Während in anderen Ortsteilen lange nach einem Ortsvorsteher gesucht wurde, wurde in Hubertshofen zwar nicht gesucht und trotzdem standen in der konstituierenden Sitzung zwei Kandidaten zur Wahl. Denn Franz Ritter trat gegen die amtierende Ortsvorsteherin Monika Winderhalder an und setzte somit das Hick-Hack, das es schon im Vorfeld der Kommunalwahl gegeben hatte, fort.

Das ist der neue Ortschaftsrat von Hubertshofen (von links) Andreas Willmann, Franz Ritter, die wiedergewählte Ortsvorsteherin Monika Winderhalder, Michael Knöpfle und Harald Vogt.
Das ist der neue Ortschaftsrat von Hubertshofen (von links) Andreas Willmann, Franz Ritter, die wiedergewählte Ortsvorsteherin Monika Winderhalder, Michael Knöpfle und Harald Vogt.

Denn schon beim Aufstellen der Listen für den Ortschaftsrat hatte es ordentlich im kommunalpolitischen Getriebe geknirscht. Gleich drei Listen präsentierten sich in dem kleinen Hubertshofen. Eigentlich hätte Ortsvorsteherin Monika Winterhalder gerne eine gemeinsame Liste gehabt, doch plötzlich präsentierte die CDU einen eigenen Wahlvorschlag und dann gab es ja auch noch die Liste der Unabhängigen Bürger Hubertshofen (UBH). Auf keiner war allerdings der Name der Ortsvorsteherin zu finden.

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Doch Monika Winterhalder gab sich nicht kampflos geschlagen und stellt einfach eine eigene Liste auf. Ein Name für die dritte Liste war schnell gefunden – Monika. Schließlich gab es ja auch nur einen Namen auf der Liste. Und Monika Winterhalder wurde im Mai nicht nur wiedergewählt – sondern erzielte auch mit 274 Stimmen das beste Ergebnis.

Franz Ritter unterliegt gegen Monika Winterhalder

Und nun unternahm Franz Ritter also einen Vorstoß, die Führung in Hubertshofen zu übernehmen. Doch der Ortschaftsrat sprach sich mit drei zu zwei Stimmen für die Amtsinhaberin Monika Winterhalder aus. Zwar wurde geheim gewählt, doch die Stimmverteilung ist offensichtlich: Da Franz Bernhard Troll für die Sitzung entschuldigt war, fehlt eine CDU-Stimme. Während auf Franz Ritter genau so viele Stimmen entfallen sind, wie die UBH Sitze im Ortschaftsrat hat, ist auch klar, wer sich alles für die amtierende Ortsvorsteherin ausgesprochen hat.

Franz Ritter hat ein zweites Mal das Nachsehen

Auch bei der Wahl zum stellvertretenden Ortsvorsteher hatte Ritter das Nachsehen. Mit drei zu zwei Stimmen gewann Andreas Willmann die Wahl. Auch hier ist das Abstimmungsergebnis trotz geheimer Wahl offensichtlich. Damit wird Willmann weiterhin Stellvertreter bleiben. Diese Position hat er schon so lange inne, wie er im Ortschaftrat Hubertshofen sitzt und das sind 20 Jahre.

Doch nun wird eigens eine neue Position geschaffen

Damit in Hubertshofen aber das Knirschen im kommunalpolitischen Getriebe nicht noch lauter wird und endlich wieder Frieden einkehrt, wurde erstmals der Posten eines zweiten stellvertretenden Ortsvorstehers geschaffen. Den hat dann Franz Ritter bekommen. Ortsvorsteherin Monika Winterhalder stellte klar, dass nach außen hin nur die Ortsvorsteherin den Ort vertritt, die Stellvertreter dürfen nur auf ihre ausdrückliche Anweisung in Aktion treten.

