Die Jugend ist die Zukunft. Entsprechend hoch hängen Vereine ihre Jugendarbeit. Aber junge Leute für eine Sache zu begeistern, gelingt nicht immer. Entsprechend haben beispielsweise Gesangvereine große Probleme, ihren Altersschnitt zu senken. Gleiches ist den Donaueschinger Naturfreunden widerfahren. Der immer höher kletternde Altersdurchschnitt hat in der Konsequenz zu einem im Landesverband Baden einmaligen Schritt geführt: Der Ortsverein kann und will sein Naturfreundehaus Baar nicht mehr länger betreiben und hat es dem Landesverband jetzt geschenkt.

Über diesen Schritt erteilte der Vorsitzende Wolfgang Eisele gestern keinerlei Auskunft und verwies auf eine Pressemitteilung, die man demnächst herausgeben wolle. Auch sonst hält man sich bedeckt. Auf den vergangenen Montagabend war die Hauptversammlung im Naturfreundehaus angesetzt. Am Montag war das Haus aber schon geschlossen und eine Baustelle, denn Pächterin Marion Engler hörte zum 1. März auf, nachdem das Haus wohl auch von den Mitgliedern immer seltener aufgesucht wurde und die Umsätze hinter dem wirtschaftlich Notwendigen zurückgeblieben sind. Ob die Versammlung stattfand, ist nicht bekannt, die Presse wurde hierzu nicht eingeladen.

Die zuletzt besten Zeiten erlebte das Naturfreundehaus in der Ära der Familie Kurt Bolli, als das Haus sowohl bei Übernachtungen als auch für Treffs und Familienfeiern gut gebucht war. Diese liegen nun aber lange Jahre mit einigen Pächterwechseln zurück. An diese Zeiten will der neue Naturfreundehaus-Wirt anknüpfen. Als Angestellter des Landesverbandes bringt der gelernte Hotelfachmann Rasmus Englisch aus Herrischried das Haus derzeit mit Unterstützung von vier jungen Leuten vom Bundesfreiwilligendienst wieder auf Vordermann. An einem Wochenende Ende März sollen dann viele Helfer an einer Renovierungsaktion teilnehmen, zu der der Landesverband seine Mitglieder derzeit aufruft. In fünf bis sechs Wochen soll der Übernachtungs- und Bewirtungsbetrieb wieder aufgenommen werden.

Das Verschenken des Vereinshauses wird wohl kein Einzelfall bleiben. Weitere Ortsverbände unter den Naturfreunden haben große Überalterungsprobleme. Wie in Donaueschingen haben hier die meisten Mitglieder das Rentenalter längst erreicht. Es gibt aber auch Ortsverbände, die mit kontinuierlicher Jugendarbeit viele Kinder und Jugendliche in ihren Reihen und entsprechende Probleme nicht kennen.

Das Naturfreundehaus

Das Donaueschinger Naturfreundehaus liegt an der Alten Wolterdinger Straße hinter den Kliniken. Der einst beliebte Treff mit zwei Gasträumen (80 und 40 Sitzplätze), mit 15 Zimmern und 32 Betten ist mangels Investitionen in die Jahre gekommen. Letzte Pächterin war Marion Engler, die ihr Engagement zum 1. März aufgegeben hat. In rund sechs Wochen wird das auch Nichtmitgliedern für Übernachtungen offen stehende Haus wiedereröffnet. (gvo)