Am 28. Oktober ist es wieder soweit: die Uhr wird eine Stunde zurückgedreht. Mit der Umstellung zur Winterzeit wird es zwar morgens früher hell, dafür aber auch abends schneller dunkel. Doch damit könnte bald Schluss sein. Viele Deutsche wollen diesen Wechsel nicht länger und haben sich deshalb in einer europaweiten Abstimmung für die Beibehaltung der Sommerzeit ausgesprochen. EU-Kommissionschef Junker will nun alles in die Wege leiten. Doch lässt sich dieses Meinungsbild auch auf kommunaler Ebene wiederfinden? Wir fragten Passanten der Donaueschinger Innenstadt, ob sie die Abschaffung der Winterzeit ebenfalls befürworten.

  • Nathalie Schmid-Sumser: Wegen der später einsetzenden Dunkelheit im Winter steht die 49-Jährige der Abschaffung der Zeitumstellung eher positiv gegenüber. Jedoch habe sie gehört, dass die durchgehende Sommerzeit nicht gut für den Bio- und Schlafrythmus sei. Als Grundschullehrerin der Erich-Kästner-Schule in Donaueschingen befürchtet sie zudem eine größere Unruhe ihrer Schüler, die in der kalten Jahreszeit die ersten beiden Stunden im Dunkeln sitzen.
     
Thorsten Hermanns
Thorsten Hermanns | Bild: Ferdinand Harich
  • Thorsten Hermanns: Mit der Schulzeit hat der Donaueschinger Student schon längst abgeschlossen. Der 22-jährige Pfarrjugendleiter der KjG Hüfingen ist ein Befürworter der bisherigen Zeitumstellung. "Wenn es erst um 10 Uhr hell wird kommt man noch schlechter aus dem Bett", bemerkt er kritisch. Darüberhinaus könne man im Winter sowieso nicht abends draußen sitzen bleiben, auch wenn es länger hell sein sollte.
     
Klaus Lippmann
Klaus Lippmann | Bild: Ferdinand Harich
  • Klaus Lippmann: Ein Befürworter der permanenten Sommerzeit ist hingegen Klaus Lippmann. "In der Ostzone gab es sogar eine zweistündige Umstellung", erzählt der aus Glashütte stammende Rentner rückblickend. Desweiteren sieht der 82-Jährige ein Problem für die Kühe in der Landwirtschaft, die ihren Biorhythmus immer wieder umstellen müssten.
     
Claus Meyer
Claus Meyer | Bild: Ferdinand Harich
  • Claus Meyer: Der Donaueschinger Optiker vertritt einen ähnlichen Standpunkt. "Wenn ich im Winter Feierabend habe, ist es immer schon dunkel", klagt der 71-Jährige. Nun hofft er darauf, dass es durch das Ende der Zeitumstellung in der kalten Jahreszeit noch nicht stockfinster ist, wenn er sein Geschäft verlässt.
     
Inge Bents
Inge Bents | Bild: Ann-Kathrin Moritz

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  • Inge Bents: "Die Zeitumstellung ist eigentlich reiner Blödsinn", meint die Donaueschingerin. Was die Energie angehe, habe man nichts gewonnen, so die Friseurin. Außerdem könne man die Dunkelheit ihrer Meinung nach morgens besser ertragen als am Abend, sagt die 70-Jährige.
     
Carola Saveret
Carola Saveret | Bild: Ann-Kathrin Moritz
  • Carola Saveret: Die Urlauberin aus Hallau in der Schweiz sieht das anders. Sie hätte lieber ganzjährig Winterzeit, so wie vor der Einführung der Zeitumstellung. Ansonsten sei es im Winter morgens so lange dunkel. "Und das ist auch nicht gut fürs Gemüt", gibt die 59 Jahre alte Schweizerin zu Bedenken.
     
Wolfgang Scharf
Wolfgang Scharf | Bild: Ann-Kathrin Moritz
  • Wolfgang Scharf: Der frühere Industriemechaniker Wolfgang Scharf aus Ostfildern bei Esslingen sieht darin kein Problem: "Bis wir uns morgens gerichtet haben, ist es sowieso hell", meint der 73 Jahre alte Rentner. Aber nicht nur für ihn als Rentner sei die Sommerzeit von Vorteil, sondern auch für Berufstätige. "Auf dem Weg ins Geschäft ist es doch egal, ob es hell oder dunkel ist. Aber wenn man abends heimkommt, ist es schöner, wenn noch Licht da ist", so seine Theorie. Schließlich könne man dann noch etwas unternehmen. Die Zeitumstellung habe nichts gebracht, außer die alljährlich gleiche Diskussion.
     
Daniela Smoljanovic
Daniela Smoljanovic | Bild: Ann-Kathrin Moritz
  • Daniela Smjoljanovic: Die 28 Jahre alte Kellnerin hält aus gastronomischer Sicht die Beibehaltung der Sommerzeit ebenfalls für sinnvoller. Als Kellnerin habe sie mit der Zeitumstellung immer Probleme, da es dann schwieriger sei, die Gäste zur richtigen Zeit aus dem Laden herauszubekommen. "Außerdem macht es irgendwie die Stimmung kaputt, wenn es so früh dunkel wird", führt sie weiter aus. Insbesondere ältere Leute hätten mit dem Wechsel zu kämpfen.
     
Sigrid Kaiser-Rotter
Sigrid Kaiser-Rotter | Bild: Ann-Kathrin Moritz
  • Sigrid Kaiser-Rotter: "Probleme beim Schlafen bekomme ich durch die Umstellung zwar nicht", erklärt die 65 Jahre alte Rentnerin aus Donaueschingen, die früher als Prokuristin gearbeitet hat. Dennoch findet sie das ewige Hin und Her störend. Der Aufwand sei einfach zu groß. "All die öffentlichen Uhren, die noch von Hand umgestellt werden müssen. Das sind völlig unnötige Arbeiten und Kosten", sagt die Donaueschingerin.
Werner Kaiser
Werner Kaiser | Bild: Ann-Kathrin Moritz
  • Werner Kaiser: Für eine schnellstmögliche Abschaffung der Winterzeit spricht sich auch der Bad Dürrheimer aus. Mit der Zeitumstellung habe der frühere Mitarbeiter der Deutschen Telekom noch nie etwas anfangen können und Energie sei ebenfalls nicht wirklich gespart worden. "Das sollte so schnell wie möglich geändert werden, nicht erst in ein paar Jahren", meint der 68 Jahre alte Rentner.