"Schicksalstag für Donaueschingen" nennt Klaus Weber sein Werk über den verheerenden Stadtbrand in Donaueschingen vom 5. August 1908. Damals fielen gut 130 Häuser den Flammen zum Opfer, ein Großteil des 4000 Einwohner großen, eher ländlich orientierten Donaueschingen. Das Buch, mehr als 500 Seiten dick, ist in einer geduldigen mehrjährigen Mammutarbeit des Allmendshofener Autors Klaus Weber entstanden. Die Stadtbibliothek stellte das Werk am Donnerstag vor rund 40 Besuchern der Öffentlichkeit vor. Der Erlös der vorerst 80 Exemplare kommt der Bürgerstiftung zugute.

"Die Ursache des verheerenden Stadtbrandes von 1908 wurde niemals richtig aufgeklärt", sagt Andreas Wilts auf Anfrage des SÜDKURIER. Aber klar ist, dass das Feuer im Holzschopf von Marie Engesser in der unteren Käferstraße begann und sich, angefacht vom Westwind, unheimlich schnell ausbreitete. Am Ende des Tages "war ein Großteil der Stadt im Feuer verglüht", schildert Ernst Zimmermann am Donnerstagabend das fürchterliche Geschehen vor inzwischen 110 Jahren. Zimmermann, einst Hauptamtsleiter im Donaueschinger Rathaus, ist Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung und selbst Autor eines Buches zum Stadtbrand, das zum 100-jährigen Gedenken herauskam.

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Klaus Weber zeichnet in seinem Buch die Geschichte des Stadtbrandes anhand von Zeitungsberichten der Jahre 1908 bis 1911 aus dem Donaueschinger Tageblatt nochmals nach. Er hat in fleißiger Arbeit das Zeitungsarchiv durchforstet und alte Zeitungsbände gewälzt, Meldungen abgeschrieben, kopiert oder gescannt, um die gut 110 Jahre alten Informationen zu einem 500 Seiten-Wälzer zusammenzustellen.

Das Feuer breitet sich rasend schnell aus, auch wenn von überall her Feuerwehren nach Donaueschingen eilten, um zu helfen. Aber im heißen August waren die Brunnen versiegt, Helfer und Bürger mussten hilflos mit ansehen, wie die Stadt abbrannte. Ein Gewitter am Abend mit starken Regenfällen half am Ende mit, das Feuer zu löschen. Was für Donaueschingen gut war, war für das Luftschiff Zeppelin 4 (LZ4) in Echterdingen eine Katastrophe. Der Wind riss zur selben Zeit das in Echterdingen mit stotterndem Motor notgelandete Luftschiff aus der Verankerung. Es wurde ein Raub der Flammen.