Die Ungarnfreunde können aufatmen: Der befürchtete Stillstand beim Freundeskreis Vác ist ausgeblieben. Mit der Aussicht auf einen neuen Vorstand sind jetzt die Weichen für die Zukunft gestellt.

Neu ausgestaltete Ideen und Vorschläge für die Zukunftsentwicklung des Freundeskreises Vác werden der Mitgliederversammlung am Mittwoch, 20. September, im Gasthaus Hirschen in Donaueschingen präsentiert. Wenn die Mitglieder diesen zustimmen und die für Vorstand und Beirat vorgeschlagenen Personen wählen, wird der bisherige Freundeskreis Donaueschingen-Vác als Deutsch-Ungarische Gesellschaft die Stadt Donaueschingen auch weiterhin bei der Ausgestaltung der Städtepartnerschaft mit der ungarischen Stadt Vác unterstützen.

Tatsächlich ist es um den Freundeskreis Donaueschingen-Vác in jüngster Zeit ruhig geworden. In der bislang letzten Mitgliederversammlung am 29. Juni 2016 war es nicht gelungen, einen Vorstand zu wählen. Seither ist der Verein ohne Führung. Damit es überhaupt weitergeht, werden die Aufgaben der Vereinsführung zurzeit von Artur Zwetschke, dem bisherigen Vorsitzenden, und seinem Vize Andreas Heidinger erledigt.

Gulaschsuppe zeigt das Problem

Beim Herbstfest 2016 wurden für die Donaueschinger die Probleme, die den Freundeskreis Vác plagten, offensichtlich: Es gab auf dem Rathausplatz nicht mehr die begehrte ungarische Gulaschsuppe. Die hatte Jenö Árvay aus Vác mit Unterstützung zahlreicher Helfer aus dem Freundeskreis seit den Anfängen des Vereins gekocht. Von vielen erwartungsvollen Herbstfestbesuchern wurde dieses Angebot ebenso schmerzlich vermisst wie die ungarischen Volkstänze der Jugendlichen aus Vác auf der Bühne vor dem Rathaus.

Die Gründe für die personellen Probleme in der Führungsriege des Freundeskreises Vác waren allgemeiner Art. Wie in anderen Vereinen auch, mangelte es an Nachwuchs. Damit einhergehend schwand auch die Bereitschaft, sich für die Führungsarbeit im Verein zu engagieren oder beispielsweise einen Arbeitseinsatz beim Herbstfest zu leisten. Die anfallenden Tätigkeiten mussten von immer weniger Schultern getragen werden. Gerade beim Kochen von rund 270 Liter Gulaschsuppe zum Herbstfest und die Bewirtung der Gäste auf dem Rathausplatz wurden aber viele helfende Hände gebraucht.

Am Mittwoch, 20. September, werden nun die Weichen für eine gute Weiterentwicklung des Freundeskreises Vác gestellt. Vorab wurde bereits eine Möglichkeit gefunden, für den Freundeskreis wieder einen Vorstand zu bilden. Es wird allerdings nicht mehr so wie bisher ein Einzelvorstand den Verein leiten, sondern ein Viererteam die Aufgaben entsprechend den Vorgaben einer Geschäftsordnung übernehmen.

Für diesen geschäftsführenden Vorstand stehen Anni Bronner, Andreas Heidinger, Angelika Müller und Karin Stocker-Werb als Bewerberinnen und Bewerber zur Verfügung. Als Beisitzerinnen und Beisitzer wären Erika Forgacs, Andreas Hessler, Rosmarie Steurenthaler, Ernst Zimmermann, und Artur Zwetschke zur Mitwirkung bereit.

Der Verein soll sich zudem öffnen und für die in Donaueschingen und Umgebung lebenden Ungarinnen und Ungarn Ansprechpartner sein. Sie sollen sich mit ihren Vorstellungen in die Vereinsarbeit einbringen können. Deshalb wird der Verein – dem Beispiel der anderen Städtepartnerschaftsvereine in Donaueschingen folgend – in Deutsch-Ungarische Gesellschaft Donaueschingen“ umbenannt. Nicht ändern soll sich jedoch die Zielsetzung. Auch in Zukunft steht die Partnerschaft mit Vác im Mittelpunkt der Aktivitäten.

Freundeskreis ist seit 20 Jahren aktiv

  • Idee: Der frühere Oberbürgermeister Bernhard Everke initiierte den Partnerschaftsverein nach Begründung der Städtepartnerschaft im Jahr 1995 mit der ungarischen Stadt Vác am Donauknie die initiiert. Seine Zielsetzung war, den Partnerschaftsgedanken abseits der offiziellen Ebene fest in der Bevölkerung zu verankern.
  • Anfänge: 1996 wurde der Freundeskreis Donaueschingen – Vác gegründet. Dieser widmete sich der satzungsgemäßen Zielsetzung: die Stadt bei der Ausgestaltung dieser Städtepartnerschaft unterstützen, Interessierte über Ungarn allgemein und die Partnerstadt Vác informieren und bei der Herstellung von Kontakten zwischen Vereinen, Jugendgruppen, Schulen behilflich sein. Vereinsvorsitzende waren bisher Horst Kunze, Ernst Engesser, Annette Stecher und Artur Zwetschke.
  • Begegnungen: In den mehr als 20 Jahren seines Bestehens hat der Freundeskreis Vác regelmäßig Fahrten in die Partnerstadt am Donauknie angeboten. In Vác und in Donaueschingen fanden jährlich Treffen mit den Mitgliedern des Freundeskreises Donaueschingen aus Vác zum Gedankenaustausch und zu gemeinsamen Aktivitäten statt. Ungarische Gulaschsuppe und ungarische Weine vermittelten beim Herbstfest den Besuchern einen Eindruck der Lebensart. Ungarische Künstler kamen zu zahlreichen Konzerten nach Donaueschingen.
  • Schüleraustausch: Zum Herbstfest wurde jährlich bis zu zwölf Schülerinnen und Schülern des Musikgymnasiums in Vác die Fahrt nach Donaueschingen finanziert. Donaueschinger Schülerinnen und Schülern wurden zudem einwöchige Fahrten nach Vác angeboten. Begleitet wurden sie von den Vorstandsmitgliedern Renate Koloczek, Barbara Murer, Rosemarie Steurenthaler und Artur Zwetschke.
  • Hilfaktionen: Der Verein hat das Ungarnkreuz im Park mit einer grundlegenden Instandsetzung vor dem Verfall gerettet und 2015 erneut gründlich renoviert. In der Anfangszeit wurden Hilfslieferungen nach Vác organisiert und entsprechende Tätigkeiten der Rot-Kreuz-Ortsvereine Donaueschingen, Neudingen und Wolterdingen unterstützt.