Schon als kleiner Junge war Heinrich Fürst zu Fürstenberg begeistert von seinem Urgroßvater. Zwar hat er Max Egon II nie persönlich kennengelernt, da dieser bereits neun Jahr vor seiner Geburt gestorben ist, aber im Schloss Heiligenberg waren noch viele Spuren von ihm zu entdecken.

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Heiligenberg war nicht nur der Geburtsort von Max Egon II, sondern auch sein Lieblingsschloss, wo er seine letzte Ruhestätte fand. Nicht nur in Briefen, Tagebüchern und Dokumenten hat der Fürst seinen Vorfahr wiedergefunden, sondern auch in vielen Geschichten. „Es wurden viele Geschichten über ihn erzählt: Amüsantes, Ehrfurchtsvolles, aber auch, wie bei jedem Menschen, so manches Despektierliches“, blickt Heinrich zu Fürstenberg zurück.

Massimiliana zu Fürstenberg und Anke Huchler vom Frohsinn, der traditioniell im Schloss die Bewirtung übernimmt.
Massimiliana zu Fürstenberg und Anke Huchler vom Frohsinn, der traditioniell im Schloss die Bewirtung übernimmt. | Bild: Roland Sigwart

Und Max Egon II hatte auch ein interessantes Leben: die tiefe Freundschaft zum deutschen Kaiser Wilhelm II, das Kaiserreich, zwei Weltkriege, die Abschaffung des Adels und die Weimarer Republik. Er wurde vom Fürsten zum Bürger und vom Österreicher zum Deutschen und er hat auch in Donaueschingen seine Spuren hinterlassen und das nicht nur durch die Gründung und Etablierung der Musiktage.

Archivar Andreas Wilts hat mir sechs Autoren die Biografie von Max Egon erschaffen.
Archivar Andreas Wilts hat mir sechs Autoren die Biografie von Max Egon erschaffen. | Bild: Roland Sigwart

„Er hat Donaueschingen in das Bewusstsein der Deutschen und auch darüber hinaus gebracht“, erklärt der Fürst. Und für die nachfolgenden Generationen des Haus Fürstenbergs sei Max Egon stets ein Vorbild gewesen. „Wenn auch nicht in allem“, sagt Heinrich zu Fürstenberg mit einem Schmunzeln.

Treffen im Kaminzimmer: Jeanette Erbprinzessin zu Fürstenberg unterhält sich mit Maximilian Prinz zu Fürstenberg.
Treffen im Kaminzimmer: Jeanette Erbprinzessin zu Fürstenberg unterhält sich mit Maximilian Prinz zu Fürstenberg. | Bild: Roland Sigwart

Und so ist das Buch über ihn auch keine Heiligenbibel geworden. „Der Fürst hat uns das Vertrauen entgegengebracht, dass wir völlig frei arbeiten durften“, sagt Andreas Wilts. Der Archivar hat gemeinsam mit sechs Autoren die Biografie über Max Egon erschaffen, die den Fürsten völlig „ungeschminkt“ und wissenschaftlich fundiert zeichne. 464 Seiten mit 330 Abbildungen zeichnen nicht nur sein Leben nach, sondern spiegeln auch fast ein ganzes Jahrhundert wieder, das von vielen Umbrüchen und Krisen geprägt war.

Das Haus Fürstenberg in Komplettvertretung (von links): Jeannette, Christian, Massimiliana und Heinrich zu Fürstenberg.
Das Haus Fürstenberg in Komplettvertretung (von links): Jeannette, Christian, Massimiliana und Heinrich zu Fürstenberg. | Bild: Roland Sigwart

Biografien erfreuen sich wachsender Beliebtheit und wenn das Fürstenhaus einlädt, dann ist das gleich etwas Besonderes: Rund 130 Gäste kamen so zur offiziellen Buchvorstellung.

Unter den Gästen sind auch Landrat Sven Hinterseh, OB Erik Pauly und Bürgermeister Severin Graf.
Unter den Gästen sind auch Landrat Sven Hinterseh, OB Erik Pauly und Bürgermeister Severin Graf. | Bild: Roland Sigwart

Vertreter aus der Politik wie Landrat Sven Hinterseh, die Donaueschinger Verwaltungsspitze mit Erik Pauly und Severin Graf gleich im Doppelpack, aber auch Bräunlingens Bürgermeister Micha Bächle oder der Kollege aus Heiligenberg, Frank Amann. Pfarrer Erich Loks war ebenso unter den Gästen zu finden wie die beiden Ehrenbürger Bernhard Everke und Hans-Jürgen Bühler und alle Gemeinderatsfraktionen waren gleich mit mehren Vertretern präsent.

Christian Erbprinz zu Füstenberg (Mitte) im Austausch mit den Gästen wie Bräunlingen Bürgermeister Micha Bächle.
Christian Erbprinz zu Füstenberg (Mitte) im Austausch mit den Gästen wie Bräunlingen Bürgermeister Micha Bächle. | Bild: Roland Sigwart

Doch Hauptdarsteller war an diesem Abend Max Egon II, den Andreas Wilts mit vielen Bildern und sogar einem 107 Jahre alten Film präsentierte. Wilts gelang es, einen Abriss zum Leben von Max Egon zu geben, den Mann zu porträtieren und gleichzeitig Appetit auf das Buch zu machen. Beim anschließend Treffen im Kaminzimmer waren unter den Gästen viele zu entdecken, die einen dicken Wälzer gesichert hatten.

Viele Gäste kaufen sich nach der offiziellen Buchtaufe im Spiegelssaal gleich ein Exemplar von „Max Egon II. zu Furstenberg – Furst, Soldat, Mazen“.
Viele Gäste kaufen sich nach der offiziellen Buchtaufe im Spiegelssaal gleich ein Exemplar von „Max Egon II. zu Furstenberg – Furst, Soldat, Mazen“. | Bild: Roland Sigwart