Wie wird sich der Ort entwickeln? Was ist den Bürgern wichtig? Und wo entwickelt sich in den kommenden Jahren Bedarf? Fragen, zu denen Kommunalpolitiker natürlich ein Bauchgefühl haben. Doch mit entsprechenden Daten und Fakten lässt es sich besser Entscheidungen treffen – vor allem, wenn es um wichtige Belange der Zukunft geht.

„Wenn man weiß, was den Bürger wirklich bewegt, dann hat man eine andere Qualität für die Entscheidungsgrundlage.“Gerhard Feucht, Ortsvorsteher Pfohren
„Wenn man weiß, was den Bürger wirklich bewegt, dann hat man eine andere Qualität für die Entscheidungsgrundlage.“Gerhard Feucht, Ortsvorsteher Pfohren | Bild: Roger Müller

Das ist das Prinzip der „Zukunftswerkstatt 2030“, die in Aasen, Neudingen und Pfohren aktuell laufen oder gestartet werden. Für Pfohren findet die Auftaktveranstaltung am Mittwoch, 5. Juni, statt. „Der Schwerpunkt liegt an diesem Abend auf der Ideensammlung“, erklärt Ortsvorsteher Gerhard Feucht. „Wenn man weiß, was den Bürger wirklich bewegt, dann hat man eine andere Qualität für die Entscheidungsgrundlage“, so Feucht. Das Ziel ist: Nicht nur der Ortsvorsteher und der Ortschaftsrat sollen die Zukunft von Pfohren gestalten, sondern die Bürger. Schließlich geht es ja um ihren Lebensraum.

Ortsvorsteher beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema

Noch gehört Pfohren, im Vergleich zu Dörfern in anderen Regionen, zur Insel der Glückseligkeit. „Wir haben noch keine ganz so kritische Situation erreicht“, erklärt Feucht. Doch seit Jahren beschäftigt er sich, wie viele Baaremer Ortsvorsteher mit dem Thema, besucht Informationsveranstaltung und tauscht sich mit den Kollegen aus. „Es gibt sehr erfolgreiche Modelle, zum Beispiel, um die Nahversorgung in den Dörfern aufrecht zu erhalten“, sagt der Pfohremer Ortsvorsteher.

Bürger können ihren Ort selbst mitgestalten

Ideen hat auch er, doch er möchte mit der Zukunftswerkstatt wissen, was seinen Bürgern wichtig ist. „Wir wollen konzeptionell von der Basis aus arbeiten.“ Doch die ganzen Informationsveranstaltungen, unter anderem im Regierungspräsidium und dem Landratsamt, und auch das Projekt Flächenmanagement, bei dem innerörtliche Freiflächen und leer stehende Objekte wieder einer Nutzung zugeführt werden sollten, hätten ihm eine noch deutlicher gemacht: „Wir müssen uns diesen Themen noch intensiver widmen.“

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Angefangen von „Was brauchen die jungen Familien“ bis hin zu „Was brauchen die älteren Bürgern, um möglichst lange vor Ort wohnen zu können.“ Denn oft ist es so, dass das eigene Haus und auch der Garten schon lange zu groß sind und zu viel Arbeit machen, doch davon, ins Altersheim ziehen zu müssen und zu wollen, sind viele Senioren noch weit entfernt. Hinzu kommt natürlich die Infrastruktur, wie eine Einkaufsmöglichkeit oder ein Arzt vor Ort.

Strukturwandel macht sich auch hier bemerkbar

Auch wenn die Welt in Pfohren noch in Ordnung ist, macht sich der gesellschaftliche Strukturwandel auch hier bemerkbar. Vor ein paar Jahren noch war beispielsweise die Nachfrage nach flexibleren Betreuungsangeboten für den Nachwuchs kaum vorhanden. Alleinerziehende, Eltern, bei denen Beide Vollzeit arbeiten, oder auch Neubürger, die nicht Oma und Opa vor Ort haben, hätten die Nachfrage steigen lassen.

Doch irgendwann wird auch in Pfohren der Druck steigen

„Was du heute nicht tust, bist du morgen zu spät dran“, nennt der Ortsvorsteher seinen Handlungsleitfaden. Lieber ein Jahr mehr Zeit für den ganzen Prozess nehmen, als nachher unter Zeitdruck zu stehen oder gar zu spät dran zu sein. Denn nur, wer sich mit den Herausforderungen auseinandersetze und nach neuen Wegen suche, der hätte auch eine nachhaltige Chance, wirklich zu überleben.