Mit seinem Einzug in die seit fast zwei Jahren verwaiste Wohnung im Obergeschoss des Donaueschinger Marienhauses Anfang Oktober vollzog sich für den 70-jährigen Priester Georg Vetter auch der Start in seinen Ruhestand.

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Dabei scheint er sich nicht allzu viel Ruhe gönnen zu wollen. Das erklärt seine Botschaft zu Beginn seiner ersten Predigt beim Erntedankgottesdienst in Grüningen: „Ich möchte Gott zu den Menschen bringen und die Menschen zu Gott“. Da er gerne Priester sei und es auch weiterhin aktiv sein möchte, so Georg Vetter, biete er ab sofort Mithilfe und Unterstützung nicht nur in der Seelsorgeeinheit Donaueschingen, sondern im ganzen Dekanat an.

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In die Stationen seines bisher bewegten Lebens schenkte er den Gottesdienstbesuchern einen chronologischen Einblick: In einer kleinen Gemeinde der Stadt Herbolzheim im Kreis Emmendingen ist er geboren und aufgewachsen, nach Abitur und Theologiestudium im Jahr 1976 zum Diakon geweiht und als solcher in Ettlingen bei Karlsruhe ein Jahr tätig gewesen. Im Jahr 1978 erhielt er seine Priesterweihe durch Erzbischof Oskar Saier, anschließend kam die erste Stelle in Pforzheim. Ganz in die Nähe von Donaueschingen, nach Bonndorf, brachte den jetzigen Ruhestands-Pfarrer eine Stelle als Vikar in der Zeit von 1978 bis 1980 und noch ein Stück westlicher, nach Schönau im Wiesental, die Aufgabe als Kaplan in den darauffolgenden zwei Jahren.

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Danach ein neues Wirkungsfeld: Militärpfarrer, also Seelsorger für Soldaten der Bundeswehrstandorte Immendingen, Neuhausen und Pfullendorf. Im hohen Norden, in Kiel, tauchte der neue Ruhestandspfarrer für die Dauer von etwa fünf Jahren als Seelsorger gelegentlich mit den Soldaten der Bundesmarine mehrere Wochen im U-Boot unter. Auch für die Bundespolizei war er als Seelsorger unterwegs.

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Gerade die Sonderseelsorge sei es gewesen, in der er gerne tätig gewesen sei: „Ich war gerne mit den Menschen und nahe bei den Menschen“, so Georg Vetter. Fünf Jahre lang unterstützte er als Kooperator und fand in Göttingen seinen letzten Wirkungsort, wo ihn dann auch die Nachricht seines Ruhestandes erreichte. Mit seiner souveränen Ruhe und sympathischen Zurückhaltung gelang es dem Zelebranten, sein zu Beginn des Gottesdienstes angeführtes Zitat von Peter Rosegger „Gib der Seele einen Sonntag und dem Sonntag eine Seele“ für die Gottesdienstbesucher erfahrbar werden zu lassen.

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Auf die Frage, woher denn seine Entscheidung für seinen neuen Wohnort Donaueschingen herrühre, erklärte der neue Ruhestands-Pfarrer Georg Vetter: „Ich erhielt 27 Adressen von leerstehenden Pfarrhäusern, von denen ich drei bis vier in die engere Wahl stellte. Da Pfarrer Loks und ich uns seit Studium und Priesterseminar kennen, habe ich mich letztendlich für den Einzug ins Marienhaus Donaueschingen entschieden.“

Als Pensionäre unterstützend tätig sind neben Georg Vetter auch Herbert Kraft und Franz Hettel.

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