Donaueschingen – Die Donaueschinger Musiktage gehen auf Tuchfühlung mit der Sphäre der Unterhaltungsmusik. Deutsche Schlager finden bei den Musiktagen ebenso einen avantgardistischen Widerhall wie der mythische Gesang der Sirenen. Auch der Rausch als solcher wird zum Thema. Die Musiktage dauern vom 14. bis 16. Oktober, der Kartenvorverkauf läuft.

Wer Schlager hört, muss sich keine Gedanken machen: Peter Ablinger thematisiert in seinem neuen Werk „Die schönsten Schlager der 60er und 70er Jahre“ das verführerische Konzept der musikalischen Sorglosigkeit. Franck Bedrossian kommen die Farben der Unterhaltungsmusik in seinem Orchesterwerk „Twist“ mit E-Gitarre und E-Piano entgegen. Und auch im Konzert des experimentellen Techno-Künstlers Curd Duca werden die Schnittstellen zwischen Pop und Avantgarde offenbar.

Mit „The Sirens Cycle“ als Streichquartett-Zyklus vertont der ungarische Komponist Peter Eötvös die verhängnisvolle Schönheit des Sirenengesangs. Weitere Höhepunkte sind ein neues Werk für Sopran und Ensemble von Rebecca Saunders sowie ein Posaunenkonzert von Georg Friedrich Haas mit Mike Svoboda als Solist. Aber auch die jüngere Generation ist vertreten: Die englische Komponistin Joanna Bailie schreibt ein Werk für das SWR-Vokalensemble; der junge Schweizer Komponist Martin Jaggi ein Werk für das SWR-Symphonieorchester. Insgesamt sieben Werke bringt das neue SWR Symphonieorchester bei seinem ersten Auftritt bei den Donaueschinger Musiktagen zur Uraufführung.

Zu Gast sind außerdem renommierte Ensembles wie das Arditti-String-Quartet, das Ensemble Recherche und das Klangforum Wien sowie das Pariser Studio Ircam. Mit Klanginstallationen von Thomas Köner, Yutaka Makino und Johannes S. Sistermanns sind die Musiktage auch im öffentlichen Raum präsent. Erstmals wird die „Donaueschingen Lecture“ eingeführt: Der englische Philosoph und Komponist Roger Scruton wirft einen kritischen Blick auf die zeitgenössische Musik.