Dem sicheren Tod entronnen sind vergangene Woche zwölf Kiebitz-Küken. Sie wurden in einer Blitzaktion beim Flugplatz Donaueschingen gerettet. Wie kam es dazu?

Landwirte entdecken Kiebitz-Familien im Acker

Für Stefan und Bernhard Bolkart vom Weiherhof war ein zur Vernässung neigender Acker soweit abgetrocknet, dass die Aussaat möglich war. Problematisch für das Vorhaben: Vier Kiebitz-Hennen mit ihrem zahlreichen, aber wenig mobilen Nachwuchs haben sich das Feld als Kinderstube auserkoren.

Die Kiebitzschützer Otto Körner (von links), Bernhard Bolkart und Helmut Gehring freuen sich über die gemeinsam gelungene Aktion.
Die Kiebitzschützer Otto Körner (von links), Bernhard Bolkart und Helmut Gehring freuen sich über die gemeinsam gelungene Aktion. | Bild: Nabu

Bevorstehende Aussaat lebensbedrohlich

Die Küken wären glatt unter die Räder gekommen, genauer: unter die Egge mit breiter Sämaschine. Bei einer direkt vom Aussterben in Baden-Württemberg bedrohten Art wäre das fatal, dachte sich Landwirt Bernhard Bolkart – und informierte abends den Kiebitzspezialisten Otto Körner. Am Tag darauf sollte die Mais-Einsaat stattfinden.

Experte Helmut Gehring bringt Vogelkinder in Sicherheit

Es galt nun, die Kiebitz-Küken mit viel Gefühl vor dem herannahenden Traktor in Sicherheit zu bringen.Aber Körner weilte in Stuttgart – wen könnte er dafür gewinnen? Da kam aus dem Kreis der Baaremer Ornithologen einer genau richtig: Helmut Gehring übernahm die Aufgabe – und das mit vollem Erfolg. Die abendliche Kontrolle zeigte: Alle zwölf Küken einschließlich ihrer vier Mütter waren wohlauf.

Jetzt ist der Fuchs die größte Gefahr

Jetzt hoffen alle, dass die Kiebitz-Küken die nächsten drei bis vier Wochen bis zur Flugfähigkeit ungefressen überstehen. Warum ungefressen? Weil Studien nachgewiesen haben, dass der Fuchs seit Beginn der Tollwutimpfung Mitte der 1980er Jahre aufgrund seiner dramatischen Bestandszunahme zum größten Todfeind aller Bodenbrüter wie Rebhuhn, Brachvogel und eben dem Kiebitz erwachsen ist.

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