Auch in Zeiten des Corona-Virus müssen Haus-, Nutz- und weitere Tiere wie Pferde versorgt werden. Mancher Tierfreund schätzt sich derzeit sogar glücklich, wenn er einen Hund hat, mit dem er täglich Gassi gehen kann und der zu Hause allein durch seine Anwesenheit für Normalität in Corona-Alltag sorgt. Ähnlich ist geht es den Pferdebesitzern: Mit einer Eigenerklärung müssen sie bestätigen, dass sie keine Krankheitssymptome haben und sich bei der an Versorgung der Vierbeiner an die aufgeführten Richtlinien halten. Damit ausgestattet, können sie sich täglich um ihre Pferde kümmern. Dazu gehört natürlich auch die Bewegung der Tiere in der Halle, auf einem Platz im Freien oder während eines Ausritts ins Gelände.

Claus Steidinger, Pächter der Reitanlage im Sickenbühl, macht Stallarbeit. In sicherem Abstand versorgt Tamara Benz ihr Pferd.
Claus Steidinger, Pächter der Reitanlage im Sickenbühl, macht Stallarbeit. In sicherem Abstand versorgt Tamara Benz ihr Pferd. | Bild: Roger Müller

Denn einfach eine Pause machen, das geht für Pferdebesitzer nicht. Die Tiere brauchen täglich Bewegung. Betroffen sind Reitvereine und Reitbetriebe, Sportreiter, Züchter und nicht zuletzt die vielen Pferdehalter im Freizeitbereich. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) ist der Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht. Sie unterstützt Reitbetriebe mit Musterplänen und Richtlinien für die Notfallversorgung.

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An diese hält sich auch Patrick Bossert von der Reitanlage Bossert in Donaueschingen. Rund 35 Stellplätze für Pferde gibt es hier in räumlich getrennten Ställen. Somit kommen auch täglich mehr als zwei Dutzend Pferdebesitzer und Reiter auf die Anlage, die ihre Pferde pflegen und bewegen. Die Grundversorgung der Tiere wie Fütterung und das Ausmisten der Boxen übernimmt der Stallbetreiber. „Der Reitunterricht ist gestrichen und es besteht auch ein Verbot für Besucher“, unterstreicht Patrick Bossert, der seine Einsteller nun bittet, nur allein auf die Anlage zu kommen.

Reiten im Freien auf dem Sanplatz oder in der Reithalle ist in Krisenzeiten durch die Deutsche Reiterliche Vereinigung geregelt. Dabei dürfen je nach Hallen- und Platzgröße nur eine bestimmte Anzahl von Reitern zusammen diese Plätze nutzen.
Reiten im Freien auf dem Sanplatz oder in der Reithalle ist in Krisenzeiten durch die Deutsche Reiterliche Vereinigung geregelt. Dabei dürfen je nach Hallen- und Platzgröße nur eine bestimmte Anzahl von Reitern zusammen diese Plätze nutzen. | Bild: privat

Ist jemand verhindert oder krank, übernehmen Stallkollegen oder Reitbeteiligungen den Dienst am Pferd. „Wir haben eine Online-Plattform erstellt, auf der unsere Einsteller ihre Termine beim Pferd koordinieren können. Denn wir wollen natürlich die Besuchszeiten entzerren. Bei uns dürfen maximal vier Reiter die Halle auf einmal benutzen. Allerdings haben wir ja noch einen Außenplatz, eine Führanlage und man kann auch zu zweit ausreiten. Das funktioniert ganz gut, denn jeder kann sehen, wer wann auf der Anlage ist. Zudem führen wir eine Anwesenheitsliste“, sagt Patrick Bossert. Weitere Maßnahmen auf seiner Reitanlage sind die Sperrung des Aufenthaltsraumes, die Verlegung der Pferdpflege in die jeweiligen Boxen und verstärkte Hygienemaßnahmen, wie sie momentan überall notwendig sind.

So haben es Pferd und Hund am liebsten. In frischer Luft auf der Weide in Begleitung von Stallgenossen können sie das Gras genießen. Hier startet die Weidesaison je nach Witterung Ende April oder Anfang Mai.
So haben es Pferd und Hund am liebsten. In frischer Luft auf der Weide in Begleitung von Stallgenossen können sie das Gras genießen. Hier startet die Weidesaison je nach Witterung Ende April oder Anfang Mai. | Bild: Gabi Lendle

Ähnlich wird auch im Reiterhof Doser in Grüningen verfahren. Hier sind 25 Pferde in verschiedenen Ställen untergebracht. Auch hier wird kein Reitunterricht mehr erteilt und Gäste müssen fern bleiben. Die Grundversorgung ist auch hier durch den Stallbetreiber gesichert. „Wir regeln den Betrieb durch eine Online-Plattform und die meisten kommen sowieso zur selben Zeit am Tag. Jeder muss sich an die Vorschriften halten, es dürfen jeweils nur zwei Reiter zugleich in die Halle, auf den Sandplatz im Freien und auch zum Ausreiten“, sagt Gaby Doser. Ansonsten wird wie in der Eigenklärung aufgelistet, von jedem verlangt, dass er sich an die Richtlinien und Vorsichtsmaßnahmen hält.

Ein Hund kann auch über die schwere Coronakrise hinweghelfen, allein durch seine Anwesenheit.
Ein Hund kann auch über die schwere Coronakrise hinweghelfen, allein durch seine Anwesenheit. | Bild: Gabi Lendle

Einfacher haben es da die Hundebesitzer. Sie können mit ihrem Freund auf vier Pfoten wie gewohnt jederzeit an der frischen Luft Gassi gehen – allerdings auch nur zu zweit. Wie viele Hunde sie dann ausführen, spielt bis jetzt keine Rolle. Verschiedene Gruppen, die zur Freude ihrer Vierbeiner oft gemeinsam unterwegs sind, gibt es zurzeit nicht mehr. Auch die seit vielen Jahren existierende Hüfinger „Hunde-Gruppe“, die sich täglich um acht Uhr am Wohnmobilparkplatz trifft, um gemeinsam spazieren zu gehen, gibt es derzeit nicht mehr. Meist trafen sich sechs bis sieben oder mehr Hundehalter samt ihren vierbeinigen Begleitern. Anschließend wurde nach der Runde noch gemeinsam ein Kaffee beim Info-Kiosk getrunken. Der hat nur auch zu. „Wir gehen nun aus Sicherheitsgründen alle einzeln spazieren. Das macht zwar nicht so viel Spaß, ist aber notwendig“, sagt Ingrid Gaden, die von Anfang an in der Hunde-Gruppe ist.