Wer erinnert sich noch an die Zeiten, als Fotodrohnen Elemente aus der Science-Fiction-Filmwelt waren und der Luftraum im Wesentlichen dem Militär vorbehalten? Damals war es eine schicke Besonderheit, eine Aufnahme des eigenen Anwesens als scharf gestochenes Farbbild an die Wand zu hängen. Der Weg zum Abbild des eigenen Erfolgs war nicht billig. Von Haustür zu Haustür zogen Anbieter und ließen sich die Fotografierdienste gerne mal mit einer dreistelligen D-Mark-Summe vergüten.

Motive in Bleistift- und Ölfarben

Heute ist der Himmel offen und fürs Abbilden der Donaueschinger Wohnlandschaft stehen andere künstlerische Formen zur Verfügung. Zu sehen sind sie gegenwärtig während der Öffnungszeiten im ersten Obergeschoss des Rathaus II. Dort stellt Karl-Heinz Mommert naturalistischen Kunstwerke aus. Unter den Exponaten wird so mancher Donaueschinger sein Haus und seine Heimat auf fantastisch realistische Weise in Bleistiftzeichnungen aber auch in Ölfarben festgehalten, wiederfinden.

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Dabei empfindet es der 82-jährige Künstler schlicht als Paradies, einfach irgendwo mit Pinseln und Farben auf der Palette vor einer Leinwand zu sitzen. Die Sonnenblumenfelder der Baar haben es ihm ebenso angetan wie die wunderbaren Gebäude in Donaueschingen mit Balkonornamenten oder Erkern. „Faszinierend sind sie in jeder Jahreszeit“, so der Künstler der seit 1964 in Mühlhausen lebt.

Lithographen-Ausbildung vor fast 70 Jahren

Wer beim Bilderstreifzug Wohlbekanntes entdecken möchte, hat dazu gute Chancen. Denn Mommert hat sich vor bald 70 Jahren in Berlins damals traditonsreichster Kunstanstalt zum Lithographen ausbilden lassen. Seither prägt der Beruf seine Malerei, wo stets exaktes und detailliertes Arbeiten gefordert war.

Der Blick über die Schützenbrücke Richtung St. Johann: einfangen von Karl-Heinz Mommert
Der Blick über die Schützenbrücke Richtung St. Johann: einfangen von Karl-Heinz Mommert | Bild: Simon, Guy

Licht und Schatten, Wolkenbildungen oder Tageszeitenwechsel änderten den Farbeindruck während des Malens. Schlichtweg unendlich viele Nuancen seien zu beachten: Weit mehr als beim Drücken auf den Auslöser beim damaligen Luftbild.