Das Reparaturcafé läuft und läuft. Auch im vierten Jahr herrscht rege Nachfrage. Der freiwillige Reparaturservice mit Café und Hobbybastlern in den Werkräumen der Realschule wurde 2014 von Willi Hönle und einigen Mitstreitern gegründet und hat sich zum Selbstläufer entwickelt.

Viele Geräte funktionieren wieder, wenn sie das Reparaturcafé verlassen: Die engagierten Hobbybastler machen sich mit viel Sachverstand über den kaputten Staubsauger, die Brotschneidemaschine, über den betagten Haarföhn oder die Kaffeemaschine her. Sie erneuern Kabel, ersetzen Sicherungen oder Schalter, gebrochene Teile werden wieder angelötet, Gartenscheren und Messer perfekt von Ernst Bausch geschliffen.

Jetzt tickt sie wieder richtig: Wanduhren mit oder ohne Pendel sind seine Spezialität. Frank Obrowski bringt sie beim Reparaturcafé wieder zum Laufen.
Jetzt tickt sie wieder richtig: Wanduhren mit oder ohne Pendel sind seine Spezialität. Frank Obrowski bringt sie beim Reparaturcafé wieder zum Laufen. | Bild: Manfred Beathalter

Die alte Wanduhr tickt wieder, wenn Frank Obrowski aus Bad Dürrheim sich ihrer annimmt. Er hat einst als Diplom-Ingenieur für Feinwerktechnik an der Fachhochschule Furtwangen gearbeitet und in seinen jungen Jahren das Uhrmacher-Handwerk gelernt. „Armbanduhren“, stellt er klar, „werden von mir nicht repariert.“ Ihm haben es Wanduhren angetan, mechanische Pendel-Uhren, die in der Regel sehr genau gehen – wenn man sie mit Geduld gut nachjustiert. Geduld braucht es ohnehin oft, um Ersatzteile zu besorgen. Oft ist auch nur mit den Jahren das Öl trocken geworden und verharzt.

Der Zufall will es, dass auch Lukas Heer mit seinem Vater Matthias wieder in die Realschule gekommen ist. Er war beim Start des Reparaturcafés vor vier Jahren zwölf Jahre alt. Damals hatt er sein Modellauto zu schnell über den Randstein gejagt, sodass die Radaufhängung brach. Sie musste mit einem Spezialkleber geklebt werden.

Heute ist Lukas Heer 16 und einen Kopf größer als sein Vater. Sein Modellauto läuft noch immer, aber sein Interesse gehört jetzt einem Monitor, auf dem digitale Spiele ablaufen sollen. Mit hochauflösenden Grafikprogrammen heutiger Spiele kommt die ältere Konsole nicht so richtig klar, sie überhitzt regelmäßig. Jürgen Küpfer, von Beruf Entwicklungsleiter und in seiner Freizeit Hobby-Modellbauer, der Lukas Heer schon vor vier Jahren half, weiß auch jetzt wieder Rat: Per USB-Anschluss ein Lüfter-Rad anschließen und die Elektronik besser kühlen, „das müsste helfen“, sagt er. Problem gelöst.

Reparateur Patrik Meierhöfer zerlegt die Brotschneidemaschine von Veronika Scherer und bringt sie wieder zum Laufen.
Reparateur Patrik Meierhöfer zerlegt die Brotschneidemaschine von Veronika Scherer und bringt sie wieder zum Laufen. | Bild: Manfred Beathalter

Das Donaueschinger Reparaturcafé geht schon in sein fünftes Jahr. Den Start versüßte das Abfallwirtschaftsamt Schwarzwald-Baar noch mit der Spende einer Schwarzwälder Kirschtorte als Anerkennung für die tolle Initiative. Die Umweltgruppe Südbaar, mit Irene Schenzinger, Gerhard Bronner und Lydia und dem 2017 verstorbenen Willi Hönle sowie 15 engagierte Hobbybastler hoben das Reparaturcafé aus der Taufe. Viele Leute handeln inzwischen nach dem Motto: „Reparieren statt wegwerfen“. Sie holen sich Tipps und Ratschläge und probieren diese selber aus.

Auch wenn nicht alles klappt, wie erhofft, gibt es ausreichend Information. „Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Patrik Meierhöfer, „damit ist eines unserer wichtigen Ziele erreicht.“ Er freut sich außerdem darüber, dass er neben seinem Beruf als Ingenieur wieder einmal in die Werkzeugkiste greifen darf.