Für reichlich Gesprächsstoff hat der FDP/FW-Fraktionssprecher Bertolt Wagner mit seinem Pauly-Prinzip und seiner Suche nach einem OB-Kandidaten für die Wahl 2022 gesorgt. Doch was sagt der Oberbürgermeister dazu? „Ich bedauere, dass die FDP bei dem wichtigen Thema Haushalt statt auf Sachargumente jetzt auf eine persönliche Diffamierung meiner Person setzt“, sagt Erik Pauly.

Das könnte Sie auch interessieren

Wagner hatte bei der FDP-Versammlung das Pauly-Prinzip eingeführt: „Er sagt das und er sagt das andere und am Ende ist ganz viel geredet und wir wissen gar nicht, wo wir hinwollen und das ist einfach schade.“ Auch dazu bezieht das Stadtoberhaupt Stellung: „Wenn es ein Pauly-Prinzip gibt, dann steht das für eine geradlinige Politik, dafür, dass ich zu meinen Grundsätzen stehe und konstruktiv und sachorientiert bin.“

„Polemische und diffamierende Äußerungen wegen einer anderen Sachmeinung sind neu.“
Erik Pauly, Oberbürgermeister

Alle Fraktionen würden im „öffentlichen Ringen“ um die besten Wege für das Wohl der Stadt seriöse und gute Argumente liefern. Bisher sei dies auch in einem sachlichen und konstruktiven Miteinander geschehen. „Polemische und diffamierende Äußerungen wegen einer anderen Sachmeinung sind neu“, kritisiert der OB und hofft, dass auch Wagner „schnell wieder zur Sacharbeit“ zurückfinde.

„Es wäre erfreulich, wenn die FDP einen guten Kandidaten präsentiert.“
Erik Pauly

Der OB-Wahl, die voraussichtlich Anfang 2022 stattfindet, sieht Pauly entspannt entgegen: „Es wäre erfreulich, wenn die FDP einen guten Kandidaten präsentiert.“ Schließlich sei ihr dies mit Björn Klotzbücher bei der letzten Wahl auch gelungen. Allerdings zeigt sich Pauly überrascht, dass Wagner „aus der Region niemanden für geeignet hält und öffentlich einen Hilferuf nach Stuttgart„ schickt. „Unverständlich auch, dass er die von ihm ausgemachten Personalprobleme in der FDP öffentlich thematisiert“, so Pauly. Damit tue er seiner Partei sicher keinen Gefallen und bei der Kandidatensuche sei dies sicher auch nicht dienlich.

OB-Amt ist laut Erik Pauly kein Abstieg

„Völlig inakzeptabel“ sei allerdings, wenn im Zusammenhang mit dem Donaueschinger Oberbürgermeisteramt von einem Karriereabstieg gesprochen werde. Der FDP-Fraktionssprecher im Landtag, Hans-Ulrich Rülke, hatte angeführt, dass Bundestagsabgeordnete sich eher nicht auf ein solches Amt bewerben würden, weil sie es nicht unbedingt als Aufstieg ansehen würden. „Hier hätte ich mir sehr deutlichen Widerspruch der Fraktionsmitglieder der FDP als Vertreter der Donaueschinger Bürgerschaft gewünscht und dies auch erwartet“, erklärt der OB, der wohl nichts auf das Amt kommen lassen will, das er innehat.