"Das Klassenzimmer ist der dritte Pädagoge", so lautet ein Satz des italienischen Erziehungswissenschaftlers Loris Malaguzzi. Seiner Auffassung nach seien die Mitschüler der erste, der Lehrer der zweite Pädagoge, gleich gefolgt vom Raum.

Daran orientieren sich auch die Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schulen in Donaueschingen (KHS). Dort wird aktuell daran gearbeitet, die Schulgebäude dem Bedarf einer modernen Bildungseinrichtung immer besser zu entsprechen. Wie Rektor Frank Liebetanz erklärt, habe die Schule dabei immer den Anspruch, pädagogische Aspekte mit baulichen Auflagen zu verbinden. Eine große ist aktuell der Brandschutz, der der Schule zahlreiche Auflagen beschert hat.

"Dazu zählt etwa auch der große Bau, der momentan an der Schule entsteht", sagt Liebetanz. Das Gebäude soll noch 2018 fertiggestellt werden. Der Zeitpunkt ist allerdings in der Schwebe, die Witterung hat bereits für kleinere Verzögerungen gesorgt. Dort entsteht ein Treppenhaus, um weitere Fluchtwege zu ermöglichen, einen zusätzlichen Ausgang aber auch weitere Raummöglichkeiten zu schaffen. "Einen konkreten zeitlichen Rahmen zu nennen, ist irreal. Wenn so ein Projekt im Fluss ist, ergeben sich auf der Wegstrecke oftmals weitere Ideen und es gibt zusätzliche Fördermöglichkeiten, die in Anspruch genommen werden können", sagt der Rektor. Er ergänzt: "Der Landkreis als Träger unserer Einrichtung leistet dabei eine gute Arbeit."

In das neue Treppenhaus soll ein Aufzug integriert werden, um schließlich auch Barrierefreiheit zu ermöglichen. Direkt neben dem dort entstehenden neuen Haupteingang befindet sich auch das pädagogische Beratungszentrum der Schule. Das soll auch noch ausgebaut werden.

 

Baustellen nach und nach angehen

 

Baustellen gibt es viele an der KHS, die werden jetzt nach und nach angegangen. Alles auf einmal wäre ein zu großer Batzen, ist sich Frank Liebetanz sicher: "Es geht voran und wir können zufrieden sein. Der Landkreis achtet darauf, dass bei der Umsetzung auch immer auf eine hohe Qualität geachtet wird."

Ein kleiner Zwischenerfolg wurde gestern bereits gefeiert: Das Lehrerzimmer ist neu gestaltet, obere und untere Aula sind den Brandschutzbestimmungen angepasst und können als offene Lernflüchen genutzt werden. Zudem wurde Ausgänge für Fluchtwege installiert und schwer entflammbares Mobiliar angeschafft. Alles Bausteine einer großen Gesamtaufgabe: "Es ist ein wenig wie mit mittelalterlichen Kathedralen, so richtig werden sie nie fertig. Jedoch ist es wichtig, auch mal Innehalten zu können und etwas Erreichtes zu feiern", so der Rektor.

Auch in Zukunft stehen bereits einige Projekte an, die jedoch nicht alle zeitlich schon festgelegt sind. So soll der in die Jahre gekommene Chemieraum wieder auf Vordermann gebracht werden. Für die Lehrer wird ein Stillarbeitsraum benötigt, es ist angedacht, die drei Schulgebäude einer energetischen Sanierung zu unterziehen. Und schließlich soll die Einrichtung als digitale Pilotschule im Landkreis auch entsprechend mit WLAN versorgt werden: "Unsere Vision heißt Bildungscampus. Das soll auch im Außenbereich angepasst werden. Zwischen die drei Gebäude soll etwa auch eine große Freitreppe entstehen. Dort kann man nicht nur lernen, sondern auch entspannen."

 

Pilotschule

Die Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schulen (KHS) sind Teil eines Landesprojektes, bei dem eine digitale Bildungsplattform im schulischen Alltag getestet wird. Durch das Projekt soll die Bildung in der digitalen Welt gefördert, die Dokumentation und Reflexion individueller Lernprozesse digital unterlegt werden. (guy)