Wer soll finanziell unterstützt werden, wenn er in Donaueschingen und den Ortsteilen bauen will? Eine Frage, die die Stadträte schon öfters diskutiert haben. Die Antwort war bislang, dass seitens der Stadt sowohl eine Familienförderung, als auch Ortskernförderung für Bauwillige angeboten werden. Beide Programme erfreuen sich solcher Beliebtheit, dass die dafür vorgesehenen 250 000 Euro nicht ausreichen werden. Und so wird mit 60 000 Euro bis 100 000 Euro gerechnet. Bei der Ortskehrförderung sei mit zwei bis drei weiteren Anträgen, die in diesem Jahr noch eingereicht werden könnten, zu rechnen.

Die Familienförderung wurde bei sechs der elf Grundstücksverkäufe, die ersten Halbjahr stattgefunden haben, beantragt. Insgesamt wurden 55 000 Euro bewilligt. Hinzu kommen weitere 20 000 Euro für spätere Anträge, wenn weitere Kinder innerhalb von drei Jahren nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags in die Familie geboren werden.

Bei der Ortskernförderung wurden neun Anträge gestellt und sieben mit einem Volumen von rund 170 000 Euro bewilligt. Aktuell liegt noch ein weiterer Förderantrag mit einem förderfähigen Volumen von 20 000 Euro vor.

Doch nun ist die Situation eine andere, als zu dem Zeitpunkt, als die Familienförderung eingeführt worden ist. Aufgrund der niedrigen Zinsen in den vergangenen Jahren und dem damit entsprechend günstigen Baugeld sei die Nachfrage auf Immobilien und Wohnbauplätze rasant gestiegen. Die Familienförderung sei für eine Kaufentscheidung nicht mehr erheblich und habe daher nur noch einen "Mitnahmeeffekt". Hinzu kommt, dass der Bund nun ein Baukindergeld anbietet, das rückwirkend ab Januar 2018 bis Ende 2020 gezahlt werden soll. Damit liege nun auch noch eine Doppelförderung vor.

Die CDU-Fraktion hätte die Familienförderung gerne beibehalten – zumindest zu 50 Prozent. Doch die restlichen Stadträte sahen das anders und stimmten geschlossen gegen den CDU-Antrag. Die Ortskernförderung hingegen bleibt bestehen, denn sie wird als wichtiges Instrument angesehen, um die Innenentwicklung der Stadtteile voranzutreiben. "Die Ortskernförderung ist oft der Grund, jemand gezielt anzusprechen", sagte Aasens Ortsvorsteher Horst Hall.

Auch der Pfohrener Stadtrat Gottfried Vetter betonte die Bedeutung der Ortskernförderung. "Mit den 30 Projekten, die in Ortskernen realisiert worden sind, haben wir ein mittleres Baugebiet eingespart." Man dürfe nicht nur das Geld sehen, das für die Förderung ausgegeben werde, sondern auch das Geld, das somit gespart werden könne, weil man keine neuen Baugebiet erschließen und die zusätzliche Infrastruktur unterhalten müsse.