Monika Winterhalder geht in die zweite Amtszeit

Nach der Wahl kann Monika Winterhalder nun ihre Arbeit als Ortsvorsteherin fortsetzen. „Ich freue mich sehr und bin wirklich sehr stolz, dass ich wieder Ortsvorsteherin sein darf“, sagt Winterhalder. Vor fünf Jahren hatte sie das Amt von Heinz Weniger übernommen und in ihrer ersten Legislaturperiode ein großes Engagemenet an den Tag gelegt. So war die Hubertshofener Vertreterin stets in den Sitzungen des Gemeinderates und den Ausschüssen anzutreffen. Und dabei ist es auch mehr als einmal passiert, dass sie – beispielsweise im für die Ortsteile weniger relevanten Kulturausschuss oder den Stadtbus-Sitzungen – allein auf der Ortsvorsteher-Bank Platz nehmen musste.

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In die erste Amtszeit fällt nicht nur der Defilibrator, den Hubertshofen nun nach einem jahrelangen Kampf seiner Ortsvorsteherin erhalten hat. Auch das Neubaugebiet ist auf Monika Winterhalder zurückzuführen. 30 Jahre haben Winterhalder und ihr Vorgänger versucht, Baulücken zu schließen. Doch nichts hat sich getan, doch trotzdem braucht es Bauplätze, um die Kinder im Ort halten zu können.

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Als dann ein altes Bauernhaus mit einem riesigen Grundstück auf den Markt kam, wurde die Idee geboren. Kaufen konnte und wollte das unter Denkmalschutz stehende Gebäude keiner. Aber mit einem Investor, der auch noch in Hubertshofen wohnt, konnte dann das Neubaugebiet Mühlwiesenanger mit zehn Bauplätzen entwickelt werden. Wie groß der Bedarf war, zeigt sich am schnellen Verkauf der Grundstücke.

Alles zum alten und neuen Ortschaftsrat

  • Ehrungen: Ortsvorsteherin Monika Winterhalder konnte vier verdienten Ortschaftsräten ehren. Sie haben zahlreiche Jahre ehrenamtlich, freiwillig und unentgeltlich den Ort vertreten und in dieser Zeit viel erreicht. Spitzenreiter ist Andreas Willmann, der sich seit 20 Jahre im Ortschaftsrat von Hubertshofen engagiert und genau so lange auch die Funktion des stellvertretenden Ortsvorstehers innehat. Harald Vogt ist seit 15 Jahren dabei und Franz Ritter und Monika Winterhalder sind seit zehn Jahren im Amt. Andreas Willmann bedankte sich für die Ehrung und äußerte, das auch wenn es ab und zu schwierig war, sei das Amt für ihn keine Last, sondern habe viel Spaß gemacht.
  • Abschied: Zwei Ortschafträte sind nun nicht mehr dabei. Andreas Wiehl hatte sich nach einer Amtszeit nicht mehr zur Wahl gestellt. Monika Maier hat zwar mit 101 Stimmen sieben Stimmen mehr erhalten als Michael Knöpfle. Doch weil die UBH-Liste mit 40,8 Prozent fast an das CDU-Ergebnis herangekommen ist, stand dieser Liste auch noch ein zweiter Sitz zu und Monika Maier hat daher ihren verloren.
  • Männerrunde: Die Ortsvorsteherin bedauerte das Ausscheiden von Monika Maier sehr, da jetzt die zusätzliche weibliche Note fehle. Außer der Ortsvorsteherin ist das Hubertshofener Gremium nämlich eher eine Männerrunde.
  • Der neue Ortschaftsrat: Neu im Rat sind Michael Knöpfle und Franz Bernhard Troll. Andreas Willmann, Franz Ritter, Monika Winterhalder und Harald Vogt wurden wiedergewählt. Franz Bernhard Troll war entschuldigt, seine Vereidigung soll in der nächsten Sitzung erfolgen.
  • Protokollführer gesucht: Nach zehn Jahren möchte Harald Vogt das Amt des Protokollführers abgeben. In Rahmen der Sitzung konnte jedoch niemand gefunden werden. Es wurde angeregt, wie in anderen Orten üblich einen Protokollführer von außen anzufragen. (lrd/jak)