Im Rathaus freut man sich stets, wenn das Stadtoberhaupt eine "sympathische Idee" hat. Das ist dann auch gerne mal eine explizite Betonung wert. Wir erinnern uns: Schon beim Stadtbus – das Herzensprojekt von Erik Pauly – präsentierte er eine "sympathische Idee". Die Kinder der Erich-Kästner-Schule haben damals die Ansagen für die Haltestellen eingesprochen. Und seit Anfang Oktober erklingen nun ihre Stimmen in den Bussen, die auf drei Linien im Halbstundentakt durch die Stadt kreisen.

Nun hat der Oberbürgermeister erneut mit einer "sympathischen Idee" zugeschlagen. Als Offizier der Reserve weiß er schließlich genau, wie das Soldatenleben so ist. Und nachdem schon der Abzug der Franzosen so ein bitteres Loch hinterlassen hat, muss man die Freundschaft zu den deutschen Soldaten doch besonders pflegen. Schließlich würde ein zweites Konversionsgelände nun wirklich alle Kapazitäten – sowohl personell als auch monetär – sprengen.

Doch was tun, wenn die Soldaten gerade gar nicht in Donaueschingen sind, sondern im fernen Litauen? Denn dort sind seit Februar 2018 bis zu 430 Soldaten des in Donaueschingen stationierten Jägerbataillons 292 und des 3. Deutsch-Französischen Versorgungsbataillons als Teil einer multinationalen Battlegroup im litauischen Rukla im Einsatz. Noch bis im August übernehmen die Donaueschinger Soldaten dort die Führung der NATO-Mission „Enhancend Forward Presence“, um vor Ort mit Militäreinheiten anderer Länder Übungen auszurichten und die Ausbildung der litauischen Streitkräfte zu unterstützen.

Man schickt ihnen einfach einen „Gruß aus der Heimat“. Und da Freundschaft ja bekanntlich durch den Magen geht, gibt es für die Soldaten in der Ferne eine ordentliche Mahlzeit in Form eines Schwarzwälder Schinken-Vespers. Keine Sorgen, der Donaueschinger Haushalt wird durch die "sympathische Idee" nicht belastet. Gesponsert wird „der Gruß aus der Heimat“ von der Firma Schwarzwaldhof aus Blumberg, einem Produktionsbetrieb, der das traditionelle Kulturgut Schwarzwälder Schinken aufrechter halten will und sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist. Na dann: Guten Appetit.