Großer Reichtum an Ideen, nicht nachlassende Energie der Künstlergilde Donaueschingen: 27 aktive Maler, Bildhauer, Fotografen und "Installateure" haben am Freitagabend ihre Jahresausstellung 2018 eröffnet. Gut 300 Besucher waren mit dabei, der Bartók-Saal der Donauhallen wird für eine gute Woche zur Galerie und bietet mit den ausgestellten Arbeiten Gelegenheit, über künstlerisches Schaffen, Umwelt und Alltag zu reflektieren. Vieles ist in der Halle zu besichtigen, Überraschendes, Neues Farbiges, was auf Leinwand, Papier oder in Holz, Stein und Metall Ausdruck sucht und findet.

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Jazz zum Auftakt

Das Jazz-Duo Sebastian Schnitzer am Klavier und Volker Basler am Saxophon eröffnet die Werkschau mit grandiosen musikalischen Farben: Die beiden Donaueschinger Musiker haben ihren Ausdruck im Jazz gefunden und spielen eine klangstarke kommunikative Musik, Jazz mit warmen Saxophonklängen und akzentuierter abwechslungsreicher Rhythmik: Musik, die die Bilder ergänzt, den Blick weitet und das Ohr öffnet.

Wolfgang Zimmermann, der Vorsitzende der Künstlergilde wie auch OB Erik Pauly loben die gezeigten Arbeiten und freuen sich über die gut besuchte Vernissage: Donaueschingens Bartók-Saal ist für gut eine Woche ein wichtiger Anziehungspunkt für Kunstfreunde. Ein Ereignis, das sich einreiht ins Angebot von Musiktagen, Museum Art Plus, Fürstenberg zeitgenössisch oder Galerie im Turm.

Keine Ratlosigkeit bei den Werken

Tamara Tziroulnikoff vom Burda-Museum in Baden-Baden führt in die Ausstellung ein und lässt dabei die Künstler selbst zu Wort kommen. "Wir stehen den Werken nicht ratlos gegenüber", sagt sie und der Satz "Ich suche nicht, ich finde" ist mehrfach zu hören, die Frage, wo kommen wir her, wo gehen wir hin, beschäftigt nicht nur Ausstellungs-Organisator Charly Walter, der erneut eine große Holz-Skulptur ins Zentrum der Halle stellt. Uta Spänles Kosmos mit bis zu zehn übereinandergelegten Schichten, Erika Lohners Form und Farbe. Und Stefan Kees mit seiner stetigen Frage: "Was ist Malerei?" Er malt Bilder, zerreißt sie anschließend mit einer Latte, um die zerlegten Papierbögen zu einer Skulptur wieder zusammenzusetzen.

Was die Aussteller bieten

Auf neuen Wegen wandelt Monika Rosenberger: Sie hat nach farbigen Arbeiten, die mit Acryl, Farbpigmenten oder Gesteinsmehl gemalt sind, ein Tiefdruckverfahren wieder entdeckt, das sich Intagliotypie nennt. Aus Fußspuren im Sand oder kleinteiligen Strukturen entsteht am Ende ein grafisches Blatt, das an feinziselierte Radierungen erinnert und konzentriertes Betrachten erfordert. Alexander Weynmann und Ulrich Zandona steuern große Installationen bei. Der eine erinnert mit auf dem Boden ausgelegten Fassdauben an die gestrandeten Bootsflüchtlinge, die am Ende die Hoffnung verlieren, weil sie das Tor, durch das sie gehen nicht in die Freiheit sondern vor eine unüberwindbare Mauer führt. Und Zandona hat Umwelt und verschmutzte Luft im kritischen Blick: Alte Dachfenster auf der Empore der Halle werden dabei etwa zum Labor.