Es ist über 60 Jahre her, als Heinrich Schenk in Donaueschingen sein Abitur gemacht hat. Danach hat er eine Ordensschule besucht und hat sich seiner Lebensaufgabe, der Mission gewidmet. Jahrzehnte arbeitete Schenk als Missionar auf den Philippinen, regelmäßige Besuche in der Heimat ließen den Kontakt zu alten Freunden nie abreißen. Und auch wenn Schenk inzwischen als Pensionär in einem Seniorenheim bei Manila lebt, finden seine Berichte in die Heimat immer noch kräftigen Widerhall. Den Austausch vermittelt dabei Giulio Covella, der bei der Kolpingfamilie Schriftführer ist.

Und Covella erreichte nun einen Hilferuf besonderer Art: Die Familie eines besonderen Schützlings sei unverschuldet in große Not geraten, schrieb Pater Schenk aus Südostasien. Vor Jahren konnte Schenk dank der Hilfe von Donaueschinger Bürgern einem sehr begabten Mädchen den Schulbesuch ermöglichen. Aus dem Mädchen ist eine junge Frau geworden, die inzwischen studiert. Ein Unglück traf die Mutter dieses Mädchens. Sie wurde von einem Auto angefahren und so schwer verletzt, dass sie in der Behandlungsphase bis zuletzt in Lebensgefahr schwebte.

Zum Bangen um das Leben der Mutter kommt für die Familie die Angst vor dem finanziellen Ruin, ja sogar vor einer Verurteilung und Gefängnis. Denn die Philippinen haben kein Gesundheitssystem, wie wir es kennen. Patienten oder ihre Angehörige müssen einen Großteil der Kosten selbst bestreiten. Weil die Familie des Unfallopfers arm ist, konnte sie den Klinikaufenthalt nicht bezahlen. Sie musste sich dazu verpflichten die Rechnung in vier Monatsraten à 900 Euro abzustottern. Eine Rate konnte bezahlt werden, da spielte Pater Schenk seine Kontakte aus. Zunächst verbreitete sich der Hilferuf nur in der Kolpingsfamilie, dann ging er in den größeren Verteiler: Der Aufruf in der Seelsorgeeinheit zeigte eine grandiose Resonanz. 3000 Euro sind zwischenzeitlich zusammengekommen, berichtete Rudolf Hickl vom Arbeitskreis der Seelsorgeeinheit. Schenk könne nun auf dieses Geld zugreifen, werde dabei aber auch berücksichtigen, inwieweit die Familie auch selbst zahlen kann.