Hier die Flüchtlinge, die dankbar sind, dass ihnen ehrenamtliche Helfer Deutschunterricht geben. Oder die der Umweltgruppe Südbaar dabei helfen, in einem Naturschutzgebiet die Kanadische Goldrute zu bekämpfen. Dann gibt es Flüchtlinge, die in der „Let's talk about“-Reihe des Roten Kreuzes und der evangelischen Kirche ihre Heimatländer vorstellen und ihre Fluchtmotive nennen. Andere wiederum beteiligen sich an Kunst-Ausstellungen oder üben ein Theaterstück ein, um so traumatische Erlebnisse auf dem Weg nach Deutschland zu verarbeiten und Verständnis für ihre Asylanträge zu wecken.

Auf der anderen Seite die Flüchtlinge, die beim Landendiebstahl ertappt werden, die vom Nichtstun gelangweilt mit der Bierflasche in der Hand im Irmapark und Karlsgarten herumlungern oder bei denen die Polizei Drogen findet. Da findet eine Volksweisheit Bestätigung: Es gibt solche und solche.

Das gilt auch für die vielen ausländischen Mitbürger (siehe Infokasten), die in Donaueschingen ein neues Zuhause gefunden haben. Viele sind durch ihre Arbeit oder der Mitgliedschaft in Vereinen gut integriert, andere – und hier vor allem nachgereiste Frauen – sprechen auch viele Jahre nach ihrer Ankunft kaum Deutsch. Um genau diese Klientel kümmert sich in Zukunft Brigitte Henkel, die neue Integrationsbeauftragte der Stadt. Ihre auf zwei Jahre befristete Stelle wird zu 65 Prozent von der Stadt Donaueschingen und zu 35 Prozent vom Land finanziert. Die 28-jährige Singenerin hat in Freiburg Religionspädagogik und Gemeindediakonie studiert, dann als Erzieherin im Kinderheim Behla gearbeitet und sich zuletzt im Auftrag des Roten Kreuzes als Sozialarbeiterin um die Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft und vorläufigen Anschlussunterbringung gekümmert.

Diesen Job hat Ruben Osimani übernommen. Brigitte Henkel hat ein Büro an der Friedhofstraße 14 bezogen, also dort, wo Victoria Dingis, die Sachbearbeiterin für Asyl und Flüchtlingsangelegenheiten, ihren Schreibtisch stehen hat – so sind kurze Wege garantiert.

Brigitte Henkel ist die zentrale Anlauf-, Beratungs- und Koordinationsstelle für Flüchtlings- und Integrationsangelegenheiten. Sie übernimmt Einzelfallbetreuungen und soll dabei mithelfen, Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus abzubauen. Denn in Donaueschingen sollen alle Menschen gleichberechtigt zusammenleben – unabhängig von Herkunft, Kultur und Religion, findet Oberbürgermeister Erik Pauly.

Ausländer in der Stadt

In Donaueschingen leben rund 3200 Ausländer, das sind 14 Prozent der Gesamtbevölkerung. Sie kommen aus cirka 100 Nationen. Zurzeit wohnen 354 Flüchtlinge in der BEA (Bedarfsorientierte Erstaufnahmestelle/Kaserne) 62 befinden sich in der vorläufigen Anschlussunterbringung und 40 in der Anschlussunterbringung. Daneben leben 24 unbegleitete Minderjährige in der Stadt. (hon)