlernt hatte, war für die 28-Jährige klar, dass dieser Beruf gleichzeitig auch ihre Berufung ist.

Ausbildung macht viel Spaß

In der dreijährigen Ausbildung lernte sie den Werkstoff Holz noch besser kennen und lieben. „Meine Ausbildung machte mir sehr viel Spaß. Ich absolvierte diese in einem kleinen Betrieb. Von Anfang an faszinierte mich, wie viel man aus Holz machen kann und wie unterschiedlich Holz sein kann. Jedes Stück Holz sieht anders aus, so Annette Reichmann. Gerne erinnert sie sich an ihre Ausbildungszeit zurück, welche sie sehr prägte. Genau aus dieser Leidenschaft entwickelte sich nun ihre Geschäftsidee.

Die Hobelbank im alten Wohnzimmer ihrer Schwiegeroma ist Reichmanns kreativer Ort.
Die Hobelbank im alten Wohnzimmer ihrer Schwiegeroma ist Reichmanns kreativer Ort. | Bild: Andrea Wieland

Doch zuerst arbeitete sie nach dem Meisterabschluss noch über vier Jahre in ihrem Beruf. Im Frühjahr des Jahres kam dann die Wende. „Ich hatte Besuch von einer Bekannten, diese sah ein selbst gemaltes Bild von mir und machte mir Komplimente dafür. Sie war auch der Meinung, dass ich aus meinem Talent mehr machen sollte“, erinnert sich Annette Reichmann. Bereits nach der absolvierten Meisterschule kam Annette Reichmann die Idee, sich mit kreativen Arbeiten selbstständig zu machen. Jedoch verwarf sie diese Idee verhältnismäßig schnell wieder. Doch dieses Mal war das anders:

Tier- und Naturbilder malt die Pfohrenerin besonders gerne.
Tier- und Naturbilder malt die Pfohrenerin besonders gerne. | Bild: Annette Reichmann

Die Bekannte, die Annette Reichmann ansprach, war nämlich Ulrike Schöndienst aus Sumpfohren. Als diese im Frühjahr nämlich ihr Café Uli‘s süße Scheune in Sumpfohren eröffnete, schenkte ihr Annette Reichmann zu diesem Anlass drei Bilder, welche nun im Café hängen. Auf diese wurde sowohl die Cafébesitzerin wie auch die Künstlerin bereits sehr oft angesprochen. Heute hängen bereits weitere Bilder von Annette Reichmann in der süßen Scheune.

Hilfe der Handwerkskammer

Angespornt von diesem positiven Feedback erkundigte sich Reichmann bei der Handwerkskammer in Konstanz zum Thema Selbstständigkeit. „Bei der Handwerkskammer fühlte ich mich sehr gut aufgehoben. Die Mitarbeiter haben mich sehr gut unterstützt und beraten. Von meiner Beraterin habe ich den Vorschlag bekommen, beim Wettbewerb Elevator Pitch für Geschäftsgründer mitzumachen. Dies war dann der Start für Nettes Werkstättle, so Annette Reichmann. Um am Wettbewerb teilzunehmen, musste das Start-Up nämlich vorgestellt werden und die Idee verfeinert werden.

Zwar hat sie den Wettbewerb leider nicht gewonnen, dennoch hat er ihr viel gebracht. „Dieser Elevator Pitch hat mir in der Anfangsphase sehr geholfen. Ich habe mir genaue Gedanken gemacht, was ich gerne verkaufen möchte. Der wichtigste Schritt war für mich jedoch, dass es durch den Wettbewerb offiziell wurde, dass ich Nettes Werkstättle gründen möchte, erinnert sich die Handwerkerin.

Auch diese einzigartige Holzuhr stammt aus der Werkstatt von Annette Reichmann.
Auch diese einzigartige Holzuhr stammt aus der Werkstatt von Annette Reichmann. | Bild: Andrea Wieland

Der Schritt, es allen zu erzählen, war nämlich nicht so leicht. Annette Reichmann hat lange überlegt, wie man so etwas denn am besten gestalten kann. Doch mit dem Wettbewerb und der Veröffentlichung ihrer Seite auf Facebook gelang ihr dies. Dies war der erste Schritt zu Ihrer Homepage www.nettes-werkstaettle.de. „Ich habe sehr viele Rückmeldungen dazu bekommen. Sehr viel positives Feedback“, so Annette Reichmann.

Nette Sachen aus Holz

Nach diesem Wettbewerb kam es im Juli zur Firmengründung. Doch was genau soll in Nettes Werkstättle entstehen? „Ich will, wie es der Name bereits sagt, nette Sachen herstellen. Sachen, die den Menschen und vor allem mir selbst gefallen. Ich habe bereits Uhren aus Holz, Ohrringe und Willkommens-Schilder hergestellt oder einige Bilder gemalt“, so Annette Reichmann.

Auch Ohrringe mit Holz stellt die Schreinerin her.
Auch Ohrringe mit Holz stellt die Schreinerin her. | Bild: Annette Reichmann

Inspiration ist für Annette Reichmann zum Beispiel ein Stock, der am Wegesrand liegt, oder ein Stück eines gefällten Baumes, der für die Familie wichtig war. So entstanden zum Beispiel auch ihre Uhren. Einfache Kleinigkeiten, die als Highlight in eine Wohnung passen. Mit ihrer Hobel- und Drechselbank hat sie im ehemaligen Wohnzimmer ihrer Schwiegeroma den perfekten Platz und das passende Werkzeug gefunden, um sich kreativ zu entfalten.

„Der Gedanke ist es auch, etwas allem Anschein nach Unperfektes zu etwas Besonderem zu machen und natürlich auch meine eigenen Ideen einzubringen.“ In der Werkstatt wird noch mit einfachem Werkzeug gearbeitet. Die Arbeit direkt am Holz ist auch das, was die Pfohrenerin so begeistert.