Schweißtreibende Temperaturen und Abkühlung durch kaltes Wasser: Das ist für Groß und Klein das bewährte Sommerrezept. Die Schwimmbäder freuen sich über hohe Besucherzahlen und auch im Stadtgebiet sind kühle, grüne Winkel heiß begehrt und Spielplätze mit fließendem Wasser sind der Hit. Schade deshalb, wenn just an den Hochsommertagen der wasserspeiende Walfisch im Irmapark den Dienst quittiert.

Ein Wipp-Mechanismus pumpt das Wasser in den spritzenden Fisch. Helgard Müller-Weeber zeigt, wie man sich dabei biegen muss.
Ein Wipp-Mechanismus pumpt das Wasser in den spritzenden Fisch. Helgard Müller-Weeber zeigt, wie man sich dabei biegen muss. | Bild: Wursthorn, Jens

Aufgefallen ist das Helgard Müller-Weeber. Die Sonderschullehrerin aus Löffingen unterrichtet an der Karl-Wacker-Schule. Einmal in der Woche geht sie mit ihren Schülern auf den Spielplatz. Bewegtes Lernen heißt die Unterrichtseinheit, in der Gleichgewichtssinn, Kraft, Technik, aber auch Miteinander und gegenseitige Rücksichtsnahme geübt werden. „Da ist der Walfisch ein ganz tolles Spielgerät.“

Spielgerät fördert den Gemeinsinn

Als Pumpe fungiert eine Wippe, die durch Gewichtsverlagerungen bewegt wird. Vom Pumpgeschick profitieren dann die Freunde, die sich in den Wasserstrahl stellen. Am Donnerstag informierte sie die Stadt, am Freitag funktionierte der Walfisch wieder – leichter bedienbar als im Vorjahr, freute sich die 64-jährige Lehrerin.

Stadt hatte keine Info

Sie wunderte sich gleichzeitig, dass die Mängelnachricht nicht schon weit früher bei der Stadt angelangt sei. Das war offenbar nicht der Fall. Der Defekt am Spritzfisch sei der Stadt nicht bekannt gewesen, sagte Stadtsprecherin Beatrix Grüninger. Die Stadt unterhalte 23 Spielplätze, mehrere Bolzplätze und eine Skateranlage, die regelmäßig von den Technischen Diensten kontrolliert werden. Aufgrund der hohen Zahl könne das nicht täglich geschehen. Deshalb sei es wünschenswert, wenn sich Bürger bei Beschädigungen oder Störungen auf den Spielplätzen direkt melden. Hier seien die Nummer 07 71/85 70 oder die E-Mail-Adresse stadt@donaueschingen.de zu verwenden.

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Die Spritzdüse war verstopft

Am Freitag war der Fisch flugs repariert. Die Spritzdüse war durch Metallabrieb verstopft und nach einer gründlichen Reinigung wieder funktionstüchtig. Bleibt eventuell noch eine weitere Baustelle für die Technischen Dienste. Denn, so die Feststellung von Müller-Weeber, auch auf dem Matschspielplatz im Mehrgenerationenpark sei „fließend Wasser“ gerade abgestellt.

Die kranke Eibe

Es sieht aus wie Kunst. Ein grünes Schattenschutznetz überspannt seit zwei Jahren eine stattliche Eibe im Eingangsbereich des Irmaparks. Diese Schutzmaßnahme hält laut Stadtverwaltung an. Als der Irmapark seit 2016 umgestaltet wurde, beschädigten Bauarbeiten und Erdbewegungen den Baum. Um ihm die Chance zu geben, dass er sich erholt, wurde er zurückgeschnitten, mit dem Schutznetz versehen und regelmäßig gedüngt und gewässert. Mit Erfolg. Mittlerweile hat der Baum erste neue Triebe entwickelt. Zu deren Schutz bleibt das Netz weiter gespannt.

Die Eibe im Irmapark ist immer noch „Patient“.
Die Eibe im Irmapark ist immer noch „Patient“. | Bild: Wursthorn, Jens

Giftig, aber nicht verboten

Die Eibe ist ein Baum, der in allen Pflanzenteilen giftig ist, also auch Nadeln und Samen. Lediglich das Fruchtfleisch der Beeren gilt als genießbar. Gleichwohl gebe es keine Sicherheitsbedenken seitens der Stadt, sagte Stadtsprecherin Beatrix Grüninger. Die Abnahme durch den TÜV sei problemlos gewesen. Zudem gehöre die Eibe nicht zu den Bäumen, die auf Spielplätzen verboten seien.

Vier Pflanzenarten stehen auf dem Index

Die Kinderspielplatznorm DIN 18034 gebe klar vor, was auf Kinderspielplätzen nicht gepflanzt und geduldet werden darf. Nach dieser Norm dürfen vier Pflanzenarten aufgrund ihrer Giftigkeit nicht auf Spielplätzen stehen. Dazu gehören das Pfaffenhütchen, der Seidelbast, die Stechpalme und der Goldregen. Hinzukommen Neophyten wie die Herkulesstaude.

Gleichwohl kümmern sich die Stadtgärtner darum, dass von den Eiben keine Gefahr für Kinder ausgeht. Im unteren Bereich würden die Eiben mit der Heckenschere so stark zurückgeschnitten, damit sie keine giftigen roten Beeren bilden können, die von den Kindern gepflückt werden können. „Es gibt also keine Verpflichtung diesen „historischen“ Baum auf dem Mehrgenerationenpark zu entfernen“, so Grüninger.

 

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