Axel Kaltenbach kehrt zurück nach Donaueschingen. In den Räumen, in denen er schon gemeinsam mit seinem Bruder Oliver das Haus der Mode und Zweisam Mode betrieben hat, wird er ein neues Projekt starten und will gemeinsam mit einem Partner mit einem Outlet-Mode-Geschäft wieder für mehr Frequenz auf Karlstaße und der Innenstadt sorgen. Denn nachdem Zweisam Mode geschlossen wurde, stand nicht nur die Immobilie leer, in der Karlstraße entstand auch eine erhebliche Lücke und viele klagten über das schrumpfende Angebot in der Innenstadt.

Kaltenbachs Partner kommt ursprünglich aus der Outlet-Branche und hat in Österreich auch entsprechende Geschäfte. Der Standort Donaueschingen hatte ihm schnell zugesagt, allerdings seiner Hausbank nicht. "Seine Hausbank hat den Standort Donaueschingen als extrem schwierig bewertet und ihm davon abgeraten", erklärt Kaltenbach. Durch ihre Analyseabteilungen würden Banken die Situation vor Ort bewerten. Viele Dinge hätten darauf Einfluss: "Beispielsweise wenn Frequenzbringer wie Müller und Rossmann nicht im Zentrum, sondern am Stadtrand angesiedelt werden", erklärt Axel Kaltenbach. Sicher hätten mit der doppelten Schließung die Kaltenbachs auch ein bisschen zur Negativbewertung beigetragen. "Die Banken kennen aber nicht die Hintergründe."

Doch Kaltenbachs Partner wollte das Donaueschingen-Projekt trotzdem verwirklichen. Und nun teilen sich die Beiden das Risiko. Denn auch allein hätte Kaltenbach kein Outlet-Geschäft eröffnen können. "An die Lieferanten kommt man als normaler Händler gar nicht heran, nur wenn man ganz groß ist oder entsprechende Outlet-Geschäft hat." Schließlich soll es ein richtiges Outlet-Geschäft geben.

Neues Leben für die Karlstraße: Wo einst das Haus der Mode und anschließend Zweisam Mode zu finden waren, wird noch in diesem Monat von Axel Kaltenbach und einem Geschäftpartner ein Outlet-Geschäft eröffnet. Archivbild: Günter Vollmer
Neues Leben für die Karlstraße: Wo einst das Haus der Mode und anschließend Zweisam Mode zu finden waren, wird noch in diesem Monat von Axel Kaltenbach und einem Geschäftpartner ein Outlet-Geschäft eröffnet. | Bild: Günter Vollmer

Aktuell laufen die letzten Vorbereitungen: Es stehen noch einige Absprachen mit Lieferanten aus und es werden auch noch Mitarbeiter gesucht, die in dem neuen Geschäft in Teilzeit arbeiten müssen. Es bleibt nur noch wenig Zeit, denn: "Wir legen einen ziemlichen Kaltstart hin. Noch im Mai werden wir unser Outlet-Geschäft eröffnen." Das hat auch seinen Grund: Mit der reduzierten Outletmode wollen die beiden Geschäftspartner nicht gerade in den Schlussverkauf kommen. "Wenn wir noch etwas warten würden, wäre unser Start schwieriger." Denn eines macht Kaltenbach auch klar: Es handelt sich um einen Versuch. Denn nur wenn die Kunden auch kommen, wird das Outlet-Geschäft eine dauerhafte Einrichtung. Schließlich hängt es davon ab, ob das Angebot auch die Donaueschinger anspricht. "Denn ohne Umsatz funktioniert das nicht."

Die Rückkehr nach Donaueschingen ist für Axel Kaltenbach selbst auch mit großen Gefühlen verbunden. "Es freut mich wirklich, dass wir einen Weg gefunden haben, um weitermachen zu können." Denn mit Donaueschingen verbinden Kaltenbach viele Erinnerungen: Schließlich hat er hier seine ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt. "Ich war hier 1991 in meinem ersten Lehrjahr", blickt Kaltenbach zurück. Und auch anschließend sei Donaueschingen der Ort gewesen, an dem er erstmals Entscheidungen treffen durfte und in die Planung eingestiegen sei.

"Wir legen einen ziemlichen Kaltstart hin. Noch im Mai werden wir unser Outlet-Geschäft eröffnen."

Oliver Kaltenbach