Sportler wollen gemeinhin nichts mit politischen Auseinandersetzungen zu schaffen haben. Was für die große Politik gilt, das trifft auch auf die Lokalpolitik zu. Um sich aus dem Streit über den tatsächlichen Ursprung der Donau herauszuhalten, hat sich der Lauftreff Pfohren für seinen 3145 Kilometer langen Donaulauf von der Quelle bis zur Mündung ins Schwarze Meer entschieden, an drei Stellen die Startflagge fallen zu lassen: am Ursprung der Brigach, am Ursprung der Breg und – natürlich – an der Donauquelle beim Donaueschinger Fürstenschloss.

Thomas Schneider (links) mit dem Fläschchen Donauquellwasser, das ihm Johannes Fischer mit auf den Weg gab.
Thomas Schneider (links) mit dem Fläschchen Donauquellwasser, das ihm Johannes Fischer mit auf den Weg gab. | Bild: Niederberger, Holger

OB-Stellvertreter Johannes Fischer schickte vor zahlreichen Freunden und Bekannten „an der wahren Donauquelle“ Andrea Schneider auf ihre erste Etappe, die sie bis zur Neudinger Brücke führte. Dort übernahm dann Peter Adis. Um 21 Uhr stand für die Donaueschingerin dann noch eine Radetappe auf dem Programm, ehe sie sich am Samstag, um 6.15 Uhr, wieder auf die Laufpiste machte. Die Etappen sind zwischen neun und 15 Kilometer lang, wobei die Männer auch „Doppeletappen zurücklegen dürfen“, wie Andrea Schneider lächelnd sagte.

Zahlreiche Freunde und Bekannte verabschieden die Donauläufer an der Donauquelle beim Donaueschinger Fürstenschloss.
Zahlreiche Freunde und Bekannte verabschieden die Donauläufer an der Donauquelle beim Donaueschinger Fürstenschloss. | Bild: Niederberger, Holger

Für ihren Mann, Thomas Schneider, den Vize-Vorsitzenden des Lauftreffs Pfohren, hatte Fischer ein Abschiedsgeschenk: eine kleine Flasche mit Wasser aus der Donauquelle. Wenn er das ins Schwarze Meer leere, müsse das mit einem Foto dokumentiert werden, so sein Auftrag.

Mit großem Hallo werden die Donauläufer begrüßt, die sich von den Ursprüngen von Brigach und Breg auf den Weg nach Donaueschingen gemacht haben.
Mit großem Hallo werden die Donauläufer begrüßt, die sich von den Ursprüngen von Brigach und Breg auf den Weg nach Donaueschingen gemacht haben. | Bild: Niederberger, Holger

Zwei Jahre Planung und Training liegen hinter den Donaulauf-Teilnehmern. Einer davon ist Thomas Lehmann. Laut ihm ist es eine der größten Herausforderungen, die Wechselpunkte nicht zu verfehlen. Doch da jeder Läufer mit einem GPS-Gerät ausgestattet sei, sollte alles klappen. Um müde Knochen und verspannte Rücken kümmert sich das Physiotherapeuten-Ehepaar Suppanz. Wenn alles reibungslos abläuft, dann holen sich die Donauläufer am 19. Juni, exakt um 21.45 Uhr, im Schwarzen Meer nasse Füße. Dann erleben sie dieses Glücksgefühl, das den Schmerz und die Anstrengung vergessen lässt. Ein Sieger steht schon fest: die Herzenssache. Mindestens 15 000 Spenden-Euro werden die Lauftreff-Freunde an die Kinderhilfsaktion überweisen können.

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