Donaueschingen – „Was nichts kostet, ist nichts wert.“ Der Physiker Albert Einstein, der dies 1927 behauptet hat, müsste sich bei den Donaueschinger Musiktagen eines Besseren belehren lassen. Denn zu einer Reihe von Veranstaltungen kann man ohne Geldbeutel gehen. Die folgenden Angebote sind für ein neugieriges Publikum nicht nur attraktiv, sondern auch gratis.

  • Klangkunst in den F. F. Sammlungen: Die Gesellschaft der Musikfreunde versteht es als Einführung zu den Musiktagen, wenn am Mittwoch um 17.30 Uhr Musiktage-Chef Björn Gottstein sowie Serge Baghdassarians und Boris Baltschun über eine Klanginstallation sprechen, die präparierte Eier von Streifenkäuzen, Lautsprecher und vom menschlichen Ohr nicht mehr hörbaren Schall zusammenbringt. Was kauzig und damit sonderbar anmutet, hat für die Künstler einen tieferen Sinn.
  • Performances in der Stadtbibliothek: Am Donnerstag um 16 Uhr und dann noch sechsmal geht der Komponist Bill Dietz den Aspekten der „Claque“ nach – also dem zu einem bestimmten Zweck gezielt bestellten Beifall aus dem Publikum.
  • Klangkunst im Museum Art-Plus: Am Donnerstag um 18 Uhr findet die Vernissage zur Ausstellung von kinetischen Klanginstallationen und Soundobjekten der Künstlerin Marianthi Papalexandri und ihres Partners Pe Lang statt. In Anwesenheit der beiden Künstler führt Björn Gottstein persönlich in diese Kunst zum Sehen und Hören ein.
    Im Übrigen gelten während der Musiktage im Museum erweiterte Öffnungszeiten und der Eintritt ist generell frei.
  • Podiumsdiskussion im Museum Art-Plus: Am Donnerstag um 20 Uhr geht es um ein heißes Thema – den Gendergap, das heißt die krasse Ungleichbehandlung von Männern und Frauen im deutschen Kulturbetrieb. Ist Neue Musik eine oder keine reine Männersache? Schaut man auf die vergangenen 100 Jahre, stammen 92 Prozent der Kompositionen von Männern. Dagegen hat sich Widerstand formiert.
  • Hörstück und Lichtinstallation im Schlosspark: Am Freitag ab 17 Uhr konzentriert sich Werner Cee für drei Tage auf den politischen Sommer 1967, auf seine Wirklichkeit, seinen Wahnsinn und seine Wunder.
  • Musikverlage im Foyer der Donauhallen: 20 Verlagshäuser der Musikbranche präsentieren an den drei Festivaltagen ihr Angebot an Noten, Büchern und CDs.
  • Next-Generation-Konzert in der Erich-Kästner-Halle: Am Freitag um 23 Uhr sorgen Studierende der Musikhochschulen Luzern, Stuttgart und Trossingen für die Uraufführung von drei aus insgesamt neun Werken, die eine Jury aus 120 eingereichten Stücken von Nachwuchskomponisten aus aller Welt ausgewählt hat.
  • Donaueschingen Lectures im Strawinsky-Saal: Am Samstag um 10 Uhr gibt der amerikanische Komponist, Posaunist und Musiktheoretiker George Lewis in englischer Sprache ein etwa 30-minütiges Statement zur musikalischen Verfassung des 21. Jahrhunderts ab.
  • Kommodengespräche in der Alten Hofbibliothek: Zwischen Samstag, 13 Uhr, und Sonntag, 16.15 Uhr, werden im Festivalcafé zehn jeweils 15 Minuten dauernde öffentliche Gespräche mit Vertretern der zeitgenössischen Musik über ihre Arbeit und ihre Auffassungen geführt – fünf in deutscher, fünf in englischer Sprache.
  • Festgottesdienst in der Christuskirche: Am Sonntag um 9.30 Uhr singt die evangelische Kantorei unter der Leitung von Vera Klaiber ein kurzes geistliches Werk des Komponisten Vytautas Miskinis sowie das Kyrie und Gloria aus der Missa brevis op. 102 des 2014 verstorbenen Knut Nystedt.