Die unglückliche Dreiecksbeziehung zwischen Rathaus, Polizei und Bar Centrale: FDP-Stadtrat Roland Erndle nahm in der jüngsten Gemeinderatssitzung die SÜDKURIER-Berichterstattung zum Anlass, seine ganz eigenen Erfahrungen mit dem Umgang der Sperrzeit zu berichten.

Kurz vor 23 Uhr habe der Wirt Claudio Maio aufgefordert zu zahlen, da gleich die Polizei dastehen würde. Und so sei es dann auch gewesen: "Es war wie im schlechten Krimi", so Erndle. Bei ihm sei der Eindruck entstanden, dass es sich eher um eine "Privatfehde" handle. Bei den Beamten habe er wenig besonnenes Vorgehen entdecken können, dann schon eher beim Gastwirt. "Vielleicht sollten wir uns mal Gedanken über die Sperrzeiten machen", so Erndle. Denn die Gastronomie-Landschaft sei in Donaueschingen nun mehr nicht so reichlich und die Bar Centrale eigentlich für "Mittelalte" eine der wenigen Möglichkeiten, etwas trinken zu gehen.


"Es gibt nun einmal Sperrzeitenregelungen und die dienen dazu, die Nachbarn zu schützen", sagte Oberbürgermeister Erik Pauly, der vor einer grundsätzlichen Verkürzung der Sperrzeiten warnte. Und in seiner Sprechstunde gebe es viele Beschwerden, die nächtliche Ruhestörungen betreffen würden. Viele Anwohner würden sich durch Gaststätten und gerade die Außenbestuhlung gestört fühlen. Bei Veranstaltungen wie beispielsweise der Musiknacht, könnte man sicherlich über Verkürzung der Sperrzeit diskutieren. Allerdings sei dies auch noch nie von den Veranstaltern beantragt worden.

Energischen Widerspruch im Namen der Polizei gab es von Ordnungsamtsleiter Andreas Derek: Es handle sich sicher nicht um eine Privatfehde. "Und wenn wir die Sperrzeiten verkürzen, dann gilt das natürlich nicht nur für einen Wirt, sondern es dürfen alle länger öffnen", erklärte Derek. Es lägen auch nicht nur Anzeigen vor, die sich auf Störungen kurz nach 23 Uhr handeln, sondern auch weit nach Mitternacht. "Und das war dann eben schon ein sehr langes Bier."