Den Schritt in die Selbstständigkeit hat der Optiker Marcus Milbradt nie bereut. Dabei war sein Berufsweg nicht vorgezeichnet. „Nach dem Zivildienst habe ich überlegt, was ich machen soll“, blickt der GUB-Stadtrat zurück. Der Tipp eines befreundeten Arbeitsberaters: Mache doch etwas mit Menschen und Gesundheit – beispielsweise Optiker.

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Noch heute ist Marcus Milbradt mit dieser Wahl glücklich. Und etwas Glück war auch dabei, dass er in seiner Heimatstadt letztendlich ein eigenes Geschäft hat. Denn nach der Lehre in Titisee-Neustadt, der Meisterschule in Karlsruhe und der Arbeit in einem Villinger Laden bot sich eine einmalige Chance. Seine Mutter Helga überbrachte ihm damals die Nachricht: Der Optiker Wilfried Kleiner an der Herdstraße möchte aufhören.

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Nun war 2002 keine Zeit mehr, in der man sich als Optiker ohne eigenen Kundenstamm einfach selbstständig machen konnte. Man brauchte schon ein Geschäft, das man übernehmen konnte. Doch Kleiner hatte zwei Kinder, die ebenfalls Optiker gelernt hatten. Aber beide hatten andere Pläne. „In Donaueschingen wäre es für mich sonst nicht möglich gewesen, ein eigenes Geschäft zu haben“, erklärt Milbradt. Und so übernahm ein Eschinger einen Eschinger Laden. Vom eigenen Optikgeschäft führte der Weg in den Gewerbeverein, wo er sich auch im Vorstand engagiert hat, und vom Gewerbeverein war es dann auch nicht mehr weit zur Kandidatur für den Gemeinderat. Denn in der Diskussion über das Verkehrskonzept hörte der 47-Jährige viel. Von dieser Seite, von jener Seite und das Stadtgespräch. „Donaueschingen ist so eine wunderbare Stadt, wenn man sie mit anderen vergleicht“, erklärt der Vater zweier Kinder.

Marcus Milbradt im Kreise seiner Frohsinn-Freunde. E freuen sich auf die hohen Tage (von links): Silvia Sarnes, Miriam Groß, Heiner Murer, Michael Schlatter, Ljerka Dörle, Marcus Milbradt und das scheidende Obergretle Sabine Spies.
Marcus Milbradt im Kreise seiner Frohsinn-Freunde. E freuen sich auf die hohen Tage (von links): Silvia Sarnes, Miriam Groß, Heiner Murer, Michael Schlatter, Ljerka Dörle, Marcus Milbradt und das scheidende Obergretle Sabine Spies. | Bild: Roger Müller

Wenn man die Stadt zerrede, könne man viel kaputt machen. Und so ist sein Motto für die Arbeit im Gemeinderat: Kommunikation. „Ich will wissen, was wirklich Sache ist und wie die Prozesse in der Stadt funktionieren.“ Auf der anderen Seite könnten nie genug Vertreter des Einzelhandels im Gemeinderat sitzen. „Vor fünf Jahren habe ich noch Nein gesagt“, erklärt Milbradt. Aber als dieses Mal Alexandra Riedmaier auf ihn zugekommen sei, musste er nicht lange nachdenken.

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Als Donaueschinger, einer der letzten, der im alten Krankenhaus zur Welt gekommen ist, findet man ihn auch beim Frohsinn. Allerdings als „Spätberufener“. „Ich kam erst mit 30 Jahren hinzu.“ Die Leute, mit denen er damals unterwegs war, waren im Frohsinn und so ging er auch mit. Heute ist er als Hansel unterwegs und sorgt dafür, dass der Zunftball auch im richtigen Licht erscheint.

Ein sportliches und ein musisches Hobby

Um den richtigen Ton geht es eher beim evangelischen Posaunenchor, wo Milbradt seit seiner Jugend Trompete spielt. „Es ist einfach eine nette Truppe.“ Ebenso wie der lose Zusammenschluss aus ehemaligen Footballspielern, mit denen er jetzt Volleyball spielt.