Donaueschingen – Auch in diesem Jahr bietet das Museum Art-Plus während der Donaueschinger Musiktage wieder ein besonderes Programm. Unter dem Titel Between Pianos gestaltet der Musiker, Komponist und Hochschuldozent Thomas Wenk mit Studierenden der Musikhochschule Trossingen musikalische Performances im Spiegelsaal.

Dort ist mit der Arbeit Polyrhythmic Walkabout des Nürnberger Künstlers Sebastian Kuhn eines der Schlüsselwerke der aktuellen Museumsausstellung Between zu bewundern. Zusammengesetzt aus drei zerlegten Klavieren – zwei Flügeln und einem Kurzflügel – ist das Objekt zugleich Inspiration und Bühnenrequisit der Musiker, die dort während der Musiktage einen Klangraum entstehen lassen.

Vor gut 75 Jahren stellte der amerikanische Komponist und Künstler John Cage, Schlüsselfigur der Neuen Musik, seine Musik für präpariertes Klavier vor und eröffnete damit dem möbelähnlichen Instrument gutbürgerlicher Wohnstuben eine neue musikalische Dimension. Längst hat sich die Verfremdung des vertrauten Klanges als eigene ästhetische Kategorie in der Neuen Musik etabliert und wurde von Komponisten wie Thomas Wenk weiterentwickelt. Während Sebastian Kuhn das majestätische Instrument seiner Funktion beraubt und es figurativ dekonstruiert, manipuliert das Ensemble Between Pianos den Flügelklang selbst.

In den Aufführungen im Museum Art-Plus bieten Improvisationen, Minikonzerte und kleine Demonstrationen mit kleinen, großen, konventionellen und präparierten Tasteninstrumenten bis hin zu Kassettenrekordern ein weites Spektrum an Entdeckungen und außergewöhnlichen Hörerlebnissen. Eine Kooperation des Museum Art-Plus mit der Musikhochschule Trossingen. Es wirken mit Karola Sommer, Hannah Jäkel und Eva-Maria Gebauer, Leitung Thomas Wenk.

Wenk, geboren 1959, ist Komponist und Hochschuldozent für Musiktheorie und Improvisation an den Musikhochschulen Trossingen und Freiburg. Er ist spezialisiert auf Prepared Piano sowie Kompositionen für Kassettenrekorder. Er arbeitet vorzugsweise an der Grenze von Musik und Nicht-Musik und bewegt sich oft im medienübergreifenden Bereich experimenteller Zwischenformen mit Theater, Video und Bildender Kunst.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist kostenlos. Between Pianos ist zu sehen und zu hören am Freitag, 14. Oktober um 14 und 16 Uhr, am Samstag, 15. Oktober, um 13 und 15.30 Uhr und am Sonntag um 16.10 und 15.30 Uhr.