Ein Spaziergänger machte am Dienstagabend eine schreckliche Entdeckung: Er hat in der Nähe des Grüninger Wohngebietes Rebberg am Waldrand in der Nähe eines Hochsitzes eine Katze gefunden. Nun beschäftigen sich der Tierschutzverein Villingen-Schwenningen und die Polizei mit dem Vorfall, der wohl kein Einzelfall in diesem Bereich ist.

"Der Fall ist bei uns aktenkundig und wir ermitteln", sagt Thomas Kalmbach, Pressesprecher im Polizeipräsidium Tuttlingen. Das Tier habe einen Bauchdurchschuss gehabt, ein Projektil sei nicht gefunden worden. Aber der Bericht des Tierarztes könne darüber Aufschluss geben, mit was für einer Art Waffe das Tier getötet worden sei.

Theresia Lydia Schonhardt, stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins, wurde noch am Dienstagabend vom Finder kontaktiert und hat sich darum gekümmert, dass die Katze schnellstmöglich von einem Tierarzt untersucht worden ist. In der Tierarztpraxis sei auch ein Röntgenbild von der Katze erstellt worden, das viel Aufschluss gebracht habe. Das Tier habe ein durch Schrot zerschossenes Knie an der linken Vorderpfote. Und im Bauchraum wären Schrotkugeln zu sehen gewesen.

Sie habe auch den Besitzer kontaktiert und lange mit ihm gesprochen: Er verstehe die Welt nicht mehr. Hinzu kommt, dass er nun auch das Verschwinden von Leas Mutter unter einem ganz anderen Gesichtspunkt betrachtet. Die Katze war vor drei Jahren spurlos verschwunden, damals habe er sich noch nichts dabei gedacht. Nun stellt er sich natürlich die Frage, ob auch sie das gleiche Schicksal hatte wie Lea.

Dass es sich um keinen Einzelfall handelt, nimmt auch Theresia Lydia Schonhardt an. Denn auch bei einer weiteren Katze im Grünginger Wohngebiet bestehe der Verdacht, dass sie angeschossen worden sei. Gespräche mit der unteren Jagdbehörde habe es bereits gegeben. Rechtlich ist die Sache klar: Seit das neue Jagd- und Wildtiermanagementgesetz am 1. April 2015 in Kraft getreten ist, sind streunende Hunde und Katzen kein Freiwild mehr und dürfen nicht geschossen werden.