Am morgigen Samstag öffnen die Eisenbahnfreunde Donaueschingen ihr Stellwerk beim Bahnhof direkt hinter dem Glashaus, um der Öffentlichkeit bei der schon traditionellen Ausstellung das Hobby Modelleisenbahn näher zu bringen.

Arbeit das ganze Jahr über

Das ganze Jahr über wird an den Clubabenden gewerkelt, doch einmal im Jahr, nämlich um die Adventszeit, konzentriert sich alles auf die Eisenbahnanlagen im Clubheim im alten Stellwerk. Am Samstag vor dem zweiten – und dem folgenden dritten und vierten Advent – lädt der Verein die Bevölkerung ein, um die bestehenden Anlagen und auch die Neuerungen zu besichtigen.

Verschiedene Loks und Züge drehen im Advent wieder ihre Kreise auf der Modellbahnanlage der Eisenbahnfreunde Donaueschingen.
Verschiedene Loks und Züge drehen im Advent wieder ihre Kreise auf der Modellbahnanlage der Eisenbahnfreunde Donaueschingen. | Bild: Bernd Spadinger

Wer während der Adventszeit noch zu viel Privates zu erledigen hat, der hat dann am 5. Januar 2020 noch einmal die Gelegenheit, die Jahresausstellung zu besuchen. Die über 50 Mitglieder, davon circa 15 Jugendliche, präsentieren dabei den Verein und die Anlagen, die im Stellwerk permanente Aufwertung erfahren. Das Flaggschiff ist die legendäre Donautalbahn, die trotz ihres Alters von ihrem Reiz nichts eingebüßt hat. Sie zeigt einen Ausschnitt von Hausen im Tal.

Marcel Schwer ist bei den Eisenbahnfreunden für die Digitalisierung der Modellbahnen zuständig.
Marcel Schwer ist bei den Eisenbahnfreunden für die Digitalisierung der Modellbahnen zuständig. | Bild: Roger Müller

Längst werden hier die Züge, die durch mit viel Liebe zum Detail gestaltete Landschaft fahren, über den Computer gesteuert. „Ganze Fahrpläne können nachgestellt und die Anlage so betrieben werden, dass die Züge den gesamten Tag autonom durchfahren“, so der Beisitzer Marcel Schwer, der sich um die komplette Programmierung der Anlagen kümmert.

Bahnbetriebswerk nachgebaut

Zusätzlich bewundern können Besucher die Nachbildung eines Bahnbetriebswerks. „In diesen Werken wurden früher die Dampfloks restauriert, gereinigt, aufgerüstet und repariert. Mit der Nachbildung können diese Prozesse beobachtet werden“, erläutert Marcel Schwer. Auch der Arbeitstisch des Lok-Doktors findet hier ihren Platz, hier werden alte Lokomotiven repariert oder auch digitalisiert.

Ehrenpräsident Heinz Schmidt hilft tatkräftig beim Bau der Modelleisenbahn mit.
Ehrenpräsident Heinz Schmidt hilft tatkräftig beim Bau der Modelleisenbahn mit. | Bild: Bernd Spadinger

Von dort aus geht es direkt zur neuen, sich noch im Bau befindlichen, Anlage der Spur HO im Maßstab 1:87. Hier hielt die Digitalisierung kompletten Einzug, „hier wird alles nur noch digital über Bussysteme und Protokolle gesteuert“, so Schwer. „Ganz stolz sind wir in diesem Jahr, dass wir nun zum ersten Mal im Kreis fahren können, und nicht nur von links nach rechts.“ Es wurden viele Arbeitsstunden und Material aufgewandt, um die Anlage weiter zu bauen. „Auf der Anlage können 40 Züge á 1,75 Meter Länge fahren, der längste Zug kann bis zu 3,50 Meter haben“, so der Beisitzer nicht ohne Stolz. „Wenn die Anlage komplett fertig ist, werden fast 300 Meter Gleis verbaut sein.“

Züge bis zu 3,5 Meter lang

An der kommenden Ausstellung können auf alle Fälle schon einmal zwei Ebenen begutachtet werden. „Wir wollen demonstrieren was wir können, und auch das wir mit dem Stand der Technik gehen“, so Schwer. Nicht nur Stunden investieren die Mitglieder des 1982 gegründeten Vereins, auch mussten einige Euro in die Hand genommen werden. „Wir finanzieren uns zum einen aus Mitgliedsbeiträgen sowie dem Herbstfest, und nicht zuletzt aus der Weihnachtsausstellung.“

Vier Euro Eintritt

Neben den vier Euro Eintritt für Erwachsene (Kinder sind frei) werden an den fünf Ausstellungstagen auch Speisen und Getränke angeboten. Doch nicht nur Modelleisenbahnliebhaber sind willkommen, wie jedes Jahr gibt es für Eisenbahnfreunde einen Flohmarkt, wo Modelleisenbahnzubehör gekauft werden kann.