Grüningen (hac) Langjährige Fastnachter ließen mit ihren Auftritten beim vierten „Kappä-Obed“ des Musikvereines das Probelokal in „Green-City“ zum närrischen wilden Westen werden. In bewährter Weise eröffnete die bisherige Fasnetmusik unter Thomas Limberger den Abend. Allerdings hat sie seit dem vergangenen Jahr mit „Heilig’s Blechle & Co.“ einen neuen Namen erhalten, der den inzwischen zahlreichen Auftritten bei Geburtstagen, Jubiläen und Festen außerhalb der fünften Jahreszeit Daseinsberechtigung verleiht. Aufmerksame Zuhörer konnten parallel zum neuen Namen auch Veränderungen im musikalischen Menü erkennen.

Brauchtumstanz modern: Die Darbietungen der Unterbränder Köhlerzunft und Hochemminger Eckbühlplätz kamen beim überwiegend jungen Publikum bestens an. Zunftmeister Wolfgang Weber aus Unterbränd kokettierte in Reimen als gewichtiger Schmetterling.

Da blieb so manchem Zuschauer der Mund vor begeistertem Staunen offen stehen: Die fünf Klöpfer, alias Sylvia Mantel, Marianne Schrenk, Irmgard Limberger, Monika Lind und Elvira Thäter lieferten mit ihren rhythmisch wandernden Stapelbechern eine Meisterleitung der Koordination und Konzentration ab.

Nach über 40 Jahren erlebten die „Original Rebbergmusikanten“ ihr Revival: Böhmisch-Mährische Musik mit Gesang der beiden über 70-jährigen Sängern von damals, Elfriede und Egon Doser. Auch die Tanzformation der Musikerfrauen sorgte für viel Schwung und Augenschmaus mit ihren farbenfrohen Kostümen.

Mit viel Fantasie setzte das Tenorhornregister das Thema der ewig geschlossenen Bahnschranke und vom übriggebliebenen und auf Bebauung wartenden Platz für altersgerechtes Wohnen sowie von der erwarteten Halle um. Am Hallenthema knüpfte auch Roland Limberger, Urgestein der Grüninger Fasnet, als „Molli“ an, der enttäuscht über manche Äußerung von Stadtrat Konrad Hall in einer entscheidenden Gemeinderatsitzung bemerkte: „Dann lieber kon Rat, als einer vom Konrad!“