Eine musikalische Performance ist eine kulturelle Aktion, bei der mehrere Genres der Kunst in eine sinnvolle und ästhetische Beziehung zueinander gebracht werden. Durch die Zusammenarbeit zwischen dem Museum Art Plus und der Musikhochschule Trossingen standen gleich fünf solcher Performances auf dem Programm zu den Musiktagen.

Dateiname:Musiktage 2016 - Klangbeispiel Klaus Schedl - Blutrausch.MP3
Dateigröße:9.68 MBytes.
Datum:16.10.2016
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Dateiname:Musiktage 2016 - Klangbeispiel Bernhard Gander.MP3
Dateigröße:7.72 MBytes.
Datum:16.10.2016
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Dateiname:Musiktage 2016 - Klangbeispiel Joanna Bailie - Music in public places.MP3
Dateigröße:9.27 MBytes.
Datum:16.10.2016
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Thomas Wenk, der seit 1992 an der Hochschule als Dozent für instrumentale und vokale Musikimprovisation wirkt, hatte sich mit den drei Studentinnen Eva-Maria Gebauer, Hannah Jäkel und Karola Sommer einer anspruchsvollen Aufgabe gestellt. Unter dem Titel "between pianos" wollten sie den Spiegelsaal des Museums in ein raumgreifendes Gesamtunstwerk verwandeln. Dies geschah denn auch, indem die vier Trossinger das Hauptwerk der aktuellen Ausstellung "between" zum inspirierenden Ausgangspunkt ihrer Performances machten.

Konkret: Die von Sebastian Kuhn geschaffene Skulptur "Polyrhythmic Walkabout" wurde zum Bestandteil einer jeweils etwa halbstündigen Performance, bei der instrumental und elektronisch erzeugte Klänge und choreografisch inszenierter Körperausdruck eine ebenbürtige Rolle spielten.

Als Instrumente dienten ein Konzertflügel, dem der Vorder- und der Hinterdeckel abgenommen war, sowie zwei putzige Spielzeugklaviere, die bei Musikern Toy pianos heißen. Mit solch einer kleinen Klangschachtel verblüffte Wenk, indem er ein Chopin-Impromptu auf gerade mal eineinhalb Oktaven komprimierte.

Die drei Damen entwinden sich mit konzentrierter Geschmeidigkeit aus der Enge unter dem Resonanzboden des Flügels, beginnen das Instrument zu manipulieren und nehmen den Raum bis hin zum Werk von Kuhn mit ausdrucksstarker Bewegung optisch immer wieder neu in Besitz. Wenk improvisiert am Flügel, dessen Korpus und Saiten von seinen Partnerinnen nach den Regeln zeitgenössischer Musik manuell bearbeitet werden. Diese künstlerische Erkundung von Grenzflächen zwischen Musik und Nichtmusik findet viel Beifall.