Kultur und Tourismus haben im Donauschinger Rathaus und auch im Gemeinderat einen hohen Stellenwert. Doch war die Ämtertrennung die Lösung? Vor mehr als einem Jahr wurde das Georg-Riedmann-Super-Amt geteilt: Tourismus und Kultur gehen gemeinsam etwas getrenntere Wege. Andreas Haller bringt den Tourismus und das dafür ausgearbeitet Konzept voran und Kerstin Rüllke setzt im Bereich Kultur neue Akzente.

  • Tourismus: Und nun? Eine Frage, die sich die Stadträte scheinbar immer öfter stellen. Im Bereich Tourismus hatte GUB-Fraktionssprecherin Claudia Jarsumbek bereits in ihrer Haushaltsrede im Herbst die erste offizielle Kritik hinterlassen. "Wir erwarten vom neu strukturierten und personell veränderten Amt für Tourismus und Sport, dass das verabschiedete Konzept in Gänze ernst genommen und mit viel Energie und Ideenreichtum an der Umsetzung gearbeitet wird", sagte Jarsumbek Anfang Dezember. In die ähnliche Richtung geht nun der Vorstoß von SPD-Stadtrat Jens Reinbolz. Eigentlich waren in der Hauptausschusssitzung nur die Öffnungszeiten der Tourist-Information Thema. Doch vom Stichwort Tourismus ist es auch nicht mehr weit bis zum Tourismuskonzept.

"Das neue Tourismuskonzept scheint bislang bei den Touristen noch nicht so bekannt zu sein", sagte Reinbolz. Ein Vorstoß, den von FDP/FW-Fraktionssprecher Bertolt Wagner gerne aufgenommen wurde: "Entweder man muss beim Tourismus mehr tun oder mehr dafür trommeln, was schon umgesetzt wurde."

Der aktuelle Stand ist kurz zusammengefasst: "Das neue Logo wird in einigen Wochen fertig sein", erklärte Touristmusamtschef Andreas Haller. Denn ohne Logo könnten auch die neuen Flyer nicht fertiggestellt werden. Vor gut einem Jahr hatten der Donaueschinger Künstler Emil Kiess und der Grafiker Holger von Briel ihre Arbeit vorgestellt. Das verschnörkelte D von Donaueschingen soll von einem klaren und schlichten Q ersetzt werden. Sicher wird das Logo dann auf dem neuen Internetauftritt zu finden sein, an dem aktuell gearbeitet wird. "Die neue Homepage wird voraussichtlich noch bis Jahresende fertig", sagt Haller.

  • Kultur: Bleibt noch das Kulturamt: "Was tut sich eigentlich da", will Bertolt Wagner wissen. Und es geht wohl nicht nur darum, dass Anträge nicht rechtzeitig gestellt werden. Auch wenn die Kultur im Hauptausschuss weniger Thema ist, und auch die Amtsleiterin entschuldigt fehlt: Wagner nutzt die Gelegenheit, "das Thema einmal anzusprechen". Eine Antwort gibt es sicher am kommenden Dienstag, 19. Juni, wenn der Kulturausschuss tagt. Dann wird Amtsleiterin Kerstin Rüllke über die Aktivitäten des Kulturamtes berichten und wohl die eine oder andere Frage beantworten müssen. Schließlich hatte das mehr als zerrüttete Verhältnis der Gesellschaft der Musikfreunde zu ihrer Vorgängerin Lina Mell für einigen Gesprächsstoff gesorgt. Daraus resultierend entstand auch die Forderung, dass im Kulturausschuss die Gesellschaft der Musikfreunde stets einen Jahresbericht vorlegt – wie es bei Kunstschule und Musikschule üblicht ist.

Im vergangenen Jahr dann die Premiere, allerdings mit dem deutlichen Hinweis, dass die Stadträte eine konkrete Aufarbeitung wünschen – vor allem, was die Zahlen der Konzertbesucher betrifft. "Wir wollen Klarheit und Transparenz, was uns unser Bekenntnis zur Kultur Wert ist", forderte FDP-Stadtrat Niko Reith damals, während SPD-Stadträtin Martina Wiemer auf den nicht geringen Zuschuss der Stadt hinwies: "Es sind ja immerhin auch Steuergelder, die da ausgegeben werden."

Zahlen liegen nun vor: So habe die Klassik-Reihe eine hohe Auslastung. Größten Zuspruch hätten die beiden Orchesterkonzerte mit 88 und 97 Prozent gehabt. Bei den weniger bekannten Ensembles Trio Walter und Quatuor Danel habe die Auslastung mehr als 40 Prozent betragen. Eine ähnlich hohe Auslastung habe die neue Reihe gehabt – wo 40 Prozent als ein "sehr gutes Ergebnis" eingestuft werden. Und dann gibt es noch die Kleinkunst im Gewölbekeller, wo die Auslastung 100 Prozent beträgt. Übrigens die einzige Veranstaltungsreihe, bei der es auch eine Bezugsgröße gibt. In den Gewölbekeller passen 86 Personen. Bei den Veranstaltungen in den Donauhallen – wo die Bestuhlung sehr flexibel gestaltet werden kann – fehlt jegliche Angabe: Wie viel sind 40 Prozent von was? War der Strawinsky Saal nun für 250 oder für 100 Besucher gestuhlt? Oder gab es gar eine lockere Clubbestuhlung mit Tischen?

Eine große Rolle scheint der Umzug des Kulturamtes von der Karlstraße in das blaue Rathaus gespielt zu haben und auch anschließende Umbauarbeiten, wie neue Bodenbeläge. Trotz der personellen Veränderungen gelte es, liegengebliebende Dinge schnell zu erfassen, ohne große Verzögerungen abzuarbeiten und in eine Routine zu kommen. Der Schwerpunkt scheint auf Kooperationen zu liegen und auf einer Neuerung: "Entscheidender Schritt für die Profilierung des Amtes 8 war der Start des Kultur-Newsletters, der seit Januar 2018 monatlich verschickt wird und das Abbild eines reichen Kultur- und Musiklebens der Stadt Donaueschingen ist", heißt es im Bericht zur Kulturarbeit 2017 bis 2019.