Bestürzende Nachrichten kamen kürzlich aus Schwäbisch Gmünd. Ein Dreijähriger entfernte sich während eines Spielplatzbesuches unbemerkt von seiner Gruppe und wurde kurz darauf leblos im nahe gelegenen Fluss Rems entdeckt.

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„Darüber haben wir natürlich gesprochen“, sagt der Leiter der Technischen Dienste (TD), Armin Börnert. Zum einen, weil viele Mitarbeiter selbst Kinder hätten, zum anderen, weil die Spielplätze der Stadt seit Jahren komplett eigenständig durch die TD erneut werden.

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Das gelte von der Planung bis zur Ausführung, sagt die Pressesprecherin der Stadt, Beatrix Grüninger. Doch kann sich ein Unfall wie in Schwäbisch Gmünd auch in Donaueschingen ereignen? Börnert nennt einige Punkte, die für einen ausreichenden Sicherheitsstandard sprechen.

Sie sollten aber keineswegs eine trügerische Sicherheit vermitteln: „Letztlich sind es die Aufsichtspersonen wie Eltern, Großeltern oder Erzieherinnen, die aufpassen müssen, damit auch das immer vorhandene Restrisiko möglichst minimiert wird.“

  • Kontrollen: In Schwäbisch Gmünd passierte der tödliche Unfall außerhalb des Spielplatzes. Die TD setzen den Sicherheitsaspekt innerhalb der Anlage an. Hier steht ein engmaschiges Kontrollnetz. Mindestens ein- bis zweimal die Woche machen die Reinigungstrupps auf allen Spielplätzen eine Sichtkontrolle. Alle 14 Tage sind die Spielplatzkontrolleure unterwegs. „Da sind Schlosser und Schreiner dabei“, sagt Börnert. Jeweils Dreiertrupps kümmern sich um Kernstadt und Ortsteile. Und da gibt es noch die Jahreskontrolle, die ein extern beauftragter Sicherheitsbeauftragter durchführt. Nicht weniger als vier Leitzordner dokumentieren in Börners Aktenschrank Wartung, Pflege, Reparatur, Austausch und Kontrolle der Spielplätze über Jahre weg.

Michael Bürer (links) und Daniel Winkler von den Technischen Diensten setzen bei der Neugestaltung des Spielplatzes „Auf der Breite“ in Wolterdingen die Umrandungen.
Michael Bürer (links) und Daniel Winkler von den Technischen Diensten setzen bei der Neugestaltung des Spielplatzes „Auf der Breite“ in Wolterdingen die Umrandungen. | Bild: Stadt Donaueschingen

Materialien: „Die Spielgeräte bauen wir nicht selbst“, schickt der TD-Leiter voraus. Die einfache Schaukel am Baum, ein selbst gesägtes Brett, zwei Löcher und ein dickes Seil, das gebe es heute nicht mehr. „Wenn etwas passiert, wären wir völlig angreifbar.“ Deshalb werden Spielgeräte gekauft: TÜV-geprüft, zertifiziert und in der Regel in den Katalogen renommierter Anbieter geführt. Denn nichts ist ärgerlicher, als wenn es kein Ersatzteil gibt, weil der Hersteller Pleite gemacht hat. Verwendet werden langlebige Materialien. Holz etwa.

Reparaturen können dauern

Die TD verwenden überwiegend Metallversionen. „Die sind nicht so witterungsanfällig“, erklärt Börnert. Dieser Aufwand geht ins Geld und fordert mitunter Geduld. Denn es könne bei Reparaturen einige Zeit dauern, bis ein Ersatzteil eintrifft. Das Spielgerät wird bis dahin gesperrt. So wie unlängst ein Trampolin im Irmapark, das eine defekte Feder aufwies. Aktuell müssen die TD ein Wackeltier auf dem Spielplatz hinter der AOK an der Herdstraße ersetzen, an dem ein Teil abgebrochen war.

Diese Wackelfigur wird demnächst wieder auf dem Spielplatz hinter der AOK aufgestellt. Armin Börnert, Leiter der Technischen Dienste arbeitet bei der Beschaffung der Spielgeräte gerne mit renommierten Anbietern zusammen.
Diese Wackelfigur wird demnächst wieder auf dem Spielplatz hinter der AOK aufgestellt. Armin Börnert, Leiter der Technischen Dienste arbeitet bei der Beschaffung der Spielgeräte gerne mit renommierten Anbietern zusammen. | Bild: Wursthorn, Jens
  • Absperrung: Die Stadt Donaueschingen legt die Spielplätze abseits stark befahrener Straßen an. „Zudem gibt es bei uns keinen echten Fluss“, fügt Börnert an. Was die Stadt natürlich nicht aus der Verantwortung entlässt. Ein Kind müsse beim Verlassen des Spielplatzes abgebremst werden, nennt Börnert eine Vorschrift. Deshalb habe es auch in Aufen genügt, den Spielplatz mit einem hohen Erdwall abzugrenzen. Der aktuell zu sanierende Spielplatz „Auf der Breite“ in Wolterdingen wie auch der 2019 modernisierte Spielplatz „An der Halde“ in Pfohren werden jeweils mit Gitterstabmatten umschlossen: Das sind Metallzäune, die nicht überklettert werden können und das Gelände einsehbar machen.

Das Metallgerüst der Schaukel wird vor dem Betonieren fixiert. Daniel Brodhag (links), René Schmidt und Werner Kleiser (rechts) dürfen sich möglichst nicht bewegen.
Das Metallgerüst der Schaukel wird vor dem Betonieren fixiert. Daniel Brodhag (links), René Schmidt und Werner Kleiser (rechts) dürfen sich möglichst nicht bewegen. | Bild: Wursthorn, Jens
  • Irmapark: Die Nähe zu einem Fließgewässer: Da kommt der Spielplatz im Irmapark ins Spiel, den die Stadt als Mehrgenerationenanlage mit innovativer Geräteausstattung gebaut hat. Hier biete eine Hecke als Einfriedung, eine Fahrbahn, auf der Schrittgeschwindigkeit gilt und rund 20 Meter Abstand bis zur Böschungskante Schutz. Generell sei es aber die Pflicht der Aufsichtspersonen, die Kinder im Auge zu behalten, zumal es zum Konzept der Anlage gehöre, das Wasser, also die Brigach, zugänglich zu halten.

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  • Beschilderung: Und wenn doch mal etwas passiert? Da hilft in der Aufregung eine klare Beschilderung der Anlage. Die ist in Donaueschingen einheitlich. Die Nummern von Notruf und Polizei sind hinterlegt sowie der genaue Name des Spielplatzes. Fatale Fehler schließen Piktogramme aus. Nicht nur, dass Alkohol, Zigaretten, Fahrräder und Hunde dort verboten sind, erklären sie. Nein, sie weisen auch auf ein mitunter wenig beachtetes Verletzungsrisiko hin.

Eine übersichtliche Beschilderung der Spielplätze ermöglicht im Notfall rasche Hilfe.
Eine übersichtliche Beschilderung der Spielplätze ermöglicht im Notfall rasche Hilfe. | Bild: Wursthorn, Jens

  • Ein Piktogramm zeigt einen Kinderkopf mit Fahrradhelm, durchgestrichen. Denn Kinder müssen auf den Spielplätzen ihre Fahrradhelme abnehmen. Fürchterlich wäre es, wenn eines beim Durchklettern eines Gerätes hängen bleiben und sich schlimmstenfalls strangulieren könnte.