Eine gepflegte Rasenfläche. Ein paar einzelne Sträucher. Ansonsten viel Kies und Gabionen. Ordentlich sehen sie aus, die modern gestalteten Gärten, die in Donaueschinger Neubaugebieten zu finden sind. Tier- und Naturschützern aber sind sie ein Dorn im Auge – und auch den Menschen bieten sie wenig Erholung. Ein Garten. Da denkt man an Bäume und Sträucher, an Stauden, Gras und Blumen. An sonnige und schattige Ecken. An Insekten, Schmetterlinge und Vögel.

Früher mehr Mühe mit den Gärten

Doch wenn Gerhard Bronner vom Umweltbüro sich in neuen Wohnvierteln umschaut, entdeckt er all dies immer seltener: "Früher gaben sich die Menschen mit ihren Gärten Mühe, sie sollten schön aussehen. Heute scheint es nur noch darum zu gehen, dass der Garten möglichst pflegeleicht ist."

Aussehen des Gartens ist geregelt

Dabei ist in Bebauungsplänen genau geregelt, wie ein Garten beziehungsweise die Umgebung eines Hauses auszusehen hat, das Rathaus spricht in einer Pressemitteilung von "grünordnerischen Regeln". Die werden nicht erlassen, um Hauseigentümer zu gängeln, sondern haben den Zweck, "den mit dem Bauen immer verbundenen Eingriff in den Naturhaushalt so gering wie möglich zu halten beziehungsweise auszugleichen." Dazu gehöre beispielsweise die Pflicht, Flachdächer zu begrünen, Stellplätze wasserdurchlässig zu befestigen, einheimische Gehölze zu pflanzen und das Dachregenwasser in Sickerzisternen zu speichern. Direkt aus der Landesbauordnung ergebe sich außerdem das Verbot, Schottergärten anzulegen.

Bisher kaum geprüft

Doch wo kein Kläger, da kein Richter. Sprich: Es wurde bislang kaum überprüft, ob die Vorgaben auch eingehalten worden sind. Das hat sich jetzt geändert. Bauamt, Bauverwaltungsamt und Umweltbüro haben sich darauf verständigt, in Zukunft strenger vor Ort zu kontrollieren. Dafür werden Mitarbeiter der genannten Ämter durch Baugebiete laufen, sobald diese besiedelt sind. Privatgrundstücke werden dazu nicht betreten. Sollte sich nicht eindeutig feststellen lassen, ob die vom Gemeinderat festgelegten Vorschriften eingehalten worden sind, werden die Eigentümer um Information gebeten.

Nachbesserung wird gefordert

Wenn die Gartenpolizisten Abweichungen oder Verstöße von den Bestimmungen des Bebauungsplanes feststellen, schreibt das Bauverwaltungsamt die Eigentümer an und fordert sie auf, nachzubessern. Dann kann es durchaus vorkommen, dass beispielsweise eine Garage nachträglich begrünt werden muss oder es müssen ein oder zwei Bäume im Garten nachgepflanzt werden. Sollten Fragen aufkommen, wie die städtischen Auflagen umzusetzen sind, dann bietet das Rathaus Beratungsgespräche an.

Letztes Mittel ist Ersatzzahlung

Und wenn es aus Gründen der Verhältnismäßigkeit nicht möglich sein sollte, beispielsweise eine kostspielige Garagenzufahrt aus Marmor durch Rasengittersteine zu ersetzen? Dann wird eine Ersatzzahlung als letztes Mittel festgesetzt. Laut Bronner komme das so eingenommene Geld ausschließlich ökologischen Projekten zugute.

Bestimmungen nicht bis ins Detail kennen

Die Stadtverwaltung ist sich durchaus bewusst, dass Bauherren die Bestimmungen eines Bebauungsplanes gar nicht im Detail kennen – denn es gibt beim Hausbau drängendere Fragen als die, wie ein Garten naturnah zu gestalten ist. Dennoch: Die Situation ist aus Sicht der Stadt und des Naturschutzes unbefriedigend. Um das künftig zu vermeiden, werden die für den jeweiligen Bebauungsplan gültigen Bestimmungen explizit in die Baugenehmigung aufgenommen. Mitarbeiter des Bauamts werden eingereichte Baupläne auf entsprechende Eintragungen prüfen. Das Umweltbüro schließlich schickt schon seit längerer Zeit jedem Bauherrn eine Bauherrenmappe zu, in der unter anderem auch ein Auszug aus den Bestimmungen des Bebauungsplanes enthalten ist. So sei jeder Bauherr über seine Pflichten informiert.