Die Donau hat in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten schon viele Dichter, Philosophen, Politiker oder Sportler zu außergewöhnlichen Aktionen animiert. Die Tatsache, dass der zweitgrößte und zweitlängste Fluss Europas gleich zehn Länder berührt und durchfließt, macht die Donau so außergewöhnlich interessant und inspiriert zu vielen Ideen. Mit einer solchen Idee sorgt jetzt der Lauftreff (LT) Pfohren für Aufsehen. 21 Mitglieder wollen Pfingsten 2019 von den Brigach- und Bregquellen binnen zwölf Tagen die 3145 Kilometer bis zur Donaumündung ins Schwarze Meer laufen. Und das alles für einen karitativen Zweck.

Die Mitglieder des LT Pfohren gelten seit Jahren als sehr innovativ. Immer wieder wird nach neuen Ideen gesucht, um die eigene Laufleidenschaft mit populären Aktionen zu verknüpfen. Erst 2015 wurde die Idee eines Hallenmarathons geboren, der in diesem Jahr in der Arena Geisingen bereits seine dritte Auflage mit einer neuen Rekordbeteiligung erlebte. Ebenso geht auf den LT Pfohren der Fürstenbergsprint in Neudingen zurück. Nun folgt der sogenannte „Donaulauf 2019“. Die 3145 Kilometer wurden inzwischen in 291 Einzeletappen aufgeteilt. Die erste Etappe von der Martinskapelle bis Schönenbach, die letzte in Rumänien von Mahmudia bis Murighiol. Wichtigstes Ziel ist es dabei, eine möglichst fünfstelligen Summe für die SWR-Herzensache zu generieren, eine von SWR, SR und Sparda-Bank initiierte Kinderhilfsaktion.

Als die Pfohrener im vergangenen Jahr auf der langen Rückfahrt vom Rennsteig-Lauf in Thüringen waren, wurde die neueste Idee geboren. „Wir waren uns alle sofort einig, dass wir das Projekt angehen und umsetzen wollen. Ebenso war schnell klar, dass wir Gelder für gemeinnützige Zwecke sammeln wollen“, sagt Thomas Schneider, zweiter Vorsitzender beim LT Pfohren. Er selbst bot die Aktion bereits im Januar in Mainz im persönlichen Gespräch bei den Führungsmitgliedern der Aktion Herzensache an und stieß sofort auf Interesse.

Um möglichst eine große Geldsumme zu akquirieren, soll möglichst jede der 291 Einzeletappen an einen Sponsor verkauft werden. Den Anfang machte schon jetzt ein Hüfinger Unternehmen, dass sich die Etappe von Donaueschingen bis Neudingen sicherte. Je nach Attraktivität des Streckenabschnitts sind diese Etappen für 100 bis 500 Euro ausgeschrieben. „Nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Möchten Privatpersonen, Städte oder Unternehmen mehr geben, nehmen wir das gern an“, ergänzt Schneider.

Starten soll der „Donaulauf 2019“ am 7. Juni, dem Freitag vor Pfingsten. Die 21 Läufer teilen sich zunächst in zwei Gruppen auf. Eine Gruppe beginnt an der Bregquelle, die andere an der Brigachquelle. In Donaueschingen an der Donauquelle kommt es wie beim Fluss zur Vereinigung der beiden Laufgruppen. Fortan läuft jeweils eine Gruppe mit jeweils einem Läufer, der zeitweise, vor allem im Süden Europas, von einem Fahrradfahrer begleitet werden soll. Jeweils eine Gruppe läuft demnach 24 Stunden, wobei aller zehn Kilometer der Athlet gewechselt wird. Die zweite Gruppe regeneriert zwischenzeitlich, bevor auch diese wieder den symbolischen Staffelstab übernimmt. Am 19. Juni soll das gemeinsame Ziel erreicht sein.

„Pfohren ist der erste Ort an der Donau. Für uns als Lauftreff Pfohren ist das Antrieb, Motivation und Inspiration genug, um uns dieser Herausforderung zu stellen“, fügt Thomas Schneider an. Rund 50 Prozent der Läufer werden Frauen sein, die in erster Linie von Fahrradfahrern begleitet werden. Alle Läufer sind Mitglied beim LT Pfohren.

Da die Aktion nicht binnen weniger Tage geplant und umsetzbar ist, sind die Vorbereitungen bereits im Januar 2018 detailliert angelaufen. „Wir brauchen zeitlich und organisatorisch einen größeren Vorlauf. Auch die potenziellen Sponsoren lassen sich nicht in wenigen Stunden finden“, ergänzt Schneider. Ganz aktuell wurde jetzt die Homepage „www,donaulauf.eu“ ins Internet gestellt. Dort sind schon jetzt die teilnehmenden Athleten in Kurzporträts zu sehen. Dazu kommen alle nur denkbaren Information zu Lauf, Strecke und Zielen. „Wir hoffen auf viele Helfer und Unterstützer, damit der Lauf zu einem großen Erfolg wird. Wir Sportler werden alles geben und laufen nicht als Touristen entlang der Donau. Deswegen läuft jeder Athlet die in einer Marschtabelle zugeteilten Etappen in seinem individuell angegebenen Lauftempo. Wir freuen uns schon jetzt, auf die sicherlich größte Herausforderung unserer Läufer und unseres Vereins“, so Thaoms Schneider.

 

Der Lauftreff Pfohren, seine Geschichte und seine Sportler

  • Lauftreff Pfohren: Der Lauftreff Pfohren hat seinen Ursprung im Jahre 1991. Damals trafen sich einige Laufinteressierte, um gemeinsam für einen Triathlon-Wettkampf zu trainieren. Ab dem Jahr 2000 agierte der Lauftreff als Untergruppe des FC Pfohren. 2009 erfolgte die Vereinsgründung als Lauftreff Pfohren. Seit 2011 verfügt der Lauftreff Pfohren über eigene ausgebildete Lauftrainer, derzeit sind es sieben Trainerinnen und Trainer. Aktueller Vorsitzender ist Wolfram Rothweiler.
  • Die Teilnehmer: Am großen Donaulauf 2019 des Lauftreffs Pfohren nehmen nach aktuellem, heutigen Stand teil: Adolf Eckert, Alexander Grigo, Andrea Schneider, Andreas Bischof, Frank Götze, Herbert Grieshaber, Julia Czernawski, Janosz Schneider (Betreuer), Julia Schacherer, Klaus Herrmann, Lars Schweiger, Lars Winheller, Lilia Pfeif, Marc Schneider, Melanie Mahler, Peter Adis, Rainer Sprich, Sven Graf, Therese Hackenbeck, Thomas Lehmann, Thomas Schneider und Werner Müller.

